Fondsmanager im Projekt 8 geraten unter Druck
Die Kalenderwoche 10 verläuft im Performance‑Projekt 8 laut den Daten von Infront ruhiger, als es die Märkte erwarten lassen. Gerade diese Ruhe macht die Woche zu einer idealen Momentaufnahme für Risiko und Rendite der teilnehmenden Vermögensverwalter. Da keiner der Fondsmanager Umschichtungen vornimmt und kein einziges Depot handelt, spiegeln die Zahlen die unverzerrte Marktreaktion wider. Das Benchmarkdepot bietet in dieser Situation einen präzisen Referenzpunkt. Mit einem Verlust von –4.398,90 Euro beziehungsweise –0,33 % behauptet sich das Benchmarkportfolio in einem Umfeld leicht negativer Tendenzen solide und zeigt erneut, wie defensiv ein breit gestreuter Ansatz wirken kann. Sein maximaler Drawdown bleibt mit 0,77 % ebenfalls im konservativen Bereich.
Obere Spitzengruppe trotzt dem Marktdruck
Einige Vermögensverwalter setzen der Schwäche des breiten Feldes etwas entgegen. B. Metzler seel. Sohn & Co. Holding AG erzielt die beste Wochenentwicklung und steigert das Depot um +4.641,40 Euro, was einer Wochenrendite von +0,35 % entspricht. Pecunia GmbH folgt mit +4.546,58 Euro und einer Rendite von +0,42 %, während die Dr. Kohlhase Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH +4.467,09 Euro beziehungsweise +0,34 % erzielt. Auch Pictet Asset Management behauptet sich und verzeichnet einen Zuwachs von +3.703,71 Euro oder +0,31 %. Diese Häuser profitieren von stabilen Allokationen, die ohne Eingreifen tragfähig bleiben. Ihre Depots entwickeln sich überdurchschnittlich und übertreffen das Benchmarkdepot klar.
Die Gruppe der leichten Gewinner bleibt jedoch klein. Nur knapp zehn Depots erzielen in der laufenden Kalenderwoche eine bessere Entwicklung als die Benchmark. Zu ihnen zählen die Deutsche Bank – Private Wealth Management mit +1.448,41 Euro, das Bankhaus Bauer AG‑Portfolio mit +495,49 Euro, die Liechtensteinische Landesbank (Österreich) AG mit +287,67 Euro sowie Reichmuth & Co Privatbankiers mit einem minimalen Plus von 7,40 Euro. Diese Ergebnisse zeigen, dass die Defensive in KW 10 klar die Oberhand gewinnt, auch in jenen Depots, die lediglich geringe Ausschläge verzeichnen.
Die Mehrheit rutscht ab – und das teils kräftig
Die Mehrheit der Vermögensverwalter verliert in KW 10 deutlich an Wert, obwohl kein einziges Haus handelt. Die Kursbewegungen treffen bestimmte Strategien stärker als andere. Besonders hart trifft es die INVIOS GmbH, die –50.881,19 Euro beziehungsweise –4,38 % einbüßt. Die PRISMA Investment GmbH verliert –35.550,25 Euro (–2,92 %), während Genève Invest mit –34.822,80 Euro (–2,43 %) ebenfalls stark zurückfällt. Diese Verlierer zeigen, dass bestimmte Allokationen deutlich sensibler auf die Marktbewegungen reagieren – insbesondere dann, wenn hohe Aktienquoten oder volatile Nischenmärkte dominieren.
Auch weitere Depots liegen klar hinter der Benchmark. Die Deutsche Oppenheim Family Office AG verliert –28.919,53 Euro, die CSR Beratungsgesellschaft mbH verzeichnet ein Minus von –18.108,51 Euro, die Plutos Vermögensverwaltung AG fällt um –22.978,26 Euro zurück und HSBC Deutschland gibt –23.449,49 Euro ab. Sie alle stehen damit deutlich schlechter da als die Benchmark, die im Vergleich eine bemerkenswerte Stabilität zeigt. Die breite Verlustzone betont, wie stark das Risiko in vielen aktiv verwalteten Depots in dieser Woche wirkt, obwohl die Märkte insgesamt keine ausgeprägte Richtung einschlagen.
Drawdown-Strukturen offenbaren Risikoprofile
Der Blick auf die Drawdowns zeigt, warum die Ergebnisse so weit auseinanderliegen. Während das Benchmarkdepot mit einem Drawdown von 0,77 % im defensiven Bereich bleibt, weisen viele Depots deutlich höhere Werte auf. Besonders auffällig ist die Geneon Vermögensmanagement AG, deren Drawdown auf 18,28 % steigt. Dieser Wert gilt als extremer Ausschlag und legt nahe, dass einzelne Positionen erheblich an Wert verloren haben oder ein sehr konzentriertes Portfolio vorliegt. Genève Invest mit 6,61 %, INVIOS GmbH mit 5,78 % und PRISMA Investment GmbH mit 3,56 % bewegen sich ebenfalls in Risikobereichen, die weit über der Benchmark liegen. Diese Differenz macht deutlich, dass die Marktphase der KW 10 konservative und breit gestreute Ansätze bevorzugt, während stärker exponierte Strategien sofort ins Minus laufen.
Einige Häuser zeigen dagegen beeindruckende Stabilität. Reichmuth & Co Privatbankiers und die Liechtensteinische Landesbank (Österreich) AG verzeichnen einen Drawdown von 0,00 %. Diese Depots durchlaufen die gesamte Woche ohne einen einzigen signifikanten Rücksetzer und schützen ihr Vermögen vollständig vor Schwankungen. Die Null-Drawdown-Häuser liefern damit ein klares Signal, dass ruhige Märkte denjenigen nützen, die auf defensives Risikomanagement setzen und Volatilität konsequent minimieren.
Eine Woche ohne Handel – ein unverfälschtes Bild
Da in Projekt 8 keine einzige Transaktion stattfindet, basieren sämtliche Ergebnisse ausschließlich auf der Entwicklung der zugrunde liegenden Märkte. Kein Fondsmanager tätigt Käufe oder Verkäufe, weder Umschichtungen noch taktische Eingriffe finden statt. Diese Passivität erlaubt einen direkten Blick auf die strategischen Grundfeste der Depots. Die Ergebnisse zeigen, dass rein markteigene Bewegungen bei einigen Häusern stabilere Effekte erzeugen als bei anderen. Defensiv konstruierte Depots profitieren von ihrer ruhigen Struktur, während stärker taktisch ausgelegte Konzepte ohne aktives Eingreifen anfälliger auf Kursbewegungen reagieren.
Die KW 10 macht sichtbar, wie wichtig Risikokontrolle und exakte Allokationsentscheidungen in Phasen geringer Marktimpulse sind. Die Benchmark gilt als Orientierung, weil sie robust agiert und ihre Positionen stabil hält. Die Gewinner der Woche bleiben im Plus oder zumindest verlustfrei. Die Verlierer zeigen hingegen, dass hohe Drawdowns und starke Verluste vor allem dort auftreten, wo Risikokonzentration oder geringe Diversifikation besteht.