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Logistik: Wie Briefkastenfirmen die Transportbranche austricksen

Fake-Transportunternehmen auf dem Vormarsch

Seien Sie äußerst wachsam bei neuen Angeboten von Transportdienstleistern. Die Betrugsfälle häufen sich. FUCHSBRIEFE stellen Ihnen eine Sicherheits-Checkliste zur Verfügung.

Seien Sie äußerst wachsam bei neuen Angeboten von Transportdienstleistern. Die Betrugsfälle häufen sich, der Schaden ist immens. Sie wissen: Kriminelle kapern immer öfter die Identität realer Frachtführer, um sich so Frachtaufträge zu erschleichen und ganze Lkw-Ladungen zu stehlen (FB vom 16.02.). 

Wachsende Zahl von Fake-Unternehmen

Unternehmen beklagen nun die wachsende Zahl von Fake-Transportunternehmern. Das sind Briefkastenfirmen, die sich durch gefälschte Dokumente, E-Mail-Adressen und Dokumente als „seriöses“ Transportunternehmen ausgeben, ergattern sich so immer öfter Aufträge. Sie holen die Ware ab und verschwinden meist auf Nimmerwiedersehen. 

Der Präsident des Landeskriminalamtes (LKA) in Wiesbaden, Daniel Muth, bestätigt das. Auch die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) mahnt, dass die Zahl solcher Phantom-Frachtführer rasant steige. Ein Risiko sind auch weiterhin der Klau ganzer Sattelzüge, bei denen einfach schnell andere Kennzeichen montiert werden und die altbekannten "Planen-Schlitzer".

Tipps zur Schadensverhütung

  • Lkw mit Sicherungssystemen ausstatten.
  • Vertrauliche Daten schützen (auch vor Blicken).
  • Fahrer sollten außerhalb des eigenen Firmengeländes nicht offen über Abfahrt, Routen, Rast und Ladung sprechen.
  • Möglichst beaufsichtigte und beleuchtete Parkflächen suchen.
  • Ladung nach Pausen gleich kontrollieren.
  • Niemals Anhalter mitnehmen.
  • Mit der eigenen Firma Kontrollmeldungen vereinbaren.
  • Zuerst nur einzelne Aufträge mit geringen Warenwerten vergeben.
  • Wertvolle Ware nur an langjährige Geschäftspartner übergeben.
  • Bei Dumping-Preisen misstrauisch werden.
  • Nachweise vorlegen lassen: Referenzen zu durchgeführten Transporte (überprüfen!) -Versicherungsbestätigung (telefonisch vom Versicherer bestätigen lassen!) - Lizenzen und Genehmigungen IdNr. sowie Stand geben lassen – ebenso vollständige Firmendaten inkl. Handelsregisterauszug - Farbkopie eines Identitätsnachweises des im Handelsregister eingetragenen Geschäftsführers oder Firmeninhabers verlangen.
  • Auf vollständige Angaben bestehen.
  • Dokumente auf Echtheit prüfen (wie telefonische Rückfrage, Übersetzungen).
  • Bei Eigentümerwechsel den neuen Inhaber überprüfen.
  • Überprüfungen dokumentieren.
  • Transportauftrag an Transportunternehmer nur über vorher festgelegte Kommunikationswege mit festen Ansprechpartnern vergeben.
  • Weitergabe an einen weiteren Unterfrachtführer untersagen!
  • Zeitfenster für Abholung festlegen.
  • Möglichkeit: Foto vom Fahrer und dem Transportmittel.
  • Fahrer verpflichten, umgehend Rücksprache mit dem Absender zu halten, wenn im Verlaufe des Transports oder bei Ablieferung der Ablieferungsort durch Dritte geändert wird.
  • Bei Problemen sofort Maßnahmen ergreifen, notfalls Polizei einschalten.
  • Fall bei der Polizei möglichst nicht als Unterschlagung, sondern als betrügerische Entwendung anzeigen.
  • Notfallplan einrichten, der im Ernstfall umgehend greifen kann (Risikomanagement).
  • Schulungen durchführen und klare Anweisungen geben.
  • Auch eigene Mitarbeiter sorgfältig auswählen, um Kooperation mit Tätern zu vermeiden (Führungszeugnis, Leumund des Vorarbeitgebers, ggf. auch Schufa-Auskunft).
  • Neue Mitarbeiter nicht sofort mit wertvollen Waren betrauen.

Generell gilt:

  • Erhöhte Aufmerksamkeit ist besonders bei Frachtenbörsen ratsam. Unbedingt die Sicherheitsmaßnahmen nutzen, die die Plattform empfiehlt.
  • Die internationalen Verbände IUMI und TAPA fordern Plattformen auf, robuste Identitätsprüfungs- und Betrugserkennungsprotokolle zu implementieren, einschließlich Multi-Faktor-Authentifizierung. Fragen Sie danach.
  • Es gilt, adäquate Technologien einzusetzen, auch Echtzeit-GPS zur Überwachung von Flotten.
  • An aktuelle Standards halten, etwa den TAPA-Standard für Cybersicherheit und den FBSR-Standard (Freight Broker Security Requirements) sowie die GDV-Richtlinien zur Verlustprävention bei betrügerischem Diebstahl von Lkw-Sendungen (Phantom-Spediteure).
  • Maßnahmen hängen immer auch vom Einzelfall ab.
  • Beachten Sie die Ausführungen im Versicherungsvertrag.

Quelle: Fuchsbriefe-Recherche 

KRAVAG (weitere Infos hier) 2025-kundeninfoblatt-unterschlagung-lkw-ladung.pdf

Fazit: Schützen Sie Ihre Transporte vor physischen Angriffen, aber zunehmend auch vor digitalen Betrügereien.

Hinweis: In der Online-Version des Beitrags haben wir Ihnen eine ausführliche Checkliste zu Schutzmaßnahmen zusammengestellt.

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