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Fuchsrichter Logo Stiftungsvermögen 2024: Die Kreissparkasse Köln in der Ausschreibung

Die Kreissparkasse Köln bleibt in ihrem Angebot für die Stiftung Fliege zu vage

© Collage: Verlage FUCHSBRIEFE, Bild: envato elements
Kann die Kreissparkasse Köln Stiftungen? Unter der Überschrift „Beratung institutioneller Kunden“, wo Stiftungen eigentlich hingehören, steht kein Wort zu dem Thema geschrieben. Das irritiert ein wenig. Andere Anbieter gehen hier viel offensiver auf ihre Stiftungskunden zu. Bleibt zu hoffen, dass sich der Anlagevorschlag positiv von diesem ersten Eindruck abhebt.

Irgendwie bleibt bei der Ausarbeitung der Sparkasse Köln für die Stiftung Fliege alles etwas vage. Stiftungserfahrungen, Zielrendite, realer Vermögenserhalt, Anlagerichtlinie, Nachhaltigkeit, Risikomanagementmodell, Simulation der Wertentwicklung – kaum ein Thema ist zufriedenstellend ausgearbeitet, so dass sich die Stiftung ein reelles und konkretes Bild über die Qualität des Anbieters machen kann. Zwar punktet die Sparkasse mit gut verständlicher Sprache und einem Angebot, das sich schnell erfassen lässt. Aber reicht das auch, um die zahlreichen Wünsche der Stiftung zu erfüllen?

Das wünschen sich die Stifter

  • Die Stiftung Fliege sucht für 2,5 Millionen Euro Stiftungskapital – das 2024 auf 3 Millionen aufgestockt wird – einen neuen Vermögensverwalter.
  • Gefordert werden Erfahrungen im Vermögensmanagement für Stiftungen
  • Das Portfolio soll strategisch in bis zu 40 Prozent Aktien und 60 Prozent Anleihen aufgeteilt sein.
  • Zentrale Vorgaben sind der reale Erhalt des Stiftungsvermögens auf mindestens fünf Jahre , die Begrenzung möglicher Vermögensverluste sowie mindestens 60.000 Euro ordentliche Erträge p.a. zur Fortführung der Stiftungsarbeit.
  • Die Wertentwicklung des Anlagevorschlags von 2018 bis heute soll unter Angabe der wichtigsten Parameter simuliert werden.
  • Schließlich sollen Risikomanagement- und Kostenmodell dargestellt werden.

Ausschüttung gesichert

Was dem Leser bei der Durchsicht des Kölner Angebots auffällt: Hat die Sparkasse die Ausschreibung mit der erforderlichen Sorgfalt durchgelesen? Nachfragen wie die nach dem vorhandenen Portfolio und nach dem realen Vermögenserhalt lassen Zweifel daran aufkommen. Das würde auch die vagen Angaben bei zahlreichen anderen Fragen erklären.

Aber fangen wir bei dem Positiven des Vorschlags an: Ein zentraler Punkt der Stiftung Fliege – die Erwirtschaftung von 60.000 Euro Ausschüttungen pro Jahr – kann die Sparkasse garantieren. Zwar fehlt eine klare Herleitung der erforderlichen Zielrendite, um die Anforderungen der Stiftung trotz Inflation und Kosten zu erfüllen. Die Zahl von Ausschüttungen in Höhe von 78.750 Euro p.a. ist jedenfalls zufriedenstellend.

Optimistische Inflationsannahme

Mit einer erwarteten Bruttorendite von gut 4,6 Prozent will man den Anforderungen gerecht werden. Und das, obwohl nur mit 2,5 Millionen statt der tatsächlich ab 2024 vorhandenen 3 Millionen Euro Stiftungskapital kalkuliert wird. Dabei werden sehr optimistische 2,0 Prozent Inflation angenommen und Kosten in Höhe von günstigen 0,7 Prozent eingerechnet.

Alle Preisangaben verstehen sich inklusive der gesetzlichen Mehrwertsteuer und sind vorbehaltlich einer Änderung des Mehrwertsteuersatzes. Sollten personenbezogene Gründe dazu führen, dass keine Mehrwertsteuerpflicht besteht, gilt das Angebot als Nettokondition. In diesen Fällen sei die Kreissparkasse Köln unverzüglich in Kenntnis zu setzen.

Kein nachhaltiges Portfolio

Rein nachhaltige Portfolios kann die Sparkasse Köln noch nicht anbieten. Damit bleibt sie zwar hinter vielen anderen Anbietern zurück. Aber da die Stiftung Fliege Nachhaltigkeit nicht primär fordert, wäre das kein endgültiger Hinderungsgrund. Wenn da nicht weitere Unzulänglichkeiten wären. So wird das Risikomanagementmodell nur im Ansatz erläutert, die Begrenzung von Vermögensverlusten nur anhand eines Charts ohne weitergehende Erläuterung dargestellt.

Auch der eigentliche Anlagevorschlag beinhaltet nur die strategische Darstellung eines Fondskonzepts ohne konkrete Einzelwertpapiere. Demnach soll das Portfolio 30 Prozent Cash enthalten – eine Summe, die es in der Höhe in keinem anderen Vorschlag gibt. Dazu sollen 39 Prozent Renten und 31 Prozent Aktien kommen. Neben Einzeltiteln sind gemanagten Fonds, ETFs und Zertifikate vorgesehen.

Gut verständlich

Zu den vorgesehenen Express-Zertifikaten auf Indizes mit fixem Zinskupon und Risikopuffer erklärt die Sparkasse Köln, dass diese nützlich für ein besseres Chance-Risiko-Profil vor allem in schwierigen Börsenphasen seien. Diese Erläuterungen findet der Leser positiv.

Brauchbare Grafiken

Überhaupt versteht er das meiste dessen, was der Anbieter erklärt, recht gut. Die Grafiken empfindet er als brauchbar, allerdings wären einige weitere grafische Elemente für ein besseres Verständnis nützlich gewesen. Was ihn allerdings verwirrt: Hat er nun ein auf seine Stiftung zugeschnittenes Angebot bekommen? Ihm scheint eher, dass er es mit einem leicht abgewandelten Standardportfolio zu tun hat.


Auch wenn die Kreissparkasse Köln auf viele Anforderungen der Stiftung eingeht, tut sie das doch in den meisten Fällen nicht hinreichend. Viele nur rudimentär angesprochenen Aspekte müssten deutlich vertieft werden, um den Anbieter als einen möglichen Nachfolger für die Vermögensverwaltung der Stiftung Fliege infrage kommen zu lassen.

Urteil: Die Leistung reicht daher nicht für die Teilnahme am Endausscheid.

Lesen Sie weitere Berichte in den Rating-News der FUCHS|RICHTER Prüfinstanz zum Stiftungsmanagement.

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