DGK & Co., Kaiser Partner und die BTV hängen das Benchmarkdepot ab
Das Performance‑Projekt 9 (Stiftungsportfolio) durchläuft eine ereignisreiche Woche, in der sich die Spreu klar vom Weizen trennt. Das Benchmarkdepot bildet dabei den zentralen Bezugspunkt für sämtliche Leistungsbeurteilungen. Es beginnt die Woche mit einem Vermögen von 5.406.515,42 Euro und beendet sie mit einem Stand von 5.500.918,99 Euro. Dieser Zuwachs von 94.403,57 Euro wirkt solide und resilient, zumal das Depot keinerlei Handelsaktivitäten entfaltet und vollständig von der Marktdynamik getragen wird. Sein maximaler Drawdown bleibt mit 3,07 Prozent moderat und bestätigt die defensive, risikoarme Ausrichtung. Das und mehr zeigen die Daten von Infront.
Benchmark als stabiler, aber nicht führender Referenzpunkt
Trotz der positiven Woche zeigt der Blick auf das gesamte Teilnehmerfeld, dass das Benchmarkdepot nicht zur Spitzengruppe gehört. Die Märkte bewegen sich in dieser Phase deutlich nach oben, und wer mutiger positioniert ist oder die richtigen Segmente im Portfolio hält, erzielt spürbar höhere Zugewinne. Der Benchmark dient daher eher als Sicherheitsanker und Vergleichslinie denn als Performance‑Motor.
Die stärkste Entwicklung erreicht DGK & Co. Das Vermögen steigt um bemerkenswerte 143.015,03 Euro – der höchste Wochengewinn im gesamten Projekt. Die Leistung ist umso eindrucksvoller, als das Depot ohne Handelsaktivitäten auskommt. Die stark wachsende Vermögenskurve deutet eindeutig darauf hin, dass DGK & Co. über eine offensiv ausgerichtete, vermutlich aktienlastige Struktur verfügt, die in einer breit positiven Marktphase überproportional profitiert. Das Benchmarkdepot wird hier klar übertroffen.
Offensive Portfolios dominieren die Spitze
Dicht hinter DGK & Co. folgen weitere Verwalter, die ohne jeden Handel außergewöhnliche Ergebnisse erzielen. Die Kaiser Partner Privatbank verzeichnet ein Vermögenswachstum von 140.038,48 Euro und positioniert sich damit ebenfalls deutlich vor dem Benchmark. Auch die Bank für Tirol und Vorarlberg schafft es mit einem Wochengewinn von 127.447,24 Euro in die Topgruppe. Diese Manager scheinen ebenfalls riskantere Mandate zu führen, die in dieser Marktphase stark aufblühen. Das Risiko zeigt sich zwar in höheren Drawdowns, doch im Wochenvergleich überwiegt ganz klar der Ertrag.
Neben diesen Spitzenreitern überzeugen weitere Vermögensverwalter durch starke Vermögenszuwächse. Die Liechtensteinische Landesbank steigert ihr Volumen um 129.512,16 Euro und reiht sich in die obere Leistungsklasse ein. Die DekaBank zeigt ähnliche Entwicklungskurven und legt um 120.630,50 Euro zu. Ebenfalls positiv heraus sticht die Hamburger Sparkasse, die ihr Vermögen um 122.043,12 Euro erhöht. Diese Depotführungen teilen eine Gemeinsamkeit: Sie handeln nicht, sondern profitieren vollumfänglich von der Markterholung. Die Daten legen klar nahe, dass der Erfolg aus strategischen Grundparametern hervorgeht: hoher Aktienanteil, niedrige Cashquoten und ein offensiveres Risikoprofil, das dem Markt nicht entgegenwirkt.
Aktive Verwalter: Ein gemischtes Bild
Während die Mehrheit der Teilnehmer inaktive, marktgetragene Entwicklungen zeigt, agieren nur drei Vermögensverwalter aktiv: die Volksbank Kraichgau, die Neue Bank AG und die Weberbank. Ihr Vorgehen und ihre Ergebnisse unterscheiden sich jedoch deutlich voneinander.
Die Volksbank Kraichgau setzt mit einem mutigen Handelsschritt ein Zeichen. Sie reduziert in erheblichem Umfang ihre Goldposition und schichtet in Vonovia und Shopify um. Diese Umschichtungen verbinden defensive Substanz mit wachstumsstarken Komponenten. Das Ergebnis ist deutlich sichtbar: Das Vermögen steigt um 106.873,29 Euro und liegt damit klar über dem Benchmarkdepot. Dieser Erfolg beweist, dass aktives Handeln in trendstarken Marktphasen von Vorteil sein kann – vorausgesetzt, die Entscheidungen greifen thematisch exakt jene Segmente auf, die im Marktmomentum Kraft entfalten.
Klassisches Muster
Ganz anders fällt die Entwicklung bei der Neuen Bank AG aus. Sie verlagert ihr Portfolio weg von Technologie- und in Richtung Industrie-ETFs. Während dies das Risikoniveau senkt und den maximalen Drawdown auf einen bemerkenswert niedrigen Wert von nur 2,11 Prozent drückt, fällt die Performance mit 45.168,73 Euro Zuwachs deutlich hinter der Benchmark zurück. Die Bewegungen offenbaren ein klassisches Muster: Vorsicht schützt vor starker Volatilität, kostet aber in klar positiven Marktphasen Outperformance.
Vorsicht lohnt sich nicht immer – Timing wird entscheidend
Auch die Weberbank tätigt mehrere Umschichtungen und stärkt ihre Liquiditätsquote auf Kosten des Marktexposures. Diese defensivere Neuausrichtung senkt zwar Risiken und stabilisiert das Depot, verhindert aber gleichzeitig eine bessere Nutzung der Marktphase. Das Vermögen wächst um 90.307,90 Euro und bleibt damit knapp unterhalb des Benchmarkdepot-Ergebnisses. Die Strategie wirkt, als sei der Fokus stärker auf Kapitalerhalt als auf Partizipation an Erholungstendenzen ausgelegt.
Diese unterschiedlichen Handlungsansätze zeigen, dass aktives Management zwar Chancen eröffnet, jedoch in jeder Woche aufs Neue unter Beweis stellen muss, dass es dem Markt überlegen sein kann. Im Projekt 9 gelingt dies in der betrachteten Woche einzig der Volksbank Kraichgau. Die übrigen aktiven Verwalter bleiben hinter dem Benchmark zurück.
Die Kehrseite der Passivität
Dass Nicht-Handeln in dieser Woche überwiegend belohnt wird, zeigt ein weiterer deutlicher Kontrast. Während viele Verwalter dank ihrer statischen, offensiven Ausrichtung die Benchmark übertreffen, gelingt Früh & Partner genau das Gegenteil. Trotz fehlender Transaktionen verzeichnet das Portfolio einen deutlichen Verlust von 89.955,20 Euro. Das ist das schwächste Ergebnis im Projekt 9. Hier sprechen die Zahlen eindeutig für eine defensive, vermutlich rentenlastige oder abgesicherte Struktur, die von der Marktbewegung nicht profitiert, sondern sogar gebremst wird. Dieser Fall bestätigt: Passivität ist nur dann ein Vorteil, wenn die Depotstruktur mit der Marktphase korrespondiert.
Ergebnisse im Kontext von Risiko und Marktverhalten
Der Blick auf die maximalen Drawdowns liefert noch weitere Einblicke. Das Benchmarkdepot liegt mit einem moderaten Wert von 3,07 Prozent im Mittelfeld. Die erfolgreichsten Verwalter weisen durchweg höhere Drawdowns auf – ein Indiz für riskantere Portfoliostrukturen. Die Neue Bank AG hingegen zeigt den geringsten Drawdown aller Teilnehmer und bleibt gleichzeitig weit hinter der Performance vieler Konkurrenten zurück. Wer also mehr Risiko trägt, verdient in dieser Marktphase deutlich mehr. Die Daten aus Projekt 9 bestätigen klar: Risiko wird belohnt, Vorsicht kostet Rendite.
Rangliste Vermögenszuwachs im Performance-Projekt 9 (Stiftungsportfolio)
| Rang | Vermögensverwalter | Vermögen aktuell (€) | Veränderung (€) |
|---|---|---|---|
| 1 | DGK & Co. | 5.172.179,98 | +143.015,03 |
| 2 | Kaiser Partner Privatbank | 5.520.423,42 | +140.038,48 |
| 3 | Bank für Tirol und Vorarlberg | 5.655.994,56 | +127.447,24 |
| 4 | Liechtensteinische Landesbank | 5.359.420,40 | +129.512,16 |
| 5 | Hamburger Sparkasse | 5.160.374,43 | +122.043,12 |
| 6 | DekaBank Vermögensmanagement | 5.471.581,15 | +120.630,50 |
| 7 | Berliner Sparkasse | 5.525.736,78 | +114.024,84 |
| 8 | ABN AMRO | 5.244.452,67 | +114.529,96 |
| 9 | Volksbank Kraichgau | 5.323.590,64 | +106.873,29 |
| 10 | Benchmarkdepot | 5.500.918,99 | +94.403,57 |
| 11 | BW‑Bank | 5.159.990,69 | +92.483,80 |
| 12 | Weberbank | 5.248.849,74 | +90.307,90 |
| 13 | GVS Financial Solutions | 5.344.176,85 | +85.492,30 |
| 14 | DRH Vermögensverwaltung | 5.064.770,89 | +83.495,39 |
| 15 | Hansen & Heinrich | 5.166.291,18 | +80.973,20 |
| 16 | Volksbank Vorarlberg | 5.375.474,86 | +72.689,91 |
| 17 | Neue Bank AG | 5.367.375,06 | +45.168,73 |
| 18 | Früh & Partner | 5.316.260,02 | –89.955,20 (einziger Verlust) |
Übersicht Max Drawdowns (sortiert nach Risiko – niedriger ist besser)
| Rang (Risiko) | Vermögensverwalter | Max. Drawdown |
|---|---|---|
| 1 | Neue Bank AG | 2,1063 % |
| 2 | Volksbank Kraichgau | 2,9443 % |
| 3 | Benchmarkdepot | 3,0661 % |
| 4 | Hansen & Heinrich | 3,1424 % |
| 5 | ABN AMRO | 3,4735 % |
| 6 | Kaiser Partner Privatbank | 3,5393 % |
| 7 | Hamburger Sparkasse | 3,3635 % |
| 8 | DGK & Co. | 3,7954 % |
| 9 | Liechtensteinische Landesbank | 3,9759 % |
| 10 | Weberbank | 3,6771 % |
| 11 | DekaBank | 3,8640 % |
| 12 | Bank für Tirol und Vorarlberg | 3,8748 % |
| 13 | Berliner Sparkasse | 4,5293 % |
| 14 | Volksbank Vorarlberg | 4,6475 % |
| 15 | BW‑Bank | 4,2126 % |
| 16 | DRH Vermögensverwaltung | 5,0296 % |
| 17 | GVS Financial Solutions | 5,4049 % |
| 18 | Früh & Partner | 5,4374 % (höchstes Risiko) |