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Währungen aus Asien (ex. Japan)

In Ostasien drücken vor allem politische Einflüsse immer wieder den Wirtschaftsausblick. Das spiegelt sich in den Wechselkurserwartungen. Ein Land hat aber offenbar die Kurve gekriegt.

Erholung bereits erkennbar

Die Erholung der indischen Wirtschaft nimmt Gestalt an. Zwar war das Wachstum mit 5,7% im 2. Quartal überraschend schwach. Jedoch erwarteten die Währungshüter der Notenbank RBI in ihrer Projektion für das Gesamtjahr eine schnelle Erholung. Und die tritt jetzt ein. Die Industrieproduktion legte zuletzt wieder zu. Per Juli zeigte sich ein Plus von 1,2% zum Vorjahr nach -0,1% im Juni. Damit bestätigte sich der Einkaufsmanager-Index für die verarbeitende Industrie. Er war zuvor schon von 47,9 Punkte auf 51,2 Punkte wieder über die Expansionsschwelle gestiegen. Der Dienstleistungssektor ist zwar noch nicht so weit. Der Einkaufsmanager-Index ist „nur“ von 45,9 auf 47,5 Punkte gestiegen und liegt damit noch unterhalb der Expansionsschwelle von 50. Er bewegt sich aber auch in die richtige Richtung. Die wieder anziehende Inflation bestätigt ebenfalls die RBI-Projektion, die nur einen kurzen Ausflug der Inflationsraten unter den Toleranzbereich (2% bis 6%) erwartet hatte (Juni 1,5%). Per August lag sie mit 3,4% schon nah zum Zielwert 4% nach 2,4% im Juli. Auch das deutet darauf hin, dass die Unruhen um den Bargeldumtausch bald vergessen und die positiven Effekte der Steuerreform voll wirksam werden.

Fazit: Mit dem erkennbar positiven Trend dürfte sich auch die Rupie fangen und auf längere Sicht wieder zulegen.

Glitzernde Fassade

Auf den ersten Blick bietet Malaysia aus westlicher Sicht attraktive Perspektiven als Absatzmarkt, Ziel für Direktinvestitionen oder Portfolioanlagen. Motor des Wachstums ist eindeutig die Konsumnachfrage. Die Investitionen und der Außenbeitrag sind eher schwach. Der leichte Überschuss der Leistungsbilanz weist ebenso auf stabile Verhältnisse hin wie die zuletzt mit 3,2% überschaubare Inflation. Indes deuten Daten der ADB auf eine schwache, unterdurchschnittliche Wettbewerbsposition Malaysias. Diese Schwäche strahlt auch auf die Investitionen aus. Sie wuchsen mit rund 4% deutlich langsamer als das BIP. Maßgeblich waren rückläufige Investitionen des Staats und schwache Anlageinvestitionen der Unternehmen. Das Vertrauen in die Zukunft scheint nicht allzu ausgeprägt. Eine Ursache für dieses Misstrauen ist die notorische Korruption von Regierungschef Najib Razak, die schleichend sämtliche Institutionen aushöhlt, vor allem die gegängelte Justiz. 

Fazit: Der momentan starke Wachstumstrend dürfte sich bald abschwächen und damit den Ringgit belasten. Hinzu kommen politische Risiken.

Der Tourismus legt zu

Das Wachstum Thailands zog im 2. Quartal leicht auf 3,7% an. 3,3% waren es im 1. Quartal. Wichtigstes Zugpferd war die Landwirtschaft. Sie profitierte von günstiger Witterung. Beigetragen hat auch eine Erholung des Tourismus. Er erholt sich offenbar von den Spannungen nach den Anschlägen vom letzten Jahr. Die verarbeitende Industrie kam dagegen kaum voran (etwa 1%). Das bremste auch die Investitionen. Sie legten nur um 0,4% zu. Hier kommt die Belastung der Stimmung durch die Militärdiktatur zum Tragen. Eine nachvollziehbare Wirtschaftspolitik ist nicht zu erkennen. Und auch keine Anstalten, zu einer zivilen Regierung zurückzukehren. Das schafft politische Unsicherheiten, die die Konjunktur belasten. Entsprechend der schwachen Dynamik der Nachfrage bleibt auch die Inflation unter der Toleranzgrenze. Zuletzt betrug sie knapp 0,5% (Ziel 2,5%). Das schafft Raum für eine lockere Geldpolitik.

Fazit: Die politischen Risiken und die schwache Zinsperspektive belasten den Baht.

Inflation schwächt den Dong

Die Inflation zieht an in Vietnam. Der kontinuierliche Anstieg der Monatsraten mit zuletzt 0,9% droht die Inflation wieder deutlich nach oben zu hieven. Das erste Halbjahr ergab nach Angaben der Staatsbank für sich bereits 4,7%. Das kommt aufs Jahr hochgerechnet schon bedenklich nahe an den zweistelligen Bereich. Die Währungshüter senkten dennoch im Juli ihre Zinsen um 25 Basispunkte. Und das, obwohl das Wachstum mit rund 5,7% (zum Vorjahr) bereits beachtlich ist. Die Währung wird durch diese Maßnahmen geschwächt.

Fazit: Wir erwarten einen nachgebenden Dong.

Im Schatten der Raketen

Koreas Wirtschaft und der Won werden durch die Spannungen mit Nordkorea belastet. Dennoch dürfte der Wachstumstrend bei 2,6% bis 2,9% für 2017/18 erhalten bleiben. Wichtigster Impulsgeber ist die private Nachfrage. Sowohl die Investitionen als auch der Konsum treiben an. Die Exporte bleiben demgegenüber zurück. Gestützt wird die Binnennachfrage durch niedrige Zinsen. Dahinter steht eine schwache Inflation, auch wenn momentan mit 2,7% das Ziel (2%) überschritten ist. Dies ist jedoch wohl auf einen vorübergehenden Basiseffekt zurückzuführen.

Fazit: Der Won wird unter diesen Bedingungen eher schwach bleiben und weiter nachgeben. 

6-Monats-Übersicht zu ausgewählten Währungen aus Asien

LandWährung/ZinsAktueller KursAusblick 3 MonateAusblick 6 MonatePrognose-sicherheit
Indien INR 76,38 75,85 75,25 neutral
3m-Zins 6,1 6,2 5,8
Südkorea KRW 1.348 1.350 1.350 neutral
3m-Zins 1,38 1,40 1,40
Malaysia MYR 5,00 5,05 5,05 neutral
3m-Zins 3,39 3,39 3,39
Thailand
THB 39,35 39,45 39,52 neutral
3m-Zins 1,58 1,51 1,30
Vietnam
VND 27.082 27.300 27.400 neutral
3m-Zins 3,64 3,85 3,85

 

  • INR: Die Erholung Indiens läuft an.

  • KRW: Die politischen Risiken belasten den Won.

  • MYR: Die politischen Risiken belastet den Ringgit.

  • THB: Thailand bleibt unter seinen Möglichkeiten, was den Baht schwächt.

  • VND: Der Dong wird weiter leicht nachgeben.

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