Unternehmen: DE-Risking verfehlt
Der Anspruch, die deutsche Importabhängigkeiten von China in strategisch sensiblen Bereichen zu verringern, wird verfehlt. Das zeigt sich fast drei Jahre nach Veröffentlichung der China-Strategie der Bundesregierung überdeutlich.
Die bittere Erkenntnis: Die Abhängigkeit ist teilweise sogar weiter gestiegen. Das hat die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (Potsdam) analysiert. Vor allem in den Bereichen Lithium-Ionen-Akkumulatoren, Photovoltaik-Module und sowie bei einzelnen kritischen Rohstoffen wie Magnesium, Gallium und Germanium wachsen die Abhängigkeiten. Auch bei pharmazeutischen Vorprodukten, insbesondere Antibiotika und Vitaminen, bleibt China extrem dominant.
Die Abhängigkeit von China wächst
- Lithium-Ionen-Akkumulatoren: Der chinesische Anteil am deutschen Import stieg von 49,7% im Jahr 2023 auf 66,5% im Jahr 2025.
- Solarpanels: Der chinesische Anteil legte bis 2025 noch einmal leicht auf 92,6% zu.
- Antibiotika: Anstieg von 65,3% auf 72,9%.
- Vitamine und Provitamine: Zunahme von 71,3% auf 81,6%.
- Gallium: Anstieg von 28,9% auf 47,4%. Auch bei Magnesium und Germanium nahm die Importabhängigkeit zu.
- Seltene Erden importierte Deutschland zwar mengenmäßig weniger. Der chinesische Anteil am Importwert stieg jedoch deutlich. Bei den für E-Motoren wichtigen Seltenen Erden Praseodym, Neodym und Samarium bleibt China der einzige Lieferant. Zugleich stieg die Importmenge hier von 3,1 t im Jahr 2023 auf 13,0 t im Jahr 2025.
Die Empfehlung der Stiftung: Deutschland sollte seine China-Risiken vor allem durch breitere Lieferketten, offene Märkte und neue Handelspartnerschaften reduzieren. Priorität haben sollten die rasche Nutzung neuer Handelsmöglichkeiten mit Mercosur, die zügige rechtliche Finalisierung, Unterzeichnung und Ratifizierung der ausverhandelten Abkommen mit Indien, Indonesien und Australien sowie die Beschleunigung der laufenden Verhandlungen mit Thailand, Malaysia und den Philippinen.