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Vanguard startet mit eigener digitaler Vermögensverwaltung

Indexfonds direkt von der Fondsgesellschaft

Börsenchart © phongphan5922 / stock.adobe.com
Wer in Indexfonds investiert, tut dies üblicherweise über den Broker oder eine Vermögensverwaltung. Dabei fallen Kosten an, die der Anleger tragen muss. Die weltweite Nummer 2 bei Indexfonds Vanguard bietet nun eine direkte Investmentplattform an. FUCHSBRIEFE haben sich das Angebot näher angesehen.
Der Finanzdienstleister Vanguard will mit einem neuen Vermögensverwaltungsangebot sich stärker im deutschen Markt positionieren. Dazu startet Vanguard nun eine eigene digitale Anlageplattform. Das Besondere an der Plattform: Vanguard ist der erste große Indexfonds -Anbieter, der über eine eigene Plattform Produkte an Anleger vertreibt. Andere große Player wie Blackrock / iShares oder Amundi bieten diesen Service nicht - ihre Produkte sind für Anleger via Broker oder ihren Vermögensverwalter erhältlich.

Interessierte Privatanleger müssen nur einige wenige Fragen zu ihrer Risikoneigung und Sinn und Zweck der Anlage ausfüllen. Im Anschluss erhalten sie einen (laut Algorithmen von Vanguard) passenden Anlagevorschlag. FUCHSBRIEFE haben den Test gemacht - das Prozedere dauert nicht mehr als fünf Minuten und erfordert nur die Angabe der Email-Adresse. 

In 5 Minuten zum breit gestreuten Anlageportfolio

In der Fachwelt werden derartige Plattformen Robo-Advisor genannt. Die Mindestanlagesumme liegt bei 5.000 Euro, monatlich kann ein Betrag (Sparplan) hinzugezahlt werden. Der Vanguard-Algorithmus reduziert zudem im Zeitverlauf das Risiko, das heißt die Aktienkomponente wird heruntergefahren, die Anleihekomponente steigt.

Die Plattform eignet sich für Anleger, die ein Indexfonds-Portfolio direkt beim Anbieter betreiben wollen. Das könnte etwa der passive Baustein in einer Core-Satellite-Strategie sein. Der Algorithmus liefert ein simples Anlageportfolio, das breit gestreut investiert. 

Kosten sind nicht ohne

Die Kosten für das für FUCHSBRIEFE erstellte Portfolio liegen bei 0,80% pro Jahr. Das ist günstiger als der professionelle Vermögensverwalter (durchschnittlich 1%), allerdings teurer als das ETF-Portfolio des Selfmade-Anlegers. Die reinen Fonds-Gebühren liegen bei 0,15%, der Rest ist für den Service. Worin genau der Service bei einem IT-gestützten System liegt, ist allerdings fraglich.

Fazit: Die Investmentplattform von Vanguard eignet sich für Anleger, denen professionelle Vermögensverwalter zu teuer sind und die sich in der Geldanlage auf den Algorithmus von Vanguard vertrauen. Das Onboarding ist einfach, die Kosten allerdings für ein Indexfonds-Portfolio recht hoch. Und: Alle Indexfonds kommen von einem Anbieter. Das ist ein Risiko.

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