Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
293
Zinswende manifestiert sich

Notenbank spielt auf Zeit

Die Notenbank kann inzwischen nicht mehr lange auf Zeit spielen. Wer Kredit braucht, sollte sich diesen alsbald sichern.
Die Geldhüter der Europäischen Zentralbank (EZB) bereiten die Märkte weiter auf eine Normalisierung der Geldpolitik vor. Die jüngsten Äußerungen kommen von EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny. Der Österreicher meldete sich Ende Juli zu Wort und sprach sich für ein behutsames Herunterfahren der Anleihekäufe ab 2018 aus. Die Frage sei nicht, wann, sondern wie es weitergehe, so Nowtony. Damit reiht sich Nowotny hinter Bundesbankpräsident Jens Weidmann ein, der ebenfalls gefordert hat, dass die EZB den Fuß vom Gas nehmen solle. Die Notenbank kann darum inzwischen nicht mehr lange auf Zeit spielen (FB vom 10.07.). Ihr weiteres Vorgehen wird stark vom Konjunkturausblick für 2018 abhängen. Die ersten Projektionen dazu wird sie im Herbst vorlegen. Dann dürfte sie auch genauer erklären müssen, wie die Währungshüter den Einstieg in den Ausstieg gestalten wollen. Die Zinswende manifestiert sich an den Märkten ohnehin. Zwar ging es mit den Renditen der 10-jährigen deutschen Staatsanleihe wieder marginal nach unten auf 0,49%. Nach einer jahrelangen Abwärtsbewegung ist eine längere breitere Seitwärtsphase durchaus normal. Außerdem hat sich die Rendite sicher über 0,40% etabliert. Dafür entscheidend ist auch, dass die Konjunktur in der Eurozone stabil ist und dass die Inflationsraten anziehen. Für Deutschland lag die Rate der Geldentwertung im Juli bei 1,7%. Wer Kredit braucht, sollte sich diesen alsbald sichern. Zwar wird die EZB nicht über Nacht ihre Anleihekäufe beenden. Wahrscheinlicher ist eine Reduktion der monatlichen Ankäufe um 10 Mrd. Euro (derzeit 60 Mrd. Euro). Aber auch das wird sich unvermeidlich am Markt bemerkbar machen. Ein Blick über den Atlantik zeichnet dies vor. Als dort Mitte 2013 der Kurswechsel der Notenbank hin zum sogenannten Tapering Marktkonsens wurde, schossen die Anleiherenditen binnen vier Monaten von 1,6 auf 3% in die Höhe. Wir rechnen bis zum Herbst mit einer Rendite von 0,75%. Die 1 vor dem Komma für die deutsche zehnjährige Staatsanleihe ist am Horizont für 2018 sichtbar.

Fazit: Das Kreditumfeld ist noch günstig. Es ist aber klar absehbar, dass sich die Kreditkonditionen verteuern werden. Am kurzen Ende wird der Anstieg geringer sein als am langen Ende.

Meist gelesene Artikel
  • Wenn der Sonne über die Wald scheint

Entschuldigung, wir schreiben politisch nicht korrekt

Ralf Vielhaber, Chefredakteur FUCHSBRIEFE
Wie schreibt man einen politisch korrekten Fuchsbrief, ohne seine LeserInnen zu verletzen. Und 58 weitere Geschlechter noch dazu. Fuchsbriefe-Chefredakteur Ralf Vielhaber hat sich mit seinem Team dazu Gedanken gemacht. Und sie kommen zu einem überraschenden Ergebnis.
  • Beschäftigungsbonus nicht mit EU-Recht vereinbar

Beschäftigungsbonus kippt

Der von der Regierung beschlossene Beschäftigungsbonus kommt nicht. Das Finanzministerium hielt ihn nicht mit EU-Recht verineinbar.
  • Neuemission

IKB Weihnachtsanleihe 2017

Die IKB emittiert erneut eine Weihnachtsanleihe. Anleger tun mit ihrem Investment noch etwas Gutes.
Neueste Artikel
  • Käufer weichen in die zweite und dritte Reihe aus

Ungebremste Preisrally am Kunstmarkt

Am Kunstmarkt geht ein Rekordjahr zu Ende. Für 2018 stehen die Zeichen weiter auf starke Preissteigerungen. Kunst-Sammler und Investoren gehen darum immer weiter ins Risiko.
  • 23.700 Unfälle im Zusammenhang mit Leitern

Neue Leiternorm ab 2018

Ab dem 1. Januar 2018 tritt überarbeitete Leiter-Norm in Kraft, die Veränderungen betreffen hauptsächlich tragbare Anlageleitern mit einer Leiterlänge von über drei Metern.
  • Nur noch Schließen von Bitcoin-Positionen möglich

Bitcoin-Unruhe bei Brokern

Der Broker GKFX verkündete, dass ab sofort nur noch das Schließen von Bitcoin-Positionen möglich ist und keine neuen Käufe mehr.
Zum Seitenanfang