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Bestattungsunternehmen müssen einen drastischen Wandel meistern

Das Geschäft mit dem Tod

Das Geschäft läuft gut für Bestattungsunternehmer. Copyright: Picture Alliance
Mit dem Älterwerden der Baby-Boomer kommt auf viele Staaten eine „Sterbe-Welle" zu. Davon profitieren naturgemäß Bestattungsunternehmen. Aber auch deren Geschäft ändert sich drastisch.

Das Geschäft mit dem Tod wird sich in den kommenden 20 Jahren auch in Deutschland drastisch verändern. Der Markt wird größer, aber (noch) schwieriger. Der (Preis-)Wettbewerb nimmt stark zu, die Margen schrumpfen. Es wird große, marktbeherrschende Ketten (auch aus dem Ausland) geben. Das klassische Begräbnis-Geschäft schrumpft (weiter).

Folgende Aspekte spielen dabei eine Rolle:

  • die zahlenmäßig starken Baby-Boomer kommen bald in ein Alter, in dem es Abschied nehmen heißt
  • eine zunehmend diverse Gesellschaft sorgt für unterschiedliche (religiöse) Sitten.

Die abnehmende Religiosität einer großen Bevölkerungsgruppe schließt diese für gering ritualisierte Bestattungen auf. Etwa 35% der Menschen in Deutschland gelten derzeit als konfessionslos.

2050 wird die Zahl der Hochbetagten auf 10 Millionen angestiegen sein

2060 wird jeder Dritte mindestens 65 Lebensjahre durchlebt haben. 2050 wird es 10 Millionen Hochbetagte (80 und älter) geben. Zum Vergleich: 2013 bestand die Bevölkerung zu 21% aus 65-Jährigen und Älteren.

Immer mehr Menschen lassen sich einäschern. Gründe sind die wachsende Mobilität, Familienmitglieder leben an unterschiedlichen Orten, Zeitknappheit. 60% der Bundesbürger gehen höchstens einmal im Jahr auf den Friedhof.

Der Wunsch, einen Toten „mobil" bei sich zu haben, steigt. Obwohl in Deutschland verboten, lassen Eheleute ihre Partner im europäischen Ausland einäschern und nehmen die Asche in der Urne mit nach Hause. Andere lassen sie in ein Schmuckstück einarbeiten.

Die Zahl der Sarg-Bestattungen geht zurück

Auch geht der Trend zu Geiz ist geil beim Begräbnis. Einäscherungen kosten in der Regel (deutlich) weniger als die noch immer übliche Sarg-Bestattung, bei der die Angehörigen meist nicht lange Preisdiskussionen führen, sondern den Vollservice in Anspruch nehmen, wenn Sie ihn sich halbwegs leisten können.

Discount-Bestattungen nehmen seit Jahren mit kräftigen Wachstumsraten zu. Inzwischen liegt ihr Anteil bei etwa 45%, besagen Daten der Gesellschaft für Bestattungen und Vorsorge. Discount-Bestatter arbeiten auf Provisionsbasis vielfach mit Online-Vergleichsportalen zusammen. Die Beisetzungen erfolgen oft anonym.

Es etablieren sich Einäscherungsunternehmen, die über Portale das Geschäft direkt mit ihren Kunden machen. Für etwas über 1.000 Euro kann man seine Einäscherung buchen. Ein „Business", das bisher an den herkömmlichen Bestattungsinstituten vorbeigeht.

Auch nachhaltig soll es sein

Ein weiterer Trend sind Öko-Begräbnisse. Sie werden von Menschen gebucht, die nicht wollen, dass die in ihrem Körper angesammelte Chemie (Medikamente) und andere Gifte in Boden und Grundwasser gelangen und die die hohen CO2-Emissionen einer Verbrennung im Krematorium scheuen. Krematorien im Ausland bieten eine alkalische Hydrolyse an, die oft als „grüne", „wasserfreie" oder „flammenlose" Einäscherung vermarktet wird. Der Prozess beinhaltet die Auflösung des Körpers in einer alkalischen Lösung. Das erzeugt typischerweise weniger als ein Siebtel des Kohlenstoffs der normalen Verbrennung. Begräbnisparks kommen in Mode, in denen ohne Sarg begraben wird. Das schont die Wälder.

Inzwischen befassen sich schon Fondsinitiatoren mit dem Geschäft. Denn es korreliert weder mit Aktien-, noch mit Zinsanlagen oder anderen bekannten Investments. Möglicherweise wird es bald auch offene oder geschlossene Fonds auf diesem Sektor geben, wenn für expandierende Ketten Finanzierungsbedarf entsteht.

Fazit: Ein Geschäft mit Zukunft für Unternehmer, die „groß (international) denken" können.

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