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Wochenbericht zu Projekt VII: Wo Umschichtungen den Unterschied machen

Bankhaus Carl Spängler gewinnt mit aktiver Umschichtung – alle handelnden Vermögensverwalter schlagen die Benchmark

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Die aktuelle Woche im Performance-Projekt 7 (Private Banking Depot) stand ganz im Zeichen aktiver Portfolioanpassungen. Während das Benchmarkdepot mehr als 22.900 Euro verlor, gelang es lediglich drei Teilnehmern, ihr Vermögen auszubauen. Besonders Bankhaus Carl Spängler setzte sich mit deutlichem Abstand an die Spitze. Die Handelsaktivitäten zeigen, welche Umschichtungen tatsächlich vorgenommen wurden und welche Rückschlüsse sich daraus ziehen lassen. Erfahren Sie hier mehr.

Das Performance-Projekt 7 (Private Banking Depot) gehört in der aktuellen Auswertung gemäß den Daten von Infront,  zu den anspruchsvollsten Wettbewerben der FUCHS Performance-Projekte. Das Benchmarkdepot verwaltet aktuell rund 2,42 Millionen Euro und verlor gegenüber der Vorwoche 22.938 Euro. Der Max Drawdown liegt bei 1,65 Prozent. Damit entwickelte sich die Referenz deutlich schwächer als ein großer Teil der Teilnehmer. Insgesamt gelang es 26 Vermögensverwaltern, die Benchmark bei der Vermögensentwicklung zu schlagen.

Die auffälligste Erkenntnis der Woche ergibt sich allerdings aus der Kombination von Performance- und Transaktionsdaten. Anders als in den Projekten 5 und 8 liegen für Projekt 7 tatsächlich Handelsaktivitäten vor. Dadurch lässt sich analysieren, ob aktives Portfoliomanagement kurzfristig einen Mehrwert erzeugt hat. Das Ergebnis fällt bemerkenswert eindeutig aus: Sämtliche Teilnehmer mit dokumentierten Transaktionen schlugen das Benchmarkdepot. 

Bankhaus Carl Spängler setzt sich klar an die Spitze

Den Wochensieg sichert sich Bankhaus Carl Spängler. Das Haus steigert sein Vermögen um 3.302 Euro und erzielt damit das beste Ergebnis des gesamten Teilnehmerfeldes. Das verwaltete Vermögen liegt aktuell bei rund 2,82 Millionen Euro. Gleichzeitig weist die Strategie einen Max Drawdown von 9,62 Prozent auf und zählt damit nicht zu den defensivsten Ansätzen im Wettbewerb. Besonders interessant wird dieses Ergebnis durch die dokumentierten Transaktionen. Bankhaus Carl Spängler verkaufte einen kurzlaufenden Euro-Staatsanleihen-ETF mit einem Volumen von rund 319.000 Euro sowie Xetra-Gold im Gegenwert von rund 210.000 Euro. Gleichzeitig investierte das Haus mehr als 326.000 Euro in einen Eurozonen-Staatsanleihen-ETF mit Laufzeiten von fünf bis sieben Jahren. Die Transaktionen zeigen eine klare Veränderung der Zins- und Marktpositionierung. Während Gold reduziert wurde, erhöhte das Management die Duration innerhalb des Rentenportfolios. Unter allen Teilnehmern war dies die mit Abstand größte Handelsaktivität der Woche. 

Ob die Outperformance unmittelbar durch diese Transaktionen verursacht wurde, lässt sich nicht beweisen. Allerdings fällt auf, dass ausgerechnet der aktivste Teilnehmer die höchste Vermögenssteigerung erzielte. Das spricht zumindest dafür, dass die Verantwortlichen das Marktumfeld erfolgreich interpretiert haben. 

ICFB und BTV gehören ebenfalls zu den Gewinnern

Hinter Bankhaus Carl Spängler folgen lediglich zwei weitere Teilnehmer mit positiver Vermögensentwicklung. Die ICFB GmbH verbessert ihr Vermögen um 552 Euro, während die Bank für Tirol und Vorarlberg ein Plus von 535 Euro erzielt. In einer Woche, in der die Mehrheit der Teilnehmer Vermögen verlor, besitzen diese Ergebnisse besonderes Gewicht.

Vor allem die ICFB GmbH überzeugt aus Risikosicht. Das Haus weist einen Max Drawdown von null Prozent aus und gehört damit zu den defensivsten Teilnehmern des Wettbewerbs. Gleichzeitig gelang ein leichter Vermögenszuwachs. Die Bank für Tirol und Vorarlberg verfolgt dagegen einen deutlich offensiveren Ansatz und akzeptiert mit 6,77 Prozent einen wesentlich höheren Drawdown. Beide Häuser zeigen damit unterschiedliche Wege zum Erfolg. 

Die besten risikoadjustierten Ergebnisse

Wer die Woche nicht ausschließlich nach Vermögensentwicklung beurteilt, kommt zu einer etwas anderen Rangfolge. Die überzeugendsten risikoadjustierten Ergebnisse liefern ICFB GmbH, Neue Bank AG und BTG Pactual Europe. Diese Häuser begrenzten ihre Rückschläge deutlich besser als die Benchmark und schnitten gleichzeitig überdurchschnittlich bei der Vermögensentwicklung ab. 

Die Neue Bank verlor lediglich rund 2.100 Euro und weist einen Max Drawdown von nur 0,67 Prozent aus. BTG Pactual Europe büßte lediglich rund 2.400 Euro ein und meldet einen Drawdown von 0,86 Prozent. Beide Strategien entwickelten sich damit deutlich besser als das Benchmarkdepot und gehören zu den stabilsten Ansätzen der Woche. 

Deka und Berliner Sparkasse setzen auf Sektorrotation

Neben Bankhaus Carl Spängler traten nur zwei weitere Häuser als aktive Händler auf. Deka Vermögensmanagement verkaufte Aktien von UnitedHealth Group und Deutsche Telekom und baute stattdessen Positionen in Société Générale, Chubb sowie Vistra auf. Die Umschichtung verlagert das Portfolio stärker in Richtung Finanz- und Energiewerte und kann als aktive Sektorrotation interpretiert werden.

Die Berliner Sparkasse entschied sich für einen anderen Weg. Das Institut verkaufte die Aktie von Autodesk und investierte die Mittel in einen VanEck Semiconductor ETF. Das Haus reduzierte damit nicht die Technologieneigung des Portfolios, sondern konzentrierte sie gezielt auf den Halbleiter- und KI-Sektor. Die Umschichtung deutet auf eine hohe Überzeugung hinsichtlich der weiteren Entwicklung des Chipsektors hin. Kurzfristig blieb der Erfolg allerdings aus. Deka Vermögensmanagement verlor rund 14.000 Euro, die Berliner Sparkasse knapp 17.843 Euro. Dennoch entwickelten sich beide Häuser klar besser als die Benchmark. Auch das ist ein bemerkenswertes Ergebnis. 

Aktive gegen passive Vermögensverwalter

Die wohl spannendste Erkenntnis der Woche ergibt sich aus dem Vergleich zwischen aktiven und passiven Teilnehmern. Die drei handelnden Häuser – Bankhaus Carl Spängler, Deka Vermögensmanagement und Berliner Sparkasse – erzielten im Durchschnitt eine Vermögensentwicklung von rund minus 9.516 Euro. Das Benchmarkdepot verlor dagegen 22.938 Euro. Die aktiven Teilnehmer lagen damit durchschnittlich mehr als 13.400 Euro vor der Benchmark.

Bemerkenswert ist zudem, dass alle drei aktiven Vermögensverwalter die Benchmark schlugen. Auch wenn die Stichprobe klein ist, fällt das Ergebnis eindeutig aus. Anders als in den Projekten 5 und 8 spricht die Datenlage hier dafür, dass aktive Portfolioarbeit einen positiven Beitrag zur relativen Entwicklung geleistet hat. 

Dominanz der Anleihentransaktionen

Ein Blick auf die größten Handelsaktivitäten zeigt zudem, dass die bedeutendsten Umschichtungen nicht im Aktiensegment stattfanden. Die drei volumenstärksten Geschäfte der gesamten Woche waren der Kauf eines Eurozonen-Staatsanleihen-ETF sowie die Verkäufe eines kurzlaufenden Staatsanleihen-ETF und von Xetra-Gold. Sämtliche Transaktionen stammen vom Wochensieger Bankhaus Carl Spängler. 

Diese Beobachtung ist bemerkenswert, weil die Diskussion häufig vom Aktienmarkt dominiert wird. Die Woche zeigt hingegen, dass die Steuerung von Zinssensitivität und Anleiheallokation einen mindestens ebenso großen Einfluss auf das Ergebnis eines vermögensverwaltenden Mandats haben kann.

Handelsaktivität nach Vermögensverwalter



VermögensverwalterKäufeVerkäufeTransaktionsvolumen*Wertpapierarten
Bankhaus Carl Spängler & Co. AG12855.201 €ETF/Fonds, Gold-Zertifikat 
Deka Vermögensmanagement GmbH32126.159 €Aktien 
Berliner Sparkasse1136.424 €Aktie, ETF/Fonds 


TOP 3 Wertpapiere nach Transaktionsvolumen



RangWertpapierVolumen
1Xtr.II Eurozone Gov.Bond 5-7 1C326.112 € Kauf 
2SPDR Bloomberg 1–3Y Euro Government Bond ETF319.168 € Verkauf 
3Xetra-Gold209.921 € Verkauf



TOP 3 gekaufte Wertpapiere



RangWertpapierKaufvolumen
1Xtr.II Eurozone Gov.Bond 5-7 1C326.112 € 
2Vistra Corp.34.557 € 
3Société Générale21.963 €




TOP 3 verkaufte Wertpapiere



RangWertpapierVerkaufsvolumen
1SPDR Bloomberg 1–3Y Euro Government Bond ETF319.168 € 
2Xetra-Gold209.921 € 
3Deutsche Telekom AG32.916 €



Ranking Vermögensentwicklung – Performance-Projekt 7



RangVermögensverwalterVeränderung zur Vorwoche
1Bankhaus Carl Spängler & Co. AG+3.302,34 €
2ICFB GmbH+552,33 €
3Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV)+535,14 €
4Neue Bank AG-2.091,06 €
5DRH Vermögensverwaltung GmbH-2.140,80 €
6BTG Pactual Europe-2.375,07 €
7Liechtensteinische Landesbank (Österreich) AG-3.758,25 €
8Value Experts Vermögensverwaltungs AG-4.179,64 €
9FRÜH & PARTNER Vermögensverwaltung AG-5.209,20 €
10von der Heydt & Co. AG-8.734,95 €
11Zürcher Kantonalbank Österreich AG-10.199,15 €
12Kathrein Privatbank AG-10.880,31 €
13Schelhammer Capital Bank AG-11.059,75 €
14Liechtensteinische Landesbank AG-11.204,30 €
15Lungershausen Eggensperger Enzler & Partner AG-12.528,38 €
16Deka Vermögensmanagement GmbH-14.007,74 €
17M.M. Warburg & CO KGaA-15.837,94 €
18GSAM + Spee Asset Management AG-15.879,49 €
19Wiener Privatbank SE-17.241,44 €
20Weberbank Actiengesellschaft-17.763,93 €
21Berliner Sparkasse-17.842,65 €
22Volksbank Vorarlberg e. Gen.-18.056,84 €
23Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG-19.640,01 €
24CONCEPT Vermögensmanagement GmbH & Co. KG-19.755,35 €
25Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG-20.356,17 €
26Bethmann Bank AG-21.270,58 €
27Benchmarkdepot-22.938,24 €
28GVS Financial Solutions GmbH-24.442,50 €
29Alpen Privatbank-24.874,92 €
30Oberbanscheidt & Cie. Vermögensverwaltungs GmbH-25.780,34 €
31AURETAS family trust GmbH-29.506,10 €
32Dr. Kohlhase Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH-31.315,05 €
33Bankhaus Bauer AG-35.580,98 €
34FiNet Asset Management GmbH-35.798,58 €
35FV Frankfurter Vermögen AG-37.653,98 €
36Family Office Volksbank Kraichgau-39.272,12 €
37Kaiser Partner Privatbank AG-39.769,77 €
38Minveo AG-39.822,24 €
39A&Q Asset Management GmbH-46.577,56 €
40DGK & Co. Vermögensverwaltung AG-49.247,39 €
41Frankfurter Bankgesellschaft (Schweiz) AG-63.687,08 €
42Fürst Fugger Privatbank AG-98.555,00 €




Quelle: Infront



Das Benchmarkdepot verlor in der Berichtsperiode rund 22.900 Euro und wurde von 26 Teilnehmern übertroffen. Den höchsten Vermögenszuwachs erzielte Bankhaus Carl Spängler, das zugleich die mit Abstand größten Umschichtungen der Woche vornahm. Besonders bemerkenswert: Alle Vermögensverwalter mit dokumentierten Transaktionen schlugen die Benchmark. Die Woche legt damit nahe, dass aktive Portfolioarbeit einen messbaren Mehrwert liefern kann.
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