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Vermögensverwaltung

Geschlagen von der Inflation

Die Inflation schlägt die aktiven Vermögensverwalter. So plakativ kann man die Auswertung der Performance-Projekte der FUCHS | RICHTER PRÜFINSTANZ per 31.12.2018 zusammenfassen. Kaum ein Profi war mit Startzeitpunkt 1. Januar 2016 bzw. 1. Januar 2017 in der Lage, den Kaufkraftverlust des Geldes auszugleichen. Er betrug im Zeitraum Januar 2016/17 bis Dezember 2018 kumuliert 3,4% bzw. 5,1%.

Der Markt-Crash im 4. Quartal 2018 hat alle Depots übel erwischt. Nur wenige Vermögens-Profis übertreffen ein simpel zusammengestelltes Benchmark-Depot aus Indexfonds (ETF) unter Risiko-Rendite-Gesichtspunkten. Das gilt einerseits für ein Private Banking-Depot, das aus Einzeltiteln bestehen kann und noch vielmehr für die standardisierte Vermögensverwaltung im Fondsmantel. Die Ergebnisse im Einzelnen.

Projekt 4: Private Banking Depot

Das Projekt lief am 31.12.2018 genau 3 Jahre (36 Monate). Die Inflation in diesem Zeitraum betrug 5,1%. Am Projekt nehmen 73 Banken und unabhängige Vermögensverwalter aus dem deutschsprachigen Raum teil. Der Bewertungsmaßstab ist die positive oder negative Abweichung von Rendite und Schwankungsbreite im Vergleich zu einem naiven Benchmark-Depot aus vier Indexfonds (ETFs). Die Ergebnisse in den Einzelkriterien werden in Punkte umgerechnet und jeweils zum Quartalsende fixiert. Ziel ist es, die Benchmark nach Punkten zu übertreffen.

(Fiktiv) zur Verfügung stand per 1.1.2016 ein Vermögen von 3 Mio. Euro. Gehandelt wurde zu Tagesendkursen auf Basis des Datenpools von vwd, unser Partner in den Performance-Projekten, der auch die Eingabeplattform vwd Portfoliomanager zur Verfügung stellt.

  • Immerhin 28 Vermögensverwalter (38%) sind per 31.12.18 nach Punkten besser als die Benchmark
  • 10 weisen eine bessere Wertentwicklung auf; der Top-Performer weist allerdings einen deutlichen Wertverlust aus. Am 30.9.2018 verzeichneten wir im Projekt den höchsten Zugewinn mit 46,76%. Zum Jahresende betrug dieser gerade noch 13,8%.
  • 10 Anbieter übertreffen die Benchmark zugleich nach Rendite p.a. (Benchmark-Rendite = 1,5%)
  • 7 Depots schaffen einen Inflationsausgleich und noch einen Schnaps Rendite obendrauf.
  • 9 weisen einen geringeren Maximum Drawdown (maximalen Rückgang in der Wertentwicklung vom zwischenzeitlich erreichten Spitzenwert) auf
  • Den höchsten Punktestand weist die Dr. Kohlhase Vermögensverwaltung auf gefolgt von CONCEPT Vermögensmanagement GmbH & Co. KG und Klingenberg & Cie. Investment KG.

Projekt 5: standardisierte Verwaltung


Im Projekt 5 betrachten wir die Ergebnisse von 74 vermögensverwaltenden Fonds. Ausgangskapital zum 1.1.2017 waren 1 Mio. Euro. Die Anlage erfolgt in ein bis drei hauseieigenen Fonds, die von der teilnehmenden Bank oder dem Vermögensverwalter beraten oder gemangt werden. Messlatte (Benchmark) ist ein kostengünstiges ETF-Portfolio, das sich ein weitgehend unerfahrener Anleger auch selbst zusammenstellen könnte. Hier fällt das Ergebnis nach 24 Monaten Anlagedauer besonders ernüchternd aus. Die Inflation betrug in diesem Zeitraum 3,4%.

  • Ein einziges Depot der GFA Vermögensverwaltung schafft den Inflationsausgleich und einen realen Gewinn von 1,5%.
  • 1 Depot hat eine bessere Wertentwicklung als das Benchmarkdepot
  • Nur 8 standardisierte Vermögensverwaltungen sind nach Punkten besser als die Benchmark
  • (Nur) 12 Depots liegen im Plus seit Projektstart

Nach Punkte vorne liegen die Volksbank Liechtenstein Private Banking vor ODDO BHF und der Berliner Sparkasse. Besser als die Benchmark sind zudem die Globalance Bank, von der Heydt & Co., das Bankhaus Carl Spängler & Co., die Deutsche Oppenheim Family Office sowie die Bank J. Safra Sarasin.

Fazit:

Die Ergebnisse kratzen an der Daseinsberechtigung einer ganzen Branche, die sich ohnehin zunehmend der Konkurrenz der Robo-Advisor erwähren muss.

Hinweis:

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