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Unternehmen: Abhängigkeit von US-Technologie ist ein unterschätztes Risiko

Versteckte Technologie-Risiken für Unternehmen

Unternehmen sollten ihre Abhängigkeit von US-Techlösungen kritisch hinterfragen. Besonders in sensiblen Bereichen wie Cloud-Infrastruktur und KI besteht eine hohe Abhängigkeit von US-Anbietern. Dies birgt rechtliche und wirtschaftliche Unsicherheiten.

Unternehmen sollten neben ihrer chinesischen auch ihre Abhängigkeit von US-Techlösungen kritisch hinterfragen. Denn auch die ist hoch und ein vielfach unterschätztes betriebliches Risiko. Zu dieser Einschätzung kommen Tech-Experten. Software wie Microsoft Teams, Office 365, die Suchmaschine von Google oder Smartphones von Apple gehören längst zum unternehmerischen Alltag und sind tief in unsere digitale Infrastruktur eingebettet. Die politischen Risiken und mögliche wirtschaftliche Folgen werden aber nur selten hinterfragt.

Besonders sensibel sind Bereiche wie Cloud-Infrastruktur, Künstliche Intelligenz (KI), Chips und Kommunikationssysteme. Die größten Cloud-Anbieter wie Amazon, Microsoft und Google sind US-amerikanisch. Darasu folgt eine technische Abhängigkeit. Aber auch rechtliche Unsicherheiten sollten im Blick sein, etwa durch den amerikanischen Cloud Act. Der erlaubt staatlichen Zugriff auf Daten, selbst wenn diese in der EU gespeichert sind.

Schlummerndes Geschäftsrisiko in Unternehmen

In Europas Unternehmen schlummert ein stilles Geschäftsrisiko. Denn die Abhängigkeit europäischer Unternehmen von nicht-europäischen Technologien macht sie auf vielfältige Weise anfällig für geopolitische Verwerfungen. Insbesondere die USA verfolgen ihre Interessen zunehmend kompromisslos. Handelsrestriktionen, Exportverbote oder offener staatlicher Druck auf Tech-Konzerne sind keine Ausnahme mehr, sondern ein strategisches Mittel. Die EU hält dagegen, kündigt strengere Regulierung und digitale Steuern an. Auch chinesische Technologie könnte von staatlichen Maßnahmen betroffen sein, falls es zu weiteren Auseinandersetzungen zwischen Washington und Peking kommt.

Heute mag es undenkbar erscheinen, dass sich die USA und Europa auf technologischem Gebiet zerstreiten. Sicher ausgeschlossen werden kann das aber nicht. Das bedeutet: Unternehmen, die heute auf Technologien setzen, die morgen zum Spielball politischer Auseinandersetzungen werden können, riskieren rechtliche und wirtschaftliche Unsicherheiten bis hin zu Störungen im operativen Geschäft. 

Risiken kennen, Alternativen im Blick haben

Die Frage ist nicht mehr, ob diese Risiken real sind, sondern nur, wie Unternehmen mit ihnen umgehen. Darum sollten sie ihre Tech-Risken und -abhängigkeiten regelmäßig vor dem Hintergrund der geopolitischen Entwicklung prüfen. Es lohnt sich, die europäischen Alternativen zumindest zu kennen. Es gibt Nokia im Mobilfunk, Ecosia als Suchmaschine, oder europäische Cloud- und KI-Anbieter wie Nextcloud, IONOS oder Aleph Alpha. Diese Lösungen sind nicht in jedem Fall technologisch oder wirtschaftlich gleichauf mit den Marktführern. Entscheidend ist aber, dass Unternehmen einen strategischen Blick auf die Risiken und Alternativen in "der Schublade" haben. 

Fazit: Europäische Unternehmen und Tech-Systeme sind nicht nur von chinesischen Anbietern abhängig (Stichwort PV-Anlagen, Mobilfunk), sondern auch von US-Konzernen. Unternehmen sollten sensibel für beides Seiten der Risiken sein. Firmen müssen natürlich nicht europäisch autark werden. Aber sie sollten sich ihrer technologischen Abhängigkeiten bewusst sein und Notfallpläne haben. 
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