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Deutsche reisen preisbewusster

Tourismusindustrie im Plus

Die Tourismuswirtschaft zählt zu den Schlüsselbranchen Deutschlands. Im Gegensatz zur Industrie wird die Branche 2026 wachsen und steuert sogar auf Rekordergebnisse zu.

Die deutsche Tourismusbranche läuft rund. Reiseveranstalter verzeichnen in diesem Jahr sowohl im In- und Ausland Wachstum. „Die trotz aller Unsicherheiten nach wie vor hohe Reiselust der Menschen stimmt uns positiv und ist auch eine gute Nachricht für den Wirtschaftsstandort Deutschland“, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Albin Loidl, den FUCHSBRIEFEN.

Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums ist Tourismusindustrie eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft. Sie erwirtschaftet rund 4% der Bruttowertschöpfung. Die Branche beschäftigt etwa 2,9 Millionen Menschen und ist damit auf Augenhöhe mit klassischen Kernbranchen wie dem Maschinenbau oder der Automobilindustrie. Zu den größten Reisekonzernen Europas zählen neben dem Marktführer TUI, die DERTOUR Group (REWE), Alltours sowie Schauinsland-Reisen.

Moderates Wachstum

Für die Sommersaison 2026 rechnet der DRV mit ein Umsatzplus von 1% auf fast 57 Milliarden Euro. Für Reisen und Urlaub mit mindestens einer Übernachtung werden die Bundesbürger laut der DRV-Prognose rund 1% mehr im Vergleich zum Vorjahr und damit fast 85 Milliarden Euro ausgeben. „Reiseveranstalter, Reisebüros, Geschäftsreiseanbieter und viele weitere touristische Unternehmen sichern Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Investitionen“, sagte Loidl weiter.

Allerdings sind die Deutschen im Reisejahr preissensibler geworden. Das lässt sich unter anderem Frühbucher als auch an den Last-Minute-Kunden, die noch kurzfristig für Juli und August gebucht haben, ablesen. Zudem verzeichnen die Unternehmen eine Zunahme in der Nachfrage nach den sogenannten Flextarifen bei der Pauschalreise, die eine kostenfreie Stornierung oder Umbuchung unabhängig von Gründen ermöglicht.

Inlandstourismus auf Kurs

Auf Kurs ist auch der Inlandstourismus. Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) konnten im Zeitraum Januar bis Mai die Beherbergungsbetriebe insgesamt 175,1 Millionen Übernachtungen verbuchen. Damit lagen sie 1,3% höher als im Vorjahreszeitraum und 0,4% über dem bisherigen Rekordwert von 174,4 Millionen Übernachtungen für diesen Zeitraum aus 2024.

„Die Zahlen sind ein starkes Signal für die Attraktivität des Reiselandes Deutschland. Sie dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Betriebe unter enormem Druck stehen“, sagte Reinhard Meyer, Präsident des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) den FUCHSBRIEFEN. Steigenden Kosten, Personalmangel und ein wachsender Investitionsstau belasteten die Branche erheblich.

Fazit: Nicht alles in Deutschland läuft schlecht. Die Tourismusbranche konnte sich bislang von der schlechten Wirtschaftslage abkoppeln. Das stabilisiert die Konjunktur.
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