US-Markt stabilisiert Maschinenbau
Die USA haben sich trotz der protektionistischen Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump für den deutschen Anlagen- und Maschinenbau zum Stabilitätsanker entwickelt. „Von allen Absatzmärkten schätzen unsere Mitgliedsunternehmen laut aktueller VDMA-Konjunkturerhebung die USA am positivsten ein“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt den FUCHSBRIEFEN.
Inzwischen bezeichnen 39% der Anlagen und Maschinenbauer die Lage in Übersee als sehr gut oder gut ein. 28% erwarten sogar eine weitere Verbesserung und nur 6% eine Verschlechterung. Gernandt: „Besonders positiv ist die Einschätzung in den Bereichen Werkzeugmaschinen, Fördertechnik sowie Motoren und Systeme.“ Insgesamt rechnet der Branchenverband für das laufende Jahr aber trotz einer leicht Stimmungsaufhellung nicht mit einer Erholung. „Wir gehen davon aus, dass die reale Produktion 2026 zum Vorjahr nicht wächst“, so Gernandt.
Problem Irankrieg
Die Lage insgesamt könnte sich aber noch weiter verschlechtern. Der Iran-Krieg ist seit gestern wieder aufgeflammt und US-Präsident Donald Trump hat das Waffenstillstandsabkommen aufgekündigt. Die Blockade der Straße von Hormus und die Angriffe Teherans auf US-Basen haben bereits den Erdölpreis wieder steigen lassen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostet im wieder 76,09 US-Dollar und damit fast Prozent mehr als am Vortag. Bereits am Dienstag war der Brent-Preis um rund drei Prozent gestiegen.
Durch die Schließung der Straße von Hormus waren im Maschinen- und Anlagenbau erhebliche Lieferkettenprobleme entstanden. Betroffen sind insbesondere Metalle, Kunststoffe, Chemieprodukte und Elektronikkomponenten. Bei Letzteren meldet mehr als jedes fünfte Unternehmen merkliche oder gravierende Engpässe. Sollte es zu keinem Ende der Kriegshandlungen kommen, wird sich die Lage für die Unternehmen weiter verschärfen.
Deutschland bleibt das Sorgenkind
Unter den großen Märkten schneidet Deutschland in der Konjunkturumfrage am schlechtesten ab. 35% der Unternehmen bewerten die Lage hierzulande negativ. Deshalb wollen auch mehr Unternehmen Personal abbauen als einstellen, zumal die Kapazitätsauslastung trotz leichter Verbesserung weiterhin schwach ist. Als zentrale Probleme nennen die Unternehmen Investitionszurückhaltung, hohe Unsicherheit, steigende Kosten, Regulierung und zunehmenden internationalen Wettbewerbsdruck.