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Unternehmen hoffen auf Handels-Aufschwung

Freihandelsabkommen kompensieren Export-Verluste

Die Freihandelsabkommen bringen kaum neue Wachstumsimpulse. Aber sie erfüllen eine andere zentrale Aufgabe. Sie federn die Verluste in den großen Märkten USA und China ab. Darum hoffen Unternehmen auf weitere Abkommen der EU. Über den zunehmenden Protektionsimus wird auch auf der aktuellen WTO-Konferenz in Kamerun diskutiert.

Die Freihandelsabkommen der EU helfen Unternehmen, die Verluste aus großen wegbrechenden Märkten wie den USA und China abzufedern. Neue zusätzlichen Wachstumsimpulse gehen mit den Abkommen (zuletzt Australien, Mercosur) kaum noch einher. 

Freihandelsabkommen federn wegbrechende Märkte ab

Das ist die Einschätzung vieler deutscher Unternehmen, wie jetzt die DIHK-Umfrage „Going International 2026“ zeigt. Danach sehen die befragten Unternehmen vor allem in den Mercosur-Staaten (Brasilien, Argentinien, Paraguay, Uruguay und Bolivien), Indien, der Asien-/Pazifikregion, wo eine Vereinbarung mit Indonesien ansteht, sowie Kanada jetzt gute Wachstumschancen.  

Zu schaffen machen der deutschen Exportwirtschaft vor allem höhere Zölle. Das gaben zwei Drittel der befragten Unternehmen an. Aber auch steigende lokale Zertifizierungsvorschriften, verstärkte Sicherheitsanforderungen oder Exportkontrollen belasten die Unternehmen. Kritisch werden zudem Regulierungen im EU-Binnenmarkt beurteilt, die für vielen Unternehmen wie ein Bremsklotz wirken. Beispiele hierfür sind hier die Sorgfalts- und Berichterstattungspflichten in Lieferketten, Auflagen der Verpackungsrichtlinie oder der EU-CO2-Grenzausgleich.         

WTO tagt in Kamerun

Der weltweit fortschreitende Protektionismus ist auch Thema auf der laufenden WTO-Ministerkonferenz in Kameruns Hauptstadt Yaoundé. „Die erheblichen Herausforderungen im globalen Handelssystem müssen in der WTO offen angegangen werden. Wir brauchen ehrliche Gespräche zu Handelsungleichgewichten, Fairness und der Arbeitsweise der WTO. Weitere Blockaden kann sich die WTO nicht leisten“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Thomas Steffen.

Die WTO-Prognose für das Welthandelsvolumen für das Jahr 2026 wurde erheblich auf nur noch 0,5% gesenkt. Im Jahr 2025 hatte der Handel noch überraschend stark (+2,4%) zugelegt. 2026 wird ein Wachstum mit Dienstleistungen in der Höhe von 4,4% erwartet, 0,2% niedriger als ein Jahr zuvor.

Deutschland braucht offene Märke

Deutschland ist als exportorientierte und rohstoffarme Volkswirtschaft in besonderem Maße auf offene und regelgebundene internationale Märkte angewiesen. Wir belegen weltweit Platz 3 bei den Exporten von Waren und Dienstleistungen. Das multilaterale Handelssystem mit der WTO im Zentrum ist weiterhin wichtige Grundlage für den Welthandel und den Außenhandel der EU. Die WTO regelt und liberalisiert den globalen Handel. Sie überwacht Handelsabkommen, baut Zölle ab und schlichtet Streitigkeiten zwischen Mitgliedsstaaten, um faire, transparente Rahmenbedingungen zu schaffen.

Fazit: Angesichts der zunehmenden Fragmentierung der Exportmärkte sind Freihandelsabkommen für deutsche Unternehmen zentral. Das Handelsabkommen mit Indonesien, über das derzeit verhandelt wird, könnte neue kräftige Impulse setzen.
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