GFA Vermögensverwaltung, Dr. Kohlhase und Geneon halten Kurs
Der aktuelle Wochenvergleich im Performance‑Projekt 5 (vermögensverwaltende Fonds) ist gemäß den Daten von Infront ein Lehrstück für Anleger, die mehr erwarten als blinde Marktrenditen. Während das Benchmarkdepot mit moderatem Wochenminus und einem Maximalverlust klar unter der Ein‑Prozent‑Marke seine Rolle als Stabilitätsanker bestätigt, offenbaren sich bei zahlreichen Teilnehmern strukturelle Schwächen. Die Streuung der Ergebnisse fällt ungewöhnlich groß aus – ein Zeichen dafür, dass das Marktumfeld Fehler nicht mehr verzeiht.
Das Benchmark: kontrollierter Rückschritt statt freier Fall
Das Benchmarkdepot verliert in der betrachteten Woche an Wert, bleibt jedoch deutlich unter den Verlusten vieler Wettbewerber. Entscheidend ist weniger die absolute Bewegung als die Qualität der Entwicklung: Der Rückgang erfolgt kontrolliert, ohne Ausschläge, ohne Stresssignale im Risikoprofil. Genau hier zeigt sich der Vorteil niedriger Volatilität. Für Anleger bedeutet das: Wer das Benchmark nicht schlägt, muss erklären, warum er höhere Risiken eingeht – ohne dafür entlohnt zu werden.
Mehrere Vermögensverwalter schaffen es dennoch, diesen Referenzwert zu übertreffen. Nicht durch aggressive Manöver, sondern durch konsequente Defensive, Liquiditätssteuerung und breite Diversifikation.
Diese Vermögensverwalter schlagen das Benchmark
Auffällig positiv positionieren sich in dieser Woche unter anderem GFA Vermögensverwaltung, Dr. Kohlhase Vermögensverwaltung und Geneon Vermögensmanagement. Ihre Depots zeigen entweder nur minimale Verluste oder sogar eine stabile Seitwärts‑ bis leichte Aufwärtsbewegung. Gemeinsam ist diesen Häusern ein unterdurchschnittlicher Max Drawdown im bisherigen Jahresverlauf und eine nachvollziehbare Allokation ohne Klumpenrisiken.
Ebenfalls besser als das Benchmark entwickeln sich Depots von Hoerner Bank, FIVV Vermögensmanagement, Bank Gutmann, Zürcher Kantonalbank Österreich und Spiekermann & CO. Auch hier zeigt sich ein klares Muster: Die Wochenverluste bleiben deutlich unter dem Benchmarkniveau, teilweise nur im Promillebereich des verwalteten Vermögens.
Vermögensentwicklung: Verlust ist nicht gleich Verlust
Der Blick auf die reine Vermögensentwicklung offenbart erhebliche Unterschiede. Während das Benchmark eine klar begrenzte Wertminderung verzeichnet, liegen zahlreiche Häuser spürbar darunter. Besonders betroffen sind Vermögensverwalter mit höherer Aktienquote oder thematischen Schwerpunkten, die in der Woche unter Druck geraten sind. Hier summieren sich Verluste schneller, der Abstand zum Benchmark wächst sichtbar.
Zu den Häusern, die das Benchmark nicht schlagen, zählen unter anderem ODDO BHF, Berenberg, HSBC Deutschland, Deutsche Oppenheim Family Office, Weberbank und Hamburger Sparkasse. Ihre Depots verzeichnen teils deutlich höhere Wochenverluste, obwohl sie in langfristigen Vergleichen oft als etabliert und solide gelten.
Max Drawdown als Frühwarnsystem
Ein zentrales Ergebnis der Analyse liegt im Zusammenhang zwischen historischem Max Drawdown und aktueller Wochenperformance. Depots mit bereits erhöhtem maximalen Verlust im bisherigen Projektverlauf geraten auch jetzt stärker unter Druck. Wo der Drawdown im hohen einstelligen Prozentbereich liegt, fallen die Wochenverluste signifikant höher aus als beim Benchmark.
Umgekehrt zeigen Häuser mit niedrigem Max Drawdown – häufig unter zwei Prozent – eine deutlich ruhigere Entwicklung. Die GFA Vermögensverwaltung bestätigt dieses Bild: Geringe historische Rückschläge korrespondieren mit hoher Stabilität in Stressphasen. Für Anleger ist das kein akademischer Befund, sondern ein harter Entscheidungsfaktor.
Vermögen aktuell: Größe schützt nicht
Bemerkenswert ist zudem die fehlende Korrelation zwischen aktuellem Depotvolumen und Performance. Große Mandate mit siebenstelligen Vermögen schneiden keineswegs automatisch besser ab. Im Gegenteil: Mehrere voluminstarke Depots liegen spürbar hinter dem Benchmark. Kleinere, beweglichere Mandate reagieren dagegen schneller, senken Risiken früher und vermeiden größere Schäden.
Das unterstreicht eine zentrale Erkenntnis des Projekts: Skaleneffekte ersetzen keine Risikodisziplin. Wer wachsendes Vermögen nicht mit wachsender Vorsicht begleitet, verliert in kritischen Phasen an Boden.
Max‑Drawdown‑Ranking – Performance‑Projekt 5
Größter zwischenzeitlicher Verlust seit Projektbeginn
| Rang | Vermögensverwalter | Max Drawdown (%) | Risikoeinordnung |
|---|---|---|---|
| 1 | GFA Vermögensverwaltung | ≈ 0,7–0,9 % | Herausragend defensiv |
| 2 | Dr. Kohlhase Vermögensverwaltung | ≈ 1,0–1,3 % | Sehr stabil |
| 3 | Geneon Vermögensmanagement | ≈ 1,2–1,6 % | Klar risikoarm |
| 4 | FIVV Vermögensmanagement | ≈ 1,5–2,0 % | Defensiv |
| 5 | Hoerner Bank | ≈ 1,7–2,2 % | Unterdurchschnittliches Risiko |
| 6 | Bank Gutmann | ≈ 2,0–2,5 % | Kontrolliert |
| 7 | Zürcher Kantonalbank Österreich | ≈ 2,2–2,8 % | Moderat |
| 8 | Spiekermann & Co. | ≈ 2,5–3,0 % | Akzeptabel |
| 9 | Benchmarkdepot | ≈ 2,8–3,2 % | Referenz |
| 10 | Liechtensteinische Landesbank | ≈ 3,5–4,5 % | Erhöhte Schwankung |
| 11 | Schoellerbank | ≈ 4,0–5,0 % | Spürbar volatil |
| 12 | VP Bank | ≈ 4,5–5,5 % | Zunehmendes Risiko |
| 13 | Frankfurter Bankgesellschaft | ≈ 5,0–6,0 % | Deutlich über Benchmark |
Ranking zur Vermögensentwicklung im Performance-Projekt 5
| Rang | Vermögensverwalter | Vermögensentwicklung (€) | Vermögensentwicklung (%) | Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| 1 | GFA Vermögensverwaltung | +2.000 bis +6.000 € | +0,10 % bis +0,35 % | Klare Outperformance |
| 2 | Dr. Kohlhase Vermögensverwaltung | −1.000 bis 0 € | −0,05 % bis 0,00 % | Sehr stabil |
| 3 | Geneon Vermögensmanagement | −1.500 bis −3.000 € | −0,10 % bis −0,20 % | Besser als Benchmark |
| 4 | FIVV Vermögensmanagement | −2.000 bis −4.000 € | −0,15 % bis −0,30 % | Defensiv erfolgreich |
| 5 | Hoerner Bank | −3.000 bis −5.000 € | −0,20 % bis −0,35 % | Unterdurchschnittlicher Verlust |
| 6 | Bank Gutmann | −3.500 bis −6.000 € | −0,25 % bis −0,40 % | Benchmark geschlagen |
| 7 | Zürcher Kantonalbank Österreich | −4.000 bis −6.500 € | −0,30 % bis −0,45 % | Knapp davor |
| 8 | Spiekermann & Co. | −5.000 bis −7.000 € | −0,35 % bis −0,50 % | Noch besser als Benchmark |
| 9 | Benchmarkdepot | rund −8.500 € | rund −0,50 % | Referenz |
| 10 | Liechtensteinische Landesbank | −9.000 bis −11.000 € | −0,55 % bis −0,70 % | Unter Benchmark |
| 11 | Schoellerbank | −10.000 bis −13.000 € | −0,60 % bis −0,80 % | Schwächer |
| 12 | VP Bank | −11.000 bis −14.000 € | −0,70 % bis −0,90 % | Zunehmender Druck |
| 13 | Frankfurter Bankgesellschaft | −12.000 bis −16.000 € | −0,75 % bis −1,00 % | Klar darunter |
| 14 | Berenberg | −15.000 bis −20.000 € | −0,90 % bis −1,30 % | Deutlich geschlagen |
| 15 | ODDO BHF | −18.000 bis −25.000 € | −1,10 % bis −1,60 % | Hohe Volatilität |
| 16 | HSBC Deutschland | −20.000 bis −28.000 € | −1,20 % bis −1,80 % | Instabile Woche |
| 17 | Deutsche Oppenheim Family Office | −22.000 bis −30.000 € | −1,30 % bis −1,90 % | Klare Underperformance |
| 18 | Weberbank | −25.000 bis −35.000 € | −1,50 % bis −2,20 % | Schwach |
| 19 | Hamburger Sparkasse | −28.000 bis −40.000 € | −1,70 % bis −2,50 % | Stark unter Benchmark |
| 20 | BW‑Bank | −30.000 bis −45.000 € | −1,80 % bis −2,80 % | Schlusslicht |