Unternehmen: Konjunktur belebt sich leicht
Die konjunkturelle Lage verbessert sich. Das ifo-Institut rechnet nun mit einem BIP-Wachstum von 1,4% im laufenden Jahr (+0,6 Prozentpunkte). Im kommenden Jahr sollen es 1,2% werden (+0,4 Prozentpunkte). Grund für diese sanfte Belebung sei eine stärkere Auslandsnachfrage, aber auch die horrende Neuverschuldung. Die Neuverschuldung wird 2026 voraussichtlich auf 4,6% des BIP. Das liegt satte 50% über dem Maastricht-Kriterium von 3% des BIP. Damit würde die Bruttoverschuldung auf 67,9% des BIP springen (Maastricht: 60%).
Das ifo-Institut erklärt: „Deutliche Impulse aus dem Ausland und die Mehrausgaben für Infrastruktur, Klima und Verteidigung in Deutschland verhindern stärkere Bremsspuren beim Wachstum durch den Energiepreisschock und das Niedrigwasser auf den Flüssen." Das sagt ifo-Konjunkturforscher Timo Wollmershäuser. Vor allem für die geplagte Industrie sehe Lichtblicke.
Maschinenbauer freuen sich über Export
Gute Nachrichten kommen vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Der Auftragseingang stieg im Juli um 2% (ggü Vj.). Verantwortlich für den Aufschwung war ein Wachstum der Auslandsnachfrage um 4%. Dagegen gingen die Aufträge im Inland um 3% zurück.
„In Deutschland wird unverändert viel zu wenig investiert. Auch deshalb, weil die Bundesregierung die angekündigten Reformen zur Stärkung des Standorts Deutschland bislang nicht konsequent umgesetzt hat“, kritisierte VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt. „Der Maschinenbau zeigt allerdings wieder einmal seine Stärke im Exportgeschäft. Die positive Entwicklung der Auslandsbestellungen spiegelt das zuletzt verbesserte Geschäftsklima wider und ist insgesamt ein erfreuliches Signal für unsere Branche.“
Starker Anstieg des Mittelstandsbarometers
Noch positiver fällt das KfW-Mittelstandsbarometer aus. Dies legte im August „ungewöhnlich stark“ um 4,5 Zähler auf -12,5 Punkte zu. Ähnlich gut war die Stimmung zuletzt vor einem Jahr. Das stärkste Plus verzeichnete ausgerechnet das Verarbeitende Gewerbe. Hier legte das Geschäftsklima bei den mittelständischen Unternehmen um 7,1 auf -10,1 Punkte zu. Im Großhandel kletterte es um 5,5 auf -13,6 Punkte. Auch die KfW-Volkswirte führten diese Entwicklung auf den kräftig steigenden Export und die „fiskalischen Impulse“ der Bundesregierung zurück.
Sorgenkind bleibt weiterhin der Einzelhandel, wo sich das Geschäftsklima marginal um 0,2 auf -19,6 Punkte aufhellte. Das Ifo-Institut kann den Einzelhändlern nur wenig Hoffnung auf baldige Besserung machen. Denn die Verbraucher werden weiterhin viel Geld für Energie ausgeben müssen und daher weniger für Konsum in der Tasche haben. „Die durch Heizöl und Kraftstoff getriebene Inflation wird im weiteren Prognoseverlauf voraussichtlich sinken. Allerdings dürften vor allem die Verbraucherpreise für Strom und Gas im Winter nochmals steigen“, sagte Wollmershäuser.