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Emerging Markets ziehen Goldreserven aus den USA ab

Zweifel an der Stabilität der USA wachsen

Übereinandergestapelte Goldbarren © Filograph / Getty Images / iStock
Mit Blick auf die USA werden einige Länder nervös. Die Zweifel an der wirtschaftlichen und finanziellen Solidität wachsen - vor allem in einigen Emerging Markets. Hinzu kommen Bedenken hinsichtlich der Rechtstreue der USA. DAs hat zu beachtlichen Bewegungen am Goldmarkt geführt. Etliche Länder ziehen Goldreserven aus den USA ab. FUCHSBRIEFE analysieren, was dahinter steckt.

Der Status der USA als unfehlbarer Finanzmarkt-Akteur und sicherer Gläubiger bekommt Kratzer. Der schon hohe (122,2% des BIP per Ende 2023) und weiter schnell wachsende US-Schuldenberg wird von einer zunehmenden Zahl von Akteuren als Risiko wahrgenommen. 

Zweifel an der Solidität der USA

Die sprießenden Zweifel an der Solidität und Verlässlichkeit der USA haben zu einer beachtlichen Bewegung am Goldmarkt geführt. Zahlreiche Länder haben in den vergangenen Monaten Goldreserven aus den USA abgezogen. Seit Anfang 2024 haben Ägypten, Südafrika, Nigeria, Ghana, Kamerun, Senegal, Algerien und Saudi-Arabien beschlossen, Goldreserven aus den USA abzuziehen und an anderen Orten einzulagern. Deutschland lagert von seinen insgesamt 3.358 Tonnen Gold etwa die Hälfte in Frankfurt. Insgesamt 1.236 Tonnen Gold lagern in den USA und 412 in UK (Zahlen von 2022).

Der Gold-Abzug aus den USA ist keine zufällige Ballung von Einzelfällen. Immerhin sind die größten Volkswirtschaften Afrikas und des Nahen Ostens unter diesen Ländern zu finden. Beobachter meinen deswegen, dass es sich um koordinierte Bemühungen der Länder handelt, wirtschaftliche und finanzielle Risiken in den USA zu reduzieren.

Zweifel an Rechtstreue der USA

Die kolportierten Befürchten sind, dass den USA die Schuldenentwicklung über den Kopf wachsen könnte (FUCHS-Devisen vom 7.7.23). Eine Verlangsamung des Anstiegs oder gar Rückführung der Schulden ist nicht in Sicht. Das US-Finanzministerium rechnet selbst damit, dass die US-Schulden in den nächsten Jahren weiter steigen werden. Zugleich besteht das virulente Risiko, dass die US-Notenbank Fed die Leitzinsen kaum senken kann, vielleicht sogar mit der steigenden Kerninflation weiter anheben muss.

In etlichen aufstrebenden Volkswirtschaften wachsen aber auch die Zweifel an der Rechtstreue der USA. Viele dieser Länder, die weiterhin gute Beziehungen zu Russland haben und den Ukraine-Konflikt differenzierter betrachten, sind von den Enteignungs-Debatten in den USA und Europa mit Blick auf eingefrorene russische Vermögenswerte aufgeschreckt.

Wie sicher sind Dollar und Gold in den USA noch?

Entgleitet der US-Notenbank die Kontrolle, ist ein brutaler Zinssprung zu erwarten. Der Chef von JP Morgan, Jamie Dimon, fürchtet bereits einen Anstieg der US-Zinsen auf über 7%, weil Anleihegläubiger höhere Risikoprämien verlangen könnten. Der Zins würde auch dann schnell ansteigen, wenn China als einer der größten Gläubiger der USA deren Treasuries auf den Markt wirft.

Das würde auch den US-Dollar in Mitleidenschaft ziehen und eine weltweite Finanz- und Schuldenkrise auslösen. Im schlimmsten Fall könnte die auch den Dollar zu Fall bringen. Dann wäre Gold eine Vermögensabsicherung, die aber keine Wirkung hätte, wenn sie dem eigenen Zugriff entzogen ist und in den Schatzkellern der Fed liegt. 

Südländer bauen an eigenen Systemen 

Die Befürchtungen gegenüber der US-Finanzstabilität wachsen seit Jahren. Vor diesem Hintergrund sind auch die Bemühungen der Südländer zu sehen, eine eigene Währung zu etablieren, die goldgedeckt ist und auf der Blockchain verwaltet wird. Dazu passt auch, dass Länder wie Russland und China an einem eigene SWIFT-System arbeiten und die BRICS-Länder eine eigene Rohstoffbörse aufbauen wollen. Parallel dazu bauen die Zentralbanken vieler Emerging Markets seit Jahren kontinuierlich Gold-Reserven auf.

Fazit: Das Misstrauen und die Vorsicht gegenüber den USA wächst. Die Skepsis bezieht sich sowohl auf die wirtschaftliche Entwicklung als auch auf die Finanzstabilität und Rechtssicherheit. Gewiss werden von den Akteuren Extrem-Szenarien gedacht, deren Eintritt mittelfristig unwahrscheinlich ist. Die negativen Folgen wären aber so erheblich, dass der Risikoausschluss und Sicherstellung der eigenen Zugriffs- und Kontrollmöglichkeiten priorisiert werden.
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