FRÜH & PARTNER, FV Frankfurter Vermögen und Reichmuth prägen die Woche
Performance-Projekt 5: Das Benchmark behauptet die Vermögensführung
Im Performance-Projekt 5 bleibt das Benchmarkdepot mit 1,74 Millionen Euro die klare Nummer eins beim Gesamtvermögen. Dahinter folgen die Steiermärkische Bank und Sparkassen AG mit 1,65 Millionen Euro, die Zürcher Kantonalbank Österreich AG mit 1,63 Millionen Euro sowie Hansen & Heinrich und die Volksbank Vorarlberg. Damit bleibt Projekt 5 das einzige der vier Performance-Projekte, in dem das Benchmarkdepot weiterhin die Vermögensführung innehat.
Bei der Vermögensentwicklung ergibt sich dagegen ein deutlich anderes Bild. Reichmuth & Co Privatbankiers steigert das Depotvermögen um 5.727 Euro und gewinnt die Wochenwertung. Schneider, Walter & Kollegen folgen mit einem Plus von 5.533 Euro vor Dr. Kohlhase mit 4.642 Euro. Das Benchmarkdepot verliert dagegen 9.318 Euro beziehungsweise rund 0,53 Prozent seines Depotwertes. Insgesamt entwickeln sich 30 Teilnehmer besser als die Referenz. Aber was zeigen die Daten von Infront noch?
Niedrige Drawdowns bestimmen die Spitze
Die Risikowerte bestätigen die Ergebnisse. Reichmuth und von der Heydt weisen jeweils einen Max Drawdown von 0,00 Prozent aus. Schneider, Walter & Kollegen erreichen lediglich 0,33 Prozent und Dr. Kohlhase 0,58 Prozent. Alle drei Häuser gehören gleichzeitig zu den Wochengewinnern. Das Benchmarkdepot kommt hingegen auf 2,78 Prozent.
Damit liefert Projekt 5 den vielleicht klarsten Beleg der gesamten Woche. Die erfolgreichsten Strategien erzielen nicht nur die besten Wertentwicklungen, sondern gehören gleichzeitig zu den risikoärmsten Ansätzen des Wettbewerbs. Ein Zusammenhang zwischen hohem Risiko und höherem Vermögen lässt sich dagegen nicht erkennen.
Performance-Projekt 7: FV Frankfurter Vermögen gewinnt die Woche
Im Private-Banking-Projekt 7 dominiert die Fürst Fugger Privatbank AG weiterhin das Vermögensranking. Mit 5,30 Millionen Euro liegt das Institut deutlich vor BTG Pactual Europe mit 4,07 Millionen Euro und der Frankfurter Bankgesellschaft (Schweiz) mit 3,44 Millionen Euro. Das Benchmarkdepot erreicht lediglich 2,45 Millionen Euro und befindet sich damit deutlich hinter der Spitzengruppe.
In der Wochenwertung setzt sich dagegen FV Frankfurter Vermögen deutlich vom Feld ab. Das Haus steigert sein Vermögen um 15.709 Euro und erzielt den höchsten Vermögenszuwachs des gesamten Projekts. Bankhaus Carl Spängler folgt mit einem Plus von 2.520 Euro, die ICFB GmbH verbessert sich um weitere 552 Euro. Das Benchmarkdepot verliert gleichzeitig 15.903 Euro. Zwischen dem Wochengewinner und der Referenz entsteht damit eine Differenz von mehr als 31.000 Euro.
Handelsaktivitäten bleiben ohne Spitzenwirkung
Projekt 7 gehört zu den wenigen Wettbewerben, für die konkrete Handelsdaten vorliegen. Aktiv handeln lediglich Deka Vermögensmanagement, DRH Vermögensverwaltung und die Berliner Sparkasse. Die Berliner Sparkasse bewegt rund 293.000 Euro, DRH investiert knapp 99.000 Euro in Krypto-ETPs und Deka nimmt Umschichtungen bei Aktienpositionen vor. Das Benchmarkdepot führt keine Transaktionen durch.
Bemerkenswert bleibt jedoch, dass die drei erfolgreichsten Teilnehmer der Woche keine gemeldeten Handelsaktivitäten aufweisen. FV Frankfurter Vermögen, Bankhaus Carl Spängler und ICFB profitieren von ihren bestehenden Portfolioallokationen. DRH schlägt zwar das Benchmarkdepot, erreicht jedoch nicht die Spitzengruppe der Wochengewinner. Die Daten zeigen damit keinen direkten Zusammenhang zwischen Handelsintensität und Outperformance.
Performance-Projekt 8: Genève Invest führt, Reichmuth überzeugt
Im Performance-Projekt 8 führt Genève Invest mit 1,68 Millionen Euro das Vermögensranking an. Dahinter folgen Hansen & Heinrich mit 1,58 Millionen Euro sowie FV Frankfurter Vermögen mit 1,57 Millionen Euro. Das Benchmarkdepot erreicht rund 1,45 Millionen Euro und belegt Rang fünf. Mehrere Vermögensverwalter liegen damit inzwischen vor der Referenzstrategie.
Die Wochenwertung wird erneut von Reichmuth geprägt. Das Haus steigert sein Vermögen um 6.429 Euro und erreicht die beste Entwicklung des Teilnehmerfeldes. FRÜH & PARTNER folgen mit 4.575 Euro vor Dr. Kohlhase mit 4.467 Euro. Das Benchmarkdepot verliert dagegen 12.195 Euro beziehungsweise rund 0,84 Prozent. Die besten Teilnehmer schlagen die Referenz damit deutlich.
Rendite und Risikokontrolle gehen Hand in Hand
Die Drawdown-Daten bestätigen dieses Bild eindrucksvoll. Reichmuth und FRÜH & PARTNER weisen einen Max Drawdown von 0,00 Prozent auf. Wallrich Asset Management erreicht lediglich 0,15 Prozent und Dr. Kohlhase bleibt mit 0,89 Prozent ebenfalls deutlich unter einem Prozent. Damit stammen die besten Wochenresultate erneut von den risikoärmsten Strategien des Projekts.
Auf der Gegenseite stehen Prometheus Vermögensmanagement mit 16,86 Prozent, Geneon mit 13,09 Prozent und ÖKOWORLD mit 12,37 Prozent Drawdown. Trotz dieser deutlich höheren Rückschlagsrisiken zählen diese Häuser nicht zur Vermögensspitze und auch nicht zu den Wochengewinnern. Projekt 8 bestätigt damit erneut die Bedeutung konsequenter Risikosteuerung.
Performance-Projekt 9: FRÜH & PARTNER setzt die Maßstäbe
Projekt 9 weist die höchsten Vermögen aller vier Wettbewerbe auf. Die Bank für Tirol und Vorarlberg führt mit 6,15 Millionen Euro vor der Hamburger Sparkasse mit 5,89 Millionen Euro, Deka Vermögensmanagement mit 5,89 Millionen Euro, der Berliner Sparkasse mit 5,89 Millionen Euro und der Liechtensteinischen Landesbank mit 5,80 Millionen Euro. Das Benchmarkdepot folgt mit 5,78 Millionen Euro auf Rang sechs und bleibt damit Teil der Spitzengruppe.
Die Wochenwertung entwickelt sich jedoch völlig anders. FRÜH & PARTNER steigert das Vermögen um 14.322 Euro und bleibt als einziger Teilnehmer klar im positiven Bereich. Die Neue Bank verliert lediglich 6.469 Euro und erreicht Rang zwei. Das Family Office Volksbank Kraichgau folgt mit minus 9.274 Euro. Das Benchmarkdepot verliert dagegen 28.435 Euro. Insgesamt schlagen zehn Teilnehmer die Referenz bei der Vermögensentwicklung.
Hohe Handelsvolumina reichen nicht zum Sieg
Projekt 9 weist zugleich die höchste Handelsaktivität der KW 36 auf. Die Weberbank bewegt rund 952.872 Euro und investiert in internationale Qualitätsaktien sowie Fonds. Die Berliner Sparkasse handelt für mehr als 408.000 Euro, Deka Vermögensmanagement für rund 346.000 Euro. Hinzu kommen Aktivitäten von DRH Vermögensverwaltung und dem Family Office Volksbank Kraichgau. Das Benchmarkdepot bleibt unverändert investiert.
Dennoch geht der Wochensieg an FRÜH & PARTNER, für das keine Handelsaktivitäten gemeldet werden. Auch die Neue Bank erzielt ihre starke Platzierung ohne gemeldete Transaktionen. Die Daten sprechen daher dafür, dass die bestehende Allokation in dieser Woche wichtiger ist als die Anzahl einzelner Umschichtungen.
Projektübergreifende Erkenntnisse
Der Vergleich aller vier Performance-Projekte offenbart ein bemerkenswert einheitliches Muster. Die Wochengewinner heißen Reichmuth im Projekt 5, FV Frankfurter Vermögen im Projekt 7, erneut Reichmuth im Projekt 8 sowie FRÜH & PARTNER im Projekt 9. Keiner dieser Teilnehmer verdankt seinen Erfolg besonders hohen Drawdowns. Im Gegenteil: Die Sieger gehören jeweils zu den risikoärmsten Strategien ihrer Projekte.
Ebenso auffällig fällt die Rolle der Handelsaktivität aus. Aktive Teilnehmer wie Weberbank, Berliner Sparkasse, Deka oder DRH schlagen in einzelnen Projekten durchaus die Benchmarkdepots. Die stärksten Wochenresultate erzielen jedoch regelmäßig Häuser ohne gemeldete Handelsaktivitäten. Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass innerhalb ihrer Vermögensverwaltungsmandate oder Fonds keine Wertpapiertransaktionen stattfinden. Die vorliegenden Daten zeigen jedoch klar, dass hohe sichtbare Handelsvolumina allein keine Outperformance garantieren.
Die zentrale Botschaft der KW 36
Noch deutlicher als in den Vorwochen zeigt sich ein Zusammenhang zwischen niedrigen Drawdowns und guten Ergebnissen. In nahezu jedem Projekt entwickeln sich die Teilnehmer mit den geringsten Rückschlagsrisiken besser als die Benchmarkdepots. Hohe Drawdowns führen dagegen weder zuverlässig zu höheren Vermögen noch zu besseren Wochenresultaten.
Die zentrale Erkenntnis der KW 36 lautet daher: Nicht die aktivsten Vermögensverwalter gewinnen die Woche, sondern jene Häuser, die Risiken konsequent kontrollieren, Verluste begrenzen und ihre Portfolios bereits vor Beginn der Woche überzeugend positioniert haben. Reichmuth, FV Frankfurter Vermögen und FRÜH & PARTNER liefern hierfür die eindrucksvollsten Beispiele.