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Autoindustrie muss E-Auto-Anteil erhöhen

Flottengrenzwerte durch mehr E-Autos und Pooling erreichbar

Die Autoindustrie kann die Flottengrenzwerte der EU wohl einhalten. Dafür muss sie den Anteil der E-Autos an den gesamten Verkäufen erhöhen. Hinzu kommt für einige Hersteller das Pooling mit anderen Produzenten, die unter den Grenzwerten liegen.

Die Autoindustrie kann die EU-Flottenziele erreichen, ohne Strafen an die EU-Kommission zahlen zu müssen. Das zeigt eine Studie der Verkehrswende-Organisation ICCT. Zwar hat die ICCT (vor Jahren bekannt geworden, weil sie den VW-Dieselskandal aufdeckte), einen klaren pro-E-Auto-Standpunkt. Sie ist damit nicht neutral. Aber sie hat ein gutes Argument auf ihrer Seite: Der Marktanteil des E-Autos muss für die Zielerreichung ähnlich stark gesteigert werden, wie es der Autoindustrie zwischen 2020 und 2021 (der letzten Verschärfung der Flottengrenzwerte) schon einmal gelungen ist. Damals gab es viel weniger E-Auto-Modelle, die zudem weniger attraktiv waren. Und es gab wesentlich weniger Ladesäulen. Die Bedingungen sind 2025 also besser.

Weit weg von den Zielen

Die Autohersteller sind derzeit unterschiedlich weit weg von den Emissionszielen. VW und Ford liegen um 21% darüber, Mercedes um 17%, Hyundai, Renault und Toyota um jeweils 14%. Einige Hersteller, müssen die Anteile ihrer E-Autos nur noch wenig erhöhen. Etwa BMW, Kia oder Stellantis um jeweils acht Prozentpunkte. Bei Mercedes sind elf Prozentpunkte mehr E-Autos nötig, bei VW 17 Prozentpunkte. 

Jene, die weit davon entfernt sind, können laut EU-Verordnung Pools mit anderen Herstellern bilden, denen es gelingt, die Grenzwerte zu unterschreiten. VW müsste mit Tesla und Mercedes mit Stellantis nur noch jeweils neun Prozentpunkte mehr E-Autos verkaufen, Ford mit Volvo nur vier Prozentpunkte mehr. Jene Hersteller, die unter den Grenzwerten liegen, verlangen für das Pooling Geld von denen, die darüber liegen. Es geht dabei um einige hundert Mio. Euro pro Hersteller. Eine weitere Möglichkeiten, die EU-Flottengrenzwerte einzuhalten ist es, mehr Hybride zu verkaufen.  

Interesse der Kunden an E-Autos ist hoch

Die Kunden sind angeblich bereit, mehr E-Autos zu kaufen. Das behauptet zumindest eine Studie des Unternehmensberaters EY. Von jenen in Deutschland, die in den kommenden 24 Monaten ein Auto kaufen wollen, können sich 26% vorstellen, ein E-Auto zu kaufen. Im September waren erst 16% der Neuzulassungen E-Autos. In Italien können sich 22% der Kaufinteressierten ein E-Auto vorstellen, in Frankreich 19%, in Spanien 16%. Das Interesse in diesen Ländern ist damit größer als der Marktanteil der E-Autos. Wenn die Autoindustrie günstige E-Autos anbietet, wird sie auch deren Marktanteile steigern können.Aber: "Vorstellen" kann man sich viel … Der Weg zum tatsächlichen Kauf ist dann immer noch weit.

Die europäischen Autohersteller können die Grenzwerte zwar einhalten. Aber ihre Gewinne werden dafür weiter sinken. Sie müssen E-Autos und Hybride billiger machen, um die Verkäufe zu steigern. Das ist der Hintergrund für die Preissenkungen vieler Autohersteller in den letzten Wochen – bei Peugeot e-3008, e-208, e-2008, E-308, Renault Megane E-Tech, Smart und VW  ID.3, der in der Basisversion mit einem Rabatt knapp unter 30.000 Euro kostet. Für einige Anbieter – VW, Ford, Mercedes u.a. – kommen die Kosten des Poolings hinzu. Das wird an anderer Stelle kompensiert werden müssen: durch Arbeitsplatzabbau, Betriebsschließungen etc.

Fazit: Die Autoindustrie kann die neuen EU-Flottengrenzwerte einhalten – zum Preis weiter sinkender Gewinne. Denn die Preissenkungen sind so stark, dass sie auch mittelfristig nicht durch Kostensenkungen aufgeholt werden können. es braucht kostengünstigere Modelle in Verbindung mit höherem Absatz. das ist theoretisch ab 2026 erreichbar.
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