Süd-Länder mit Globalisierungs-Turbo
Die Globalisierung wird in den Industrieländern zurückgefahren, in den Ländern des globalen Südens aber weiter ausgebaut. Das zeigt eine Studie des Wirtschaftsprüfers Deloitte. Zentrale Faktoren in der Untersuchung waren die Handelsverbindungen und die finanzielle Integration (gemessen an den ausländischen Direktinvestitionen).
Die Erkenntnis: Weltweit hat die Integration 2025 spürbar abgenommen. Ursache ist der verringerte Handel, vor allem auch durch die US-Zölle. Auch die von westlichen Ländern angestrebte Entflechtung des Handels mit China spielt eine Rolle.
Industrieländer entflechten sich
Der Handel mit Gütern war weltweit 2025 rückläufig. Der Handel mit Dienstleistungen und die finanzielle Verflechtung stagnierte. Den größten Handelsrückgang verbuchen Japan (-0,7%), die USA (-0,5%) und Deutschland (-0,4%). Bei den Direktinvestitionen litt Deutschland mit -0,5% stärker, als andere Länder (Japan -0,5%; USA -0,3%; Frankreich -0,1%).
Die Länder des globalen Südens haben ihren weltweiten Handel dagegen deutlich gesteigert. China legte kräftig zu (+1,4%), Indien (+0,8%), die Vereinigten Arabischen Emirate, Indonesien und Vietnam handeln ebenfalls mehr. Bei den Investitionen legte China (+1%), vor Indien (+0,7%), Vietnam und Malaysia am stärksten zu.
EU hat zwei Schritte unternommen, um sich neu zu positionieren
Die EU versucht, den Binnenmarkt zu stärken. Die Güterexporte legten seit 2021 um +12% zu (also mehr als 3% p.a.). Die Service-Exporte kletterten sogar um +29%, die Investitionen +5%. Gestützt wird das durch neue Handelsabkommen. Das 2024 mit Neuseeland geschlossene Abkommen hat zu einem starken Handelszuwachs zwischen den Partnern geführt. Ähnlich könnte das mit dem Mercosur- und dem Indien-Abkommen werden. Mit Australien könnte demnächst ebenfalls ein Abkommen geschlossen werden.