Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
1256
Fußball-WM | Katar

Flucht aus der Wüste

Die Fußball-WM 2022 wird aller Voraussicht nach nicht in Katar stattfinden.
Wir hegen immer stärkere Zweifel daran, dass die Fußball-WM 2022 tatsächlich in Katar stattfinden wird. Weniger die andauernden Korruptionsverdächtigungen, sondern ganz handfeste wirtschaftliche Gründe bringen uns zu dieser Überzeugung. Die offensichtlichsten Knackpunkte sind:
  • Die Stadien werden nicht einmal ansatzweise ausgelastet sein. Der Zuschauerdurchschnitt eines WM-Spiels liegt bei rund 50.000. Ein normaler WM-Spieltag mit drei Partien braucht also rund 150.000 Besucher. Auf der Grundlage der aktuellen Planungen müssten rund 3 Mio. Tickets verkauft werden. In Katar leben 2 Mio. Menschen, fast 80% davon sind Gastarbeiter, die sich die Tickets ohnehin nicht leisten können.
  • Für Ausländer hat die kleine Halbinsel Katar – umgeben vom Königtum Saudi-Arabien – außer Hotels, Vergnügungsparks, Salzsümpfen und Wüste kaum etwas zu bieten. Sie werden also abreisen, wenn das eigene Nationalteam nicht mehr im Spiel ist.
Einem Massenandrang ausländischer Besucher stehen aber noch andere Punkte entgegen:
  • Die Verkehrs-Infrastruktur ist dafür ungeeignet. Der Flughafen von Doha ist der einzige internationale Verkehrsknotenpunkt. Er wird zwar ausgebaut. Ca. 800 Starts und Landungen pro Tag sollen möglich sein. Davon sind die Mehrzahl aber Transit- und Frachtflüge.
  • Das Land hätte auch nicht die nötigen Unterbringungsmöglichkeiten, um einen internationalen Besucheransturm aufzufangen. Bis zur WM ist eine Hotelkapazität für 80.000 Menschen geplant. Allein die Zahl der Sport-Funktionäre, die zur WM anreisen, dürfte bei knapp 40.000 liegen.
Die Fifa hat jetzt die Wahl zwischen Wortbruch und einer WM ohne Fans. Letzteres wird aber die Haupteinnahmequelle des Fußball-Weltverbandes, die Sponsoren, abschrecken – und die Fifa somit zum Umdenken zwingen. Das ist schlimmer als der Vertrauensverlust, der durch eine nachträgliche Änderung der Vergabe entstehen könnte. Dafür könnten jedoch mögliche Korruptionsprozesse den Anlass bieten – und den Ausweg aus dem Dilemma weisen.

Fazit: Die Fifa wird die WM 2022 nicht in leeren Stadien mitten in der Wüste veranstalten. Unternehmen, die sich strategisch auf Nicht-Bau-Aufträge für die Fußball-WM 2022 vorbereiten, sollten ihre Pläne grundsätzlich überarbeiten.

Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Baudenkmal: Erbe kann einkommensteuerliche Begünstigung nicht fortführen

BFH-Urteil: Keine Steuervergünstigung für Erben

Der Bundesfinanzhof bestätigte das Urteil eines Finanzgerichts zur einkommensteuerlichen Behandlung von Begünstigungen bei Erbschaften, wenn der Erblasser vor Ablauf des Abzugszeitraums verstirbt.
  • Fuchs plus
  • Nachhaltige Kapitalanlage für Stiftungen

Stiftungsvermögen zukunftssicher anlegen: ESG, nachhaltige Fonds und Private Markets als strategische Bausteine

Illustriert mit Microsoft Copilot
Stiftungen stehen vor einer Zeitenwende: ESG wird vom Schlagwort zur Pflicht, Private Equity vom Nischenprodukt zum strategischen Baustein. Wer heute klare Anlagerichtlinien setzt, Ausschlüsse konsequent umsetzt und Impact messbar macht, sichert nicht nur Rendite und Substanz, sondern gestaltet Zukunft. Governance, Transparenz und Due Diligence sind dabei keine Kür – sie sind das Fundament für Wirkung und Vertrauen.
  • Fuchs plus
  • Positionspapier: Nordländer fordern: Härtere Regeln für die Erbschaftsteuer

Verschärfung der Erbschaftsteuer droht

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Erbschaftsteuer steht bevor. Während konkrete Reformpläne fehlen, sorgt ein Positionspapier der Nordländer für Aufsehen und Verunsicherung. FUCHSBRIEFE analysieren die Details.
Zum Seitenanfang