antea brilliert, Genève dominiert, BTG verteidigt die Spitze und Kraichgau überrascht
Vier Projekte, ein gemeinsames Muster
Die aktuelle Berichtswoche gehört gemäß den Daten von Infront zu den aufschlussreichsten des bisherigen Wettbewerbsjahres. Obwohl die Märkte in vielen Segmenten unter Druck standen, gelang es mehreren Vermögensverwaltern, ihre Portfolios erfolgreich durch das schwierige Umfeld zu steuern. Die Auswertung der Projekte 5, 7, 8 und 9 zeigt dabei ein bemerkenswert einheitliches Bild. Die überzeugendsten Ergebnisse entstanden dort, wo Risiken konsequent kontrolliert, Verluste früh begrenzt und strategische Entscheidungen diszipliniert umgesetzt wurden.
Für Anleger ist das eine wichtige Erkenntnis. Denn langfristiger Anlageerfolg entsteht selten durch spektakuläre Einzelwetten. Entscheidend ist vielmehr die Fähigkeit, größere Rückschläge zu vermeiden und gleichzeitig an positiven Marktbewegungen teilzuhaben. Genau diese Fähigkeit trennt in der aktuellen Woche die Spitzenreiter vom Rest des Feldes.
Risikokontrolle schlägt Markthektik
Bemerkenswert ist dabei vor allem, dass hohe Handelsaktivität in keinem der Wettbewerbe als Erfolgsfaktor identifiziert werden konnte. Im Gegenteil: Mehrfach gehörten gerade jene Teilnehmer zu den Wochengewinnern, die ihre Portfolios kaum oder gar nicht veränderten.
Die aktuelle Auswertung bestätigt damit eine klassische Börsenweisheit. Nicht die Anzahl der Entscheidungen bestimmt den Anlageerfolg, sondern deren Qualität. Wer Risiken kontrolliert und eine robuste Strategie verfolgt, kann selbst in schwierigen Marktphasen stabile Ergebnisse erzielen.
Projekt 5: antea und Geneon setzen die stärksten Akzente
Im Performance-Projekt 5 bleibt das Benchmarkdepot mit einem Vermögen von 1.741.344 Euro weiterhin die Referenzgröße beim Gesamtvermögen. Dahinter folgen die Steiermärkische Bank und Sparkassen AG mit 1.643.803 Euro, die Zürcher Kantonalbank Österreich AG mit 1.639.752 Euro sowie Hansen & Heinrich AG mit 1.625.642 Euro. Die Rangfolge an der Spitze bleibt damit weitgehend unverändert.
Bei der aktuellen Wochenentwicklung ergibt sich jedoch ein anderes Bild. Das Benchmarkdepot verlor 6.611 Euro beziehungsweise rund 0,38 Prozent seines Vermögens. Mehrere aktive Fondsmanager konnten diese Entwicklung deutlich übertreffen und ihren Anlegern trotz schwieriger Märkte einen Mehrwert liefern.
Die großen Gewinner der Fondswoche
Den stärksten Vermögenszuwachs erzielt antea Vermögensverwaltung mit plus 13.199 Euro. Dahinter folgt Geneon Vermögensmanagement mit einem Plus von 11.719 Euro. Beide Häuser sind die einzigen Teilnehmer, die einen fünfstelligen Vermögenszuwachs erreichen.
Noch beeindruckender wird diese Leistung beim Blick auf das Risiko. antea reduzierte seinen Max Drawdown von 3,69 auf 2,37 Prozent und verbesserte sich damit um 1,32 Prozentpunkte. Geneon senkte seinen Drawdown von 4,19 auf 3,02 Prozent. Beide Häuser steigerten also nicht nur ihr Vermögen, sondern verbesserten gleichzeitig ihre Risikostruktur deutlich.
ODDO BHF überzeugt mit Stabilität
Auch ODDO BHF gehört zu den Gewinnern der Woche. Das Haus erhöhte sein Vermögen um 2.312 Euro und reduzierte den Max Drawdown gleichzeitig von 2,22 auf 1,99 Prozent. Damit gelingt ebenfalls die seltene Kombination aus Vermögensaufbau und sinkendem Risiko.
Zusammen mit Raiffeisen Capital Management, Pictet Asset Management, avesco Sustainable Finance und der Volksbank Kur- und Rheinpfalz gehört ODDO BHF zu jener Gruppe von Teilnehmern, die Rendite und Risikomanagement erfolgreich miteinander verbinden konnten. Für langfristige Anleger sind genau solche Entwicklungen besonders interessant.
Projekt 7: BTG Pactual behauptet seine Vormachtstellung
Im Private-Banking-Projekt 7 bleibt BTG Pactual Europe mit 4.026.487 Euro Depotvermögen die klare Nummer eins des Wettbewerbs. Der Abstand zum Benchmarkdepot beträgt rund 1,59 Millionen Euro. Dahinter folgen Minveo AG mit 3.137.616 Euro sowie DRH Vermögensverwaltung mit 3.131.055 Euro.
Das Benchmarkdepot erreicht 2.435.746 Euro und platziert sich damit im Mittelfeld des Teilnehmerfeldes. Dennoch zeigt die reine Vermögenshöhe nur einen Teil der Geschichte. Die Wochenentwicklung liefert wesentlich spannendere Erkenntnisse.
Verlustbegrenzung wird zur Königsdisziplin
Die beste Wochenleistung erzielt FV Frankfurter Vermögen. Das Haus verliert lediglich 116 Euro und bewegt sich damit praktisch seitwärts. In einer insgesamt schwachen Börsenwoche entspricht dies einem Spitzenergebnis.
Auch Lungershausen Eggensperger Enzler & Partner sowie GSAM + Spee Asset Management begrenzen ihre Verluste deutlich besser als die Mehrheit der Wettbewerber. Das Benchmarkdepot verliert 20.229 Euro und schneidet damit besser ab als 33 der insgesamt 44 Teilnehmer.
DRH und FV dominieren beim Risiko
Besonders eindrucksvoll präsentieren sich die Risikokennzahlen. FV Frankfurter Vermögen und DRH Vermögensverwaltung weisen jeweils einen Max Drawdown von 0,00 Prozent aus und führen damit das gesamte Risikoranking an.
Bemerkenswert bleibt dabei, dass beide Häuser gleichzeitig hohe Depotvermögen aufgebaut haben. Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass erfolgreiche Vermögensverwaltung nicht zwingend mit höheren Risiken verbunden sein muss. Vielmehr scheinen gerade die diszipliniertesten Strategien derzeit die größten Vorteile zu besitzen.
Wenig Handel, starke Ergebnisse
Die Handelsdaten liefern ein weiteres interessantes Signal. Nur vier der 44 Teilnehmer führten überhaupt Transaktionen durch. Die Handelsquote lag damit bei lediglich rund neun Prozent.
Noch bemerkenswerter ist, dass die erfolgreichsten Vermögensverwalter der Woche überwiegend keine Handelsaktivitäten zeigten. FV Frankfurter Vermögen, DRH sowie Lungershausen Eggensperger Enzler erzielten starke Ergebnisse, ohne durch größere Umschichtungen aufzufallen.
Projekt 8: Genève Invest bleibt das Maß aller Dinge
Im Performance-Projekt 8 setzt Genève Invest seine beeindruckende Erfolgsserie fort. Mit einem Vermögen von 1.657.022 Euro bleibt das Institut klarer Spitzenreiter des Wettbewerbs.
Auf den weiteren Plätzen folgen FV Frankfurter Vermögen mit 1.604.826 Euro, Hansen & Heinrich mit 1.579.334 Euro sowie FRÜH & PARTNER mit 1.513.070 Euro. Das Benchmarkdepot erreicht aktuell 1.477.038 Euro und wird damit von vier Teilnehmern übertroffen.
Die Spitzengruppe baut ihren Vorsprung aus
Die aktuelle Wochenentwicklung bestätigt die Stärke der Führungsgruppe. FV Frankfurter Vermögen erzielt mit einem Zuwachs von 6.155 Euro die höchste Wochenperformance des Projekts. FRÜH & PARTNER und Genève Invest bauten ihre Vermögen ebenfalls weiter aus und bestätigen damit ihre starke Position.
Auch das Benchmarkdepot entwickelt sich positiv und steigert sein Vermögen um 1.393 Euro. Dennoch bauen die vier Spitzenreiter ihren Vorsprung gegenüber der Referenzstrategie weiter aus und festigen ihre Positionen an der Tabellenspitze.
FV liefert das stärkste Gesamtpaket
Besonders überzeugend präsentiert sich FV Frankfurter Vermögen. Rang zwei beim Vermögen, Rang eins bei der Wochenentwicklung und ein Max Drawdown von null Prozent ergeben das stärkste Risiko-Rendite-Profil des Wettbewerbs.
Auch das Benchmarkdepot bleibt ein Stabilitätsanker. Mit einem Max Drawdown von lediglich 0,23 Prozent gehört die Referenzstrategie zu den risikoärmsten Ansätzen des gesamten Feldes. Die Kombination aus positiver Vermögensentwicklung und minimalem Rückschlagrisiko unterstreicht die Qualität der Benchmark.
Projekt 9: Die Überraschung kommt aus der zweiten Reihe
Im Performance-Projekt 9 verteidigt die Bank für Tirol und Vorarlberg mit 6.116.149 Euro ihre Spitzenposition beim Vermögen. Dahinter folgen die Liechtensteinische Landesbank mit 5.823.814 Euro sowie Deka Vermögensmanagement mit 5.794.869 Euro. Das Benchmarkdepot liegt mit 5.775.616 Euro auf Rang vier.
Doch die eigentliche Geschichte der Woche wird nicht von den Vermögensführern geschrieben. Vielmehr rücken zwei Häuser in den Mittelpunkt, die sich in der aktuellen Marktphase besonders robust präsentieren.
Kraichgau und DRH setzen die Ausrufezeichen
Die Family Office Volksbank Kraichgau erzielt mit einem Vermögenszuwachs von 10.578 Euro das beste Wochenresultat des gesamten Teilnehmerfeldes. Auf Rang zwei folgt DRH Vermögensverwaltung mit einem Plus von 9.342 Euro.
Beide Häuser sind die einzigen Teilnehmer, die in der Berichtswoche überhaupt einen Vermögenszuwachs erreichen. Während nahezu das gesamte Wettbewerbsfeld Verluste hinnehmen muss, gelingt ihnen sogar ein Ausbau des Depotwertes.
Niedrige Drawdowns als Erfolgsrezept
Der Blick auf die Risikokennzahlen erklärt diese Entwicklung. DRH und Neue Bank erreichen mit jeweils 0,30 Prozent die niedrigsten Drawdowns des gesamten Wettbewerbs. Die Family Office Volksbank Kraichgau folgt mit lediglich 0,82 Prozent.
Auch das Benchmarkdepot überzeugt mit einem Max Drawdown von nur 1,47 Prozent und gehört damit weiterhin zu den stabilsten Strategien des Teilnehmerfeldes. Die besten Wochenresultate gehen damit erneut an jene Häuser, die ihre Risiken besonders effektiv kontrollieren konnten.
Handelsdaten bestätigen den Trend
Die Berliner Sparkasse verkaufte AbbVie und investierte unter anderem in eine E.ON-Anleihe sowie ENEL. DGK reduzierte Positionen in LVMH und BYD. Die Weberbank verkaufte Alphabet und einen Emerging-Markets-ETF. Deka trennte sich ebenfalls von AbbVie-Aktien. DRH veräußerte einen Bertelsmann-Genussschein.
Dennoch stammt das beste Wochenresultat ausgerechnet von der Family Office Volksbank Kraichgau, die vollständig auf Handelsaktivitäten verzichtete. Auch andere erfolgreiche Teilnehmer hielten konsequent an ihrer strategischen Ausrichtung fest.
Die große Lehre der KW 40
Betrachtet man alle vier Performance-Projekte gemeinsam, ergibt sich ein außergewöhnlich klares Bild. antea, Geneon, FV Frankfurter Vermögen, DRH, Genève Invest und die Family Office Volksbank Kraichgau zählen zu den prägenden Namen der Woche. Sie alle eint die Fähigkeit, Rendite und Risikokontrolle miteinander zu verbinden.
Für Anleger ist genau dies die wichtigste Botschaft der aktuellen Auswertung. Die erfolgreichsten Strategien entstehen derzeit nicht durch hektischen Aktionismus. Erfolgreich sind vielmehr jene Vermögensverwalter, die Verluste begrenzen, Risiken kontrollieren und ihre langfristige Anlagestrategie konsequent umsetzen. Dadurch schaffen sie genau jenen Mehrwert, der über nachhaltigen Anlageerfolg entscheidet.