Bitte registrieren Sie sich neu, um alle nicht kostenpflichtigen Inhalte auf fuchsrichter.de einsehen zu können.
1502
Besser als die Benchmark im Performance-Projekt VII

DRH Vermögensverwaltung: Selbstbewusst zum Erfolg

© Diego Thomazini / Getty Images / iStock
Müssten wir die Anlagestrategie der DRH Vermögensverwaltung in einem Wort zusammenfassen, es hieße ”offensiv”. Im Performance-Projekt VII legt der Vermögensverwalter für den Kunden ein sehr chancenorientiertes Portfolio auf. Das geht gleichzeitig mit hohen Risiken einher, die die Sachsen aber geschickt abfedern.

„Ich habe mir die Benchmark gar nicht angeschaut. Es geht darum, ein Vermögen von 2 Mio. Euro über fünf Jahre zu managen, also haben wir unser offensives Depot abgebildet,“ gibt Marco Rumpf, Geschäftsführer der DRH Vermögensverwaltung auf der Pandeldiskussion beim 18. Private Banking Gipfel in Stuttgart zu Protokoll. Nanu? Hier hat jemand ein hohes Selbstvertrauen in seine Anlagestrategie. Wie investiert der sächsische Vermögensverwalter aber genau das Kapital seiner Kunden?

Die kurze Antwort: Anders als die allermeisten anderen Anbieter am Markt und mit Blick auf das Performance-Projekt VII zudem erfolgreich. Hier gehören Rumpf, Hering und ihr Team nach fünf abgelaufenen Projektquartalen zu den Spitzenreitern. Im Wettbewerbsumfeld fällt ihr Portfolio mit zahlreichen Besonderheiten auf:

  • Kein anderer Teilnehmer verteilt das Vermögen auf derart viele Einzeltitel.
  • Kein anderer Teilnehmer investiert in Bitcoin.
  • Kaum ein anderer Teilnehmer investiert das Vermögen des Projektkunden ebenfalls so konzentriert in Aktien.
  • Kaum ein anderer Teilnehmer investiert zur Absicherung in Short-Produkte.

Auf der Suche nach den Besten

Welche Eigenschaften muss ein Titel aufweisen, um überhaupt in das DRH-Depot zu kommen? Selbstgesetzes Ziel des Investmentansatzes sei es, die besten Unternehmen innerhalb der einzelnen Branchen zu identifizieren (Best-in-Class). „Im Grundsatz investieren wir dafür nur in Unternehmen, die über eine Preissetzungsmacht verfügen und nachhaltig Gewinne erwirtschaften“, so Rumpf. Dabei schaut der Sachse in den Vor- und Rückspiegel. Entscheidend ist: Haben sich Umsatz und Gewinn des Unternehmens in der Vergangenheit gut entwickelt? Und lassen die erkennbaren Trends und Prognosen eine positive Entwicklung in der Zukunft erwarten? Zudem müssen die Unternehmen mindestens eine Marktkapitalisierung von 20 Mrd. Euro aufweisen. Auch das nimmt Risiko heraus.

Wenige Beschränkungen gibt sich der Vermögensverwalter bei den möglichen Investmentklassen. In den Portfolios können sich Aktien, Immobilien, Gold, Krypto, Renten, Liquidität tummeln – je nach Risikoneigung. Dabei stehen der DRH-Kundschaft fünf verschiedene Risikostrategien (von sicherheitsorientiert bis dynamisch) zur Auswahl. Im Performance-Projekt VII setzen Rumpf und sein Team die offensivste Variante um.

Chancen bei Technologie-Aktien und US-Werten wahrnehmen

Ein hohes Renditepotenzial prognostiziert die DRH bei IT- und Technologieaktien. Dieser Sektor wird daher übergewichtet. Da Aktien aus diesem Bereich aber auch vergleichsweise stark schwanken, werden solide Unternehmen aus den Bereichen Gesundheit oder Ernährung dem Depot als Sicherheitsanker beigemischt.

Regionale Vorgaben gibt sich der Vermögensverwalter nicht. Da die US-Notenbank Federal Reserve aber ihrem Zinshöhepunkt inzwischen näher ist als die Europäische Zentralbank, sieht die DRH bei US-Titeln bessere Wachstumsaussichten. Auch die Wachstumsregion Südostasien steht oben auf der Liste. In China und Vietnam investiert die DRH über aktiv gemanagte Fonds. Länder wie Indonesien, Thailand und Südkorea stehen auf der Beobachtungsliste.

Absicherungsstrategien und Krypto-Feuerwerk

Diese Streuung über viele Werte, Sektoren und Regionen ist die erste Sicherheitsstrategie. Daneben hat das DRH-Portfoliomanagement weitere Maßnahmen ergriffen, um im Zuge der Zinswende der Notenbanken ihre Depots zu stabilisieren. Die Sachsen investierten stärker als zuvor in den sicheren Hafen Gold. Zudem wurde das Engagement bei Anleihen zurückgefahren. Darüber hinaus wird in entsprechenden Marktphasen bevorzugt der amerikanische Aktienmarkt gehedged, um so auch in fallenden Börsenphasen Rendite zu erwirtschaften. Das ist keine risikolose Absicherungsstrategie – sie erfordert ein gutes Gespür für die Märkte. Denn wenn diese dann doch unerwartet nach oben drehen, können sich solche Strategien als Rendite-Bremse erweisen. Bislang ist die DRH in den Performance-Projekten aber nicht in diese Falle gelaufen.

Zudem profitieren die Sachsen nun wieder vom Kursanstieg bei den Kryptowährungen. Die drehen angesichts der Erwartung auf ein baldiges Ende der Zinserhöhungen kräftig auf. Während sie im Jahr 2022 noch „bluteten“, kündigt sich 2023 ihr großes Comeback an. Dass die DRH im Januar 2023 ihre Bitcoin-Position aufgestockt hat, kommt ihr nun zugute und wird mit einer starken Rendite (Bitcoin seit Jahresbeginn +80%) belohnt.

Nachhaltigkeit kritisch beäugt

Während die DRH Technik-Megatrends sehr offen gegenübersteht, sieht sie das große Thema Nachhaltigkeit deutlich kritischer. „Aufgrund der derzeit immer noch unklaren Regulierungsstandards können und wollen wir schon allein aus Haftungsgründen keine rechtssicheren Zusagen in Bezug auf nachhaltige bzw. ESG-konforme Investments abgeben,“ so Rumpf. „Aus diesem Grund bewerben wir bis auf weiteres bewusst keine nachhaltigen Anlagen.“ Zudem sei bei der Kundschaft auch schlichtweg das Interesse nach derartigen Produkten bislang „verhalten“.

Interessant ist, dass die DRH streckenweise in CO2-Zertifikate investiert. Damit partizipiert sie an der politisch vorgegeben CO2-Preissteigerung und beteiligt sich somit mittelbar am Megatrend Nachhaltigkeit. Und nicht zuletzt gibt es im Portfolio auch Aktien aus dem Bereich Erneuerbare Energien (z.B. Nextera Energy), die die meisten Anleger wohl als nachhaltig bezeichnen würden.

Das Portfolio der DRH

Das Portfolio der DRH unterscheidet sich deutlich von der Projekt-Benchmark. Es ist weitaus offensiver aufgestellt und verzichtet gänzlich auf Anleihen und Rohstoffe – abgesehen von Gold. Nach dem anspruchsvollen Jahr 2022 muss zwar auch das DRH-Portfolio einen realen Kapitalverlust verkraften. Der ist aber kleiner als bei der Benchmark (siehe Randspalte). Durch die Absicherungsinstrumente ist das DRH-Portfolio trotz seiner offensiven Ausrichtung nur wenig volatiler als die Benchmark.

Auffällig ist die schiere Anzahl der im Depot befindlichen Titel. 261 Aktien - wie behält ein unabhängiger und damit vergleichsweise kleiner Vermögensverwalter da den Überblick? „Das ist unser Job. Wir und unser Informatiker behalten die Daten die ganze Zeit im Blick“, so Rumpf. Technisch habe der Vermögensverwalter in den zurückliegenden Jahren sehr viel in die Digitalisierung investiert, so dass die Überwachung eines derart breiten Portfolios dadurch heute kein Problem mehr darstelle.

Klare Übergewichtung auf USA

Ein Blick auf die größten Aktienpositionen zeigt, welche Unternehmen die DRH derzeit favorisiert. Die Top-Positionen sind iPhone-Hersteller Apple und Software-Riese Microsoft. Mit Lindt & Sprüngli schafft es ein Schweizer Unternehmen in die Top-Liste. Dahinter folgen weitere US-Unternehmen. Insgesamt befinden sich 179 US-Aktien im Portfolio. Unter den acht deutschen Aktien befinden sich z.B. Allianz, SAP, die Deutsche Post oder Volkswagen.

Drei Aktienfonds bilden den chinesischen und den vietnamesischen Markt ab. Das ist aus unserer Sicht für einen Anbieter ohne eigene Schwellenländer-Expertise ein geeignetes Vorgehen. Ein ETF auf den S&P 500 befindet sich als Basisinvestment ebenfalls im Depot, wodurch es allerdings zu einigen Dopplungen mit den Einzeltiteln kommt. Das erhöht ein weiteres Mal die US-Lastigkeit des Depots. Durch Investments in Zertfikate holen die Sachsen die beiden Assets Gold und Krypto sinnvoll und ohne Zusatzkosten ins Portfolio.

Aktives Management hat seinen Preis

Ein Kunde, der genau so ein Portfolio von der DRH möchte wie im Projekt VII, sollte mindestens 1 Mio. Euro investieren wollen. Das ist eine durchaus marktübliche Einstiegshürde. Die Kosten sind im Vergleich zur Benchmark natürlich weitaus höher. Das könnte manche Kunden abschrecken. Eine derart aktiv gemanagte und eigenständige Investmentstrategie kann das aber rechtfertigen.

Noch lange Zeit Inflationsraten über 4%

Wie geht es nun weiter? Die Inflation werde nach Einschätzung der DRH „klebriger“ als von vielen Volkswirten vermutet. Damit meinen sie, dass sich die Teuerungsraten noch für längere Zeit über der Marke von 4% halten werden. Die würden die Notenbanken akzeptieren müssen, da sie nicht mehr lange die Zinsen werden erhöhen können. Andernfalls schnürten sie der Konjunktur, den Hypothekenmärkten und darüber auch dem Immobilienmarkt die Luft ab. Eine Rückkehr zum 2%-Ziel der EZB sehen Rumpf und seine Kollegen in absehbarer Zeit als unrealistisch an. Die Inflation werde vorerst hoch bleiben.

In diesem Szenario müssten, so die Erwartung der DRH, die Unternehmen in den Portfolios (starke Unternehmen, Preissetzungsmacht etc.) ihre Preise dieser Entwicklung anpassen und im Verlaufe des Jahres 2023 mit Unternehmensgewinnen überraschen. Die DRH bleibt darum weiter stark im Aktienmarkt investiert, um so die von ihr prognostizierten Renditepotenziale abzuschöpfen. Gold und Bitcoin sind in diesem Umfeld ebenfalls gefragt und dürften zu einer starken Performance beitragen. Anleihen werden allmählich interessanter; noch sei es aber zu früh, um in die Rentenmärkte wieder einzusteigen.

Fazit: Das DRH-Portfolio sticht im Projektvergleich deutlich heraus. Die Sachsen setzen zahlreiche eigene Akzente (hohe Aktienquote, Hedging, Bitcoin, US-Lastigkeit, kritische Haltung zu Nachhaltigkeit). Dieses eigenwillige Vorgehen, gepaart mit Erfahrung, Flexibilität und guter Technik ist am Ende ausschlaggebend für den Projekterfolg. Die im Projekt umgesetzte Strategie ist offensiv – für Anleger die es etwas risikoärmer mögen, bietet die DRH aber auch noch andere Strategien an.
Neueste Artikel
  • Wochenbericht zu Projekt IX in KW 19: Aktive Akzente in ruhigem Marktumfeld

Spiekermann & Co. dominiert mit Rotation, DGK überzeugt mit Struktur

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Im Performance‑Projekt 9 (Stiftungsportfolio) reicht eine Handvoll Transaktionen aus, um deutliche Unterschiede zu erzeugen. Während das Benchmarkdepot vollständig passiv bleibt, greifen einzelne Vermögensverwalter gezielt ein. Struktur, Risikoappetit und selektiver Handel prägen die Woche. Konkrete Umschichtungen im sechsstelligen Bereich entscheiden über Out‑ und Underperformance – und machen Projekt 9 zu einem Lehrstück moderner Vermögenssteuerung. Erfahren Sie hier mehr.
  • Wochenbericht zu Projekt VIII in KW 19: Strukturqualität im Stresstest

Kaiser Partner, Spiekermann & Co. und DGK setzen sich vorne ab

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Im Performance‑Projekt 8 (vermögensverwaltende Fonds) entscheidet nicht das Timing, sondern die Architektur der Portfolios. Alle Vermögensverwalter verzichten vollständig auf Wertpapiertransaktionen – und dennoch öffnen sich klare Leistungsunterschiede. Während das Benchmarkdepot marktgetreu und stabil verläuft, nutzen einzelne Häuser ihre strategische Aufstellung deutlich besser. Wer mehr Rendite erzielt, zahlt mit höheren Schwankungen. Wer maximale Ruhe sucht, bleibt zurück. Lesen Sie hier.
  • Wochenbericht zu Projekt VII: Bewegung, Mut und Momentum im Private Banking

Gewinner der Woche: Kaiser Partner und A&Q setzen sich vom Feld ab

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Im Performance‑Projekt 7 (Private-Banking) nutzt ein Teil der Vermögensverwalter die Marktphase konsequent aus. Während das Benchmarkdepot ohne jeden Eingriff von der positiven Marktentwicklung profitiert, erzielen einzelne Häuser durch gezielte Allokationsentscheidungen deutlich höhere Vermögenszuwächse. Auffällig ist dabei: Sowohl aktives Handeln als auch disziplinierte Untätigkeit führen zu Outperformance. Der Unterschied liegt im Risikoprofil – und in der Qualität der Entscheidungen.
Zum Seitenanfang