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Lohn-Preis-Spirale kommt in Gang

Die Inflation wird 2018 spürbar steigen

Die Inflationserwartungen für 2018 sind bei vielen Beobachtern zu gering. In Deutschland dürfte die Inflation auf klar über 2% steigen. Die Lohn-Preis-Spirale wird von steigenden Rohstoffpreisen und einem engen Arbeitsmarkt in Gang gesetzt.

Die Inflation wird im nächsten Jahr „überraschend" zu einem zentralen Gesprächsthema. Sowohl in den USA als auch in Europa wird es deutliche Preissteigerungs-Impulse geben.

In Europa schieben die Steigerungen der Rohstoffpreise und Löhne die Inflation an. Die Rohstoffpreise klettern bereits seit gut einem Jahr auf breiter Front (Seite 8). Inzwischen hat sich bei vielen Vorprodukten ein neuer Aufwärtstrend etabliert.

Wichtige Industriemetalle werden aufgrund der weltweit hohen Nachfrage teurer. Alu, Kupfer, Blei usw. – aber auch Öl.Eine Trendumkehr ist nicht erkennbar. Eine zügige Ausweitung der Produktion ist bei vielen Rohstoffen – abgesehen von Öl – nicht möglich.

Druck bei den Löhnen

Bei den Löhnen spüren die Unternehmen den Druck des nahezu leergefegten Arbeitsmarkts. Wegen der hohen Beschäftigungsquote und der niedrigen Arbeitskräftereserve nehmen die Lohnzuwächse zu. Die steigenden Investitionen in neue Kapazitäten (Ausrüstungen 6% nach 4,3% in diesem Jahr) greifen noch nicht voll.

In Deutschland beginnt sich die Lohn-Preis-Spirale zu drehen. Viele Unternehmen schaffen es, steigende Vorproduktkosten an die Verbraucher weiterzugeben. Für 2018 ist darum ein Anziehen der Inflation auf über 2% zu erwarten. Einige Volkswirte rechnen mit 2,2%.

Ähnliche Lage in den USA

In den USA ist die Ausgangslage ähnlich. Die Konjunktur läuft gut und die Unternehmen können die sachten Zinsanhebungen der US-Notenbank Fed gut verkraften. Angesichts der Steuerreform dürfte der Effekt im nächsten Jahr sogar noch größer sein. Denn die Finanzierungskosten der US-Unternehmen steigen nur leicht, die Gewinne aber kräftig. Im Durchschnitt aller Unternehmen im S&P 500 dürften sie allein aufgrund des steuerlichen Effektes um gut 13% zulegen.

Auch in den USA ist der Arbeitsmarkt inzwischen eng. Angesichts der Arbeitslosenquote von 4,2% (November 2017) kann fast von Vollbeschäftigung gesprochen werden. Auch in den USA wird die Lohn-Preisspirale also zu rotieren beginnen. Insbesondere dann, wenn protektionistische Tendenzen zu einer zunehmenden Marktabschottung führen. Dann erst wird sich die Lohn-Preis-Spirale (wieder) richtig drehen.

Fazit: Die Inflation kommt 2018 in Schwung. Das gilt vor allem für die USA und Deutschland. Treiber sind die weltweit gute Konjunktur, die hohe Rohstoffnachfrage und enge Arbeitsmärkte.

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