Engpässe bei Wolfram absehbar
Chinas Exportstopp von Wolfram nach Japan wird auch Auswirkungen auf deutsche Unternehmen haben. Am 4. Februar 2025 wurden strenge Exportkontrollen auf Wolfram und andere Metalle eingeführt. Gleichzeitig wurden die Exportmengen stetig verringert. Das gilt für Abnehmer aus den USA, Japan, Europa und anderen westlichen Ländern. Beobachter sehen darin eine Reaktion auf US-Zölle. China erreicht bei der Produktion von Wolfram einen Weltmarktanteil von 80%. Seit April 2026 gibt es keine Wolfram-Exporte mehr aus China nach Japan. Zuvor hatte China 40 japanische Unternehmen für Wolfram-Exporte gesperrt, weil sie Dual-Use- bzw. Rüstungsgüter an Taiwan geliefert hatten.
Deutsche Unternehmen betroffen
Besonders betroffen sind in Deutschland die Nutzer von Hartmetall-Werkzeugen. Sie werden in Werkzeugmaschinen als Meißel für Bohren, Drehen und Fräsen verwendet, aber auch am Bau. Wichtigste Anbieter in Deutschland sind zwar europäische Unternehmen wie Sandvik, Gühring oder Mapal und US-Anbieter wie Kennametall. Aber japanische Anbieter sorgen für Konkurrenz. Ohne die chinesischen Lieferungen müssen sie ihre Produktion einschränken.
Das könnte sogar bis zum Rückzug vom europäischen Markt führen und die Preise für europäische Kunden weiter erhöhen. Auch beim WIG-Schweißen sind europäische und US-Anbieter führend in Deutschland (Fronius, EWM, ESAB, Lincoln Electric), aber japanische Anbieter wie OTC Daihen, Panasonic, Yaskawa und Kobelco spielen eine wichtige Rolle. Auch beim Rohmaterial Wolframkarbid, das in der Rüstungsindustrie (Munition, Panzerplatten) verwendet wird, ist Japan ein wichtiger Lieferant.
Auch Rüstungsindustrie braucht Wolfram
Die Exportbeschränkungen betreffen deutsche Unternehmen auch direkt. Die Preise für Wolfram sind durch die von China ausgelöste Verknappung weltweit stark gestiegen. Deutsche Unternehmen erhalten nach wie vor Wolfram aus China, aber in deutlich geringeren Mengen als vor 2025. Mit Hensoldt wurde im April 2026 erstmals ein deutsches Unternehmen auf die chinesische Sanktionsliste gesetzt, neben sieben anderen Unternehmen aus Europa. Diese Unternehmen erhalten aus China seither keine Dual-Use-Güter und keine Rohstoffe mehr. China hat den Schritt mit einem Verweis auf die nationale Sicherheit begründet. Die Unternehmen seien an Waffenverkäufen nach Taiwan beteiligt gewesen.