Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1651
Wirtschaftsforschung mit Lücken

Konjunktur: Die unbekannten Konsumenten

Wie sich deutsche Konsumenten entscheiden, kann die Wirtschaftsforschung immer weniger nachvollziehen.
Die deutschen Konsumenten sind den Wirtschaftsforschern zunehmend ein Rätsel. Die Forschungsinstitute bekennen dies in ihrer gerade vorgelegten Gemeinschaftsprognose ganz offen. Die Defizite ihrer Erkenntnisse spiegeln sich in den Kommentaren der Gesellschaft für Konsumforschung. Für den Rückgang des GfK-Index der privaten Verbraucher gibt es keine schlüssige Erklärung. Jedenfalls hat er – anders als die Gesellschaft meint – nichts mit Terror oder Brexit zu tun. Für deren Behauptung fehlt jeder Beleg. Sie verweisen folglich auch vor allem auf den Rückgang des Ifo-Index infolge der Brexit-Entscheidung. Dumm nur: Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der GfK-Kommentierung (28.9.) war bereits der neue Ifo-Index erschienen – mit einer satten Wende zum Positiven. Unklar ist, wie die Tendenz zu kleineren Haushaltsgrößen den Konsum beeinflusst. Auch der wachsende Anteil ausländischer Bevölkerung auf die Konsumstruktur ist eine unbekannte Größe. Unterstellt wird einfach ein gleiches oder zumindest ähnliches Konsumverhalten wie bei der einheimischen Bevölkerung. Das vernachlässigt die jährlichen Langzeitreisen ins Heimatland und die Überweisungen dorthin fürs Familienhäuschen. Sie reduzieren das verfügbare Einkommen hier. Auch das stärkere Gewicht der Dienstleistungen wird in den Konsumindikatoren unterschätzt. Hier müssten neue Instrumente zur zeitnahen Datenerhebung her. Auf jeden Fall verlieren nach Ansicht der Forschungsinstitute die Einzelhandelsumsätze als Indikator für die kurzfristige Konsumentwicklung an Aussagekraft. Auch mit den Sparern fremdeln die Wirtschaftsforscher. Die Sparquote sank in den 1990iger Jahren von 14% des verfügbaren Einkommens auf 9% im Jahr 2000. Das Angstsparen blieb aus. Dann stieg sie auf 10,5% (2008) und fiel danach wieder auf 9% (2013). Jetzt liegt sie bei 9,5%. Es gibt laut Instituten auch keinen erkennbaren Zusammenhang mit den Realzinsen.

Fazit: Der private, teilweise unbekannte Konsument trägt über die Hälfte zum BIP bei. Es wird Zeit, dass er besser als bisher eingeschätzt werden kann. Vielleicht wissen ja Google, Amazon &Co. mehr.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Nachhaltigkeit beim Stiftungsvermögen: Tiefe Einblicke und Diversität in Kooperationen

Von Datenlieferanten bis Beratungsnetzwerke: Wie Vermögensmanager ihre Nachhaltigkeitsstrategien stärken

Kollage Verlag Fuchsbriefe © Bild: envato elements
Um die nachhaltige Kapitalanlage zu stärken, setzen Vermögensmanager auf die Zusammenarbeit mit externen Instituten. Eine Analyse der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz von 25 Organisationen enthüllt nicht nur eine reiche Vielfalt an Kooperationen, sondern auch signifikante Unterschiede in der Integration dieser Partnerschaften in ihre Nachhaltigkeitsstrategien.
  • Fuchs plus
  • Logistik und Nachhaltigkeit

Elektro-LKW bei Österreichischer Post

Die Österreichische Post hat erstmals zwei Elektro-Lkw im Einsatz. Transportiert werden internationale Sendungen. Damit lassen sich rund 117 Tonnen direkte CO2-Emissionen pro Jahr einsparen.
  • Fuchs trifft Pferdchen, Der Geldtipp-Podcast, Teil 42

Geldtipp – Pferdchen trifft Fuchs: Wie Anleger Steuern vermeiden können

Geldtipp-Podcast. ©SpringerNature
Der Fiskus möchte an den Kapitaleinkünften mitverdienen. Pferdchen und Fuchs analysieren in der 42. Folge des Geldtipp-Podcasts, welche Steuern auf Kapitalerträge anfallen können und was beim Umgang mit den Finanzamt beachtet werden muss.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Kein Geld für ausländische Anleihegläubiger

Evergrande zeigt China-Risiko

Geld und Immobilien © minicase / stock.adobe.com
Investitionen in Immobilien im Ausland können auch negative Folgen mit sich bringen. Das zeigt das Fallbeispiel Evergrande in China. Die internationale Investmentgemeinschaft hatte unter dem Vorzeichen des Immobilienbooms auf das chinesische Unternehmen gehofft – fälschlich, wie sich nun herausstellt.
  • Kurs nimmt Lauf Richtung Allzeithoch

FUCHS-Depot: Wieder auf Kurs

Unsere FUCHS-Strategie scheint sich zu bewähren. Im Wochenvergleich haben wir Gewinne erzielt.
  • Fuchs plus
  • Batterien nur an geeigneten Orten laden

Akkus auf Holzregal geladen: Gewerbemieter muss für Brandfolgen zahlen

Batterien © markus dehlzeit / stock.adobe.com
Lithium-Ionen-Akkus in Räumen aufzuladen, ist heikel. Insbesondere dann, wenn dabei keine Vorkehrungen gegen lauernde Brandgefahr getroffen sind. Das Kammergericht in Berlin musste jetzt entscheiden, ob der Gewerbemieter für sein riskantes Verhalten haften muss.
Zum Seitenanfang