Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
2154
IWF | Immobilienmärkte

Neue Risiken

Laut IWF wächst die Gefahr einer neuen weltweiten Immobilienblase. Die Zentralbanken scheinen aber dagegen gut gerüstet zu sein.
Der IWF sorgt sich um die globalen Immobilienmärkte. Denn die nach 2008 allenthalben betriebene Krisenstrategie mit niedrigen Zinsen und kräftigen Liquiditätsspritzen hat die Immobilienpreise hochgetrieben, vor allem in den westlichen Industriestaaten. Je effizienter die privaten Finanzdienstleister funktionieren, desto mehr macht sich der selbstverstärkende Auftrieb bemerkbar. Auf steigende Preise folgen wachsende Beleihungswerte. Das ermöglicht höhere Sicherheitsmassen und damit höhere Kreditvolumina, die wiederum zusätzliche Nachfrage und damit weitere Preissteigerungen generieren – in den Augen der Geldpolitik ein wahres Horror-Szenario. Dieses Muster liegt nach IWF-Auswertungen mehr als zwei Dritteln der letzten 50 Finanzkrisen zugrunde. Und die aktuelle Lage wirkt wie ein Remake des 2006-2008 gesehenen Films. Vom langfristigen Durchschnitt her eingeordnet, liefern die Quotienten der Hauspreise zu den Einkommen und den Mieten einen aussagefähigen Bezugspunkt. Bei dem Preis-Mietniveau-Verhältnis sind Norwegen, Belgien, Finnland, UK und Frankreich mit 40% bis 80% Überschreitung des Mittelwerts am stärksten gefährdet. Beim Preis-Einkommens-Verhältnis sind Belgien, Frankreich, Norwegen, UK und die Niederlande mit etwa 25% bis 50 % Überschreitung des Mittelwertes die am stärksten gefährdeten Europäer. Außerhalb Europas sind in beiden Fällen Kanada, Australien und Neuseeland betroffen. Gemessen an diesen Parametern sind die Märkte sowohl in den USA als auch in Deutschland noch als völlig entspannt und unauffällig anzusehen. Allerdings ist auch erkennbar, dass die Geldpolitik in einer Reihe von Ländern reagiert hat. So erlegte sie den Banken als maßgeblichen Kreditgebern Beschränkungen auf. Durch erhöhte Ansprüche an das Kredit/Objektwert-Verhältnis werden nun höhere Eigenmittel der Käufer nötig und durch verschärfte Einkommen/Kredit-Quoten eine bessere Liquidität der Käufer angepeilt. Schließlich verteuern erhöhte Pflichten zur Eigenkapitalunterlegung den Banken das Hypothekenangebot.

Fazit: Länder wie Norwegen, UK oder Australien zeigen deutliche Immobilienrisiken. Der Instrumentkasten der Geldpolitik erweist sich aber als gut gefüllt.

Neueste Artikel
  • Wochenbericht zu Projekt IX in KW 19: Aktive Akzente in ruhigem Marktumfeld

Spiekermann & Co. dominiert mit Rotation, DGK überzeugt mit Struktur

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Im Performance‑Projekt 9 (Stiftungsportfolio) reicht eine Handvoll Transaktionen aus, um deutliche Unterschiede zu erzeugen. Während das Benchmarkdepot vollständig passiv bleibt, greifen einzelne Vermögensverwalter gezielt ein. Struktur, Risikoappetit und selektiver Handel prägen die Woche. Konkrete Umschichtungen im sechsstelligen Bereich entscheiden über Out‑ und Underperformance – und machen Projekt 9 zu einem Lehrstück moderner Vermögenssteuerung. Erfahren Sie hier mehr.
  • Wochenbericht zu Projekt VIII in KW 19: Strukturqualität im Stresstest

Kaiser Partner, Spiekermann & Co. und DGK setzen sich vorne ab

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Im Performance‑Projekt 8 (vermögensverwaltende Fonds) entscheidet nicht das Timing, sondern die Architektur der Portfolios. Alle Vermögensverwalter verzichten vollständig auf Wertpapiertransaktionen – und dennoch öffnen sich klare Leistungsunterschiede. Während das Benchmarkdepot marktgetreu und stabil verläuft, nutzen einzelne Häuser ihre strategische Aufstellung deutlich besser. Wer mehr Rendite erzielt, zahlt mit höheren Schwankungen. Wer maximale Ruhe sucht, bleibt zurück. Lesen Sie hier.
  • Wochenbericht zu Projekt VII: Bewegung, Mut und Momentum im Private Banking

Gewinner der Woche: Kaiser Partner und A&Q setzen sich vom Feld ab

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Im Performance‑Projekt 7 (Private-Banking) nutzt ein Teil der Vermögensverwalter die Marktphase konsequent aus. Während das Benchmarkdepot ohne jeden Eingriff von der positiven Marktentwicklung profitiert, erzielen einzelne Häuser durch gezielte Allokationsentscheidungen deutlich höhere Vermögenszuwächse. Auffällig ist dabei: Sowohl aktives Handeln als auch disziplinierte Untätigkeit führen zu Outperformance. Der Unterschied liegt im Risikoprofil – und in der Qualität der Entscheidungen.
Zum Seitenanfang