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Exportrückgang durch Produktionsverlagerung

Rückzug vom Standort D

Autoindustrie: Standort D immer unattraktiver Quelle: Pixabay
Die Exporte der Autoindustrie gehen zurück, parallel zur Produktion. Das hat verschiedene Ursachen. Mindestens eine davon muss der Politik Beine machen.
Deutschland hat ein Standortproblem. Das belegen u.a. die Exporte deutscher Autos. Sie gehen seit zwei Jahren recht stark zurück. Die Produktion sinkt parallel dazu. Das hat zwar mehrere verschiedene Ursachen. Ein zentraler Faktor für den Rückgang aber sind Produktionsverlagerungen in die Exportländer.

Verlagerung in die USA weit fortgeschritten

Am stärksten fortgeschritten sind die Produktionsverlagerungen in die USA. Den höchsten Export in die USA erreichte Deutschland 2013 mit über 655.000 Fahrzeugen. Im vorigen Jahr waren es nur noch etwa 420.000 Fahrzeuge. Das ist ein Rückgang um mehr als ein Drittel. Das zeigen uns vorläufige Daten des Autoverbands VDA.   

Exportwert in die USA seit 2015 um ein Viertel geschrumpft

Für Autos und Autoteile zusammen sank der Exportwert in die USA alleine zwischen 2015 und 2019 um fast 10 Mrd. USD auf aktuell 28,3 Mrd. USD, so das IfW. Die deutschen Autohersteller haben große Summen in Werke in den USA und Mexiko investiert, die den US-Markt bedienen und Exporte aus Deutschland ersetzen. Die großen Zulieferer folgten danach mit eigenen Werken.

SUV-Boom stärkt US-Werke

Der weltweite SUV-Boom stärkt die US-Werke. Sie wurden in den vergangenen Jahren stetig ausgebaut. Denn Mercedes und BMW produzieren bis auf wenige Ausnahmen ihre SUV-Baureihen in den USA und exportieren diese dann in die ganze Welt, auch nach Deutschland. In Deutschland werden Baureihen gefertigt, die geringere Zuwächse erzielen. Etwa Limousinen und Kombis. Neben den USA wurde auch an Standorten in Osteuropa (Slowenien, Tschechien und Ungarn) die Produktion stark gesteigert.

Abwendung vom Standort Deutschland

Gabriel Felbermayr, Chef des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel, sieht in den Produktionsrückgängen eine Abkehr vom Standort Deutschland. Denn die deutschen Hersteller erzielten 2019 weltweit gute Absatzzahlen. Dennoch sank die Produktion hierzulande. Lag sie im Mittel in den letzten Jahren bei etwa 470.000 Autos pro Monat, sank sie seit Anfang 2018 stetig auf etwa 390.000 im Mittel im Dezember 2019. Felbermayr sieht die verschlechterten Bedingungen in Deutschland als Ursache, etwa den Fachkräftemangel oder die unzureichende Infrastruktur.  

Umstellung auf E-Autos verstärkt den Rückgang

Allerdings hat in den beiden vergangenen Jahren ein Sondereffekt den Produktionsrückgang verstärkt: die Umstellung auf E-Autos. Viele deutsche Produktionsstandorte werden derzeit für die Herstellung von Hybriden und E-Autos umgerüstet, die Mitarbeiter erhalten Schulungen (FB vom 19.12.2019). Daher können sie ihre volle Kapazität nicht erreichen. In diesem und im kommenden Jahr wird sich die Produktion deutscher Werke wieder erholen. Die alten Produktionsrekorde können aber nur dann erreicht werden, wenn die Nachfrage nach Hybriden und E-Autos stark anzieht. 

Fazit: Die deutsche Autoindustrie verlagert ihre Produktion vermehrt in die Abnehmerländer, die Exporte sinken. Die Umstellung der Produktion vertieft die Flaute. Ob danach die alten Höchststände in der Produktion wieder erreicht werden, ist unsicher.
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