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Wochenbericht zu Projekt VIII in KW 19: Strukturqualität im Stresstest

Kaiser Partner, Spiekermann & Co. und DGK setzen sich vorne ab

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Im Performance‑Projekt 8 (vermögensverwaltende Fonds) entscheidet nicht das Timing, sondern die Architektur der Portfolios. Alle Vermögensverwalter verzichten vollständig auf Wertpapiertransaktionen – und dennoch öffnen sich klare Leistungsunterschiede. Während das Benchmarkdepot marktgetreu und stabil verläuft, nutzen einzelne Häuser ihre strategische Aufstellung deutlich besser. Wer mehr Rendite erzielt, zahlt mit höheren Schwankungen. Wer maximale Ruhe sucht, bleibt zurück. Lesen Sie hier.

Projekt 8 erweist sich in dieser Berichts­woche als selten klarer Prüfstein strategischer Vermögensverwaltung. Kein Vermögensverwalter greift aktiv ein, kein Depot wird umgeschichtet, kein Wertpapier gehandelt. Und doch entstehen deutliche Leistungsunterschiede. Ursache sind nicht taktische Entscheidungen, sondern langfristige strukturelle Weichenstellungen. Das Benchmarkdepot markiert dabei den ruhigen Referenzpunkt für marktnahe Entwicklung ohne zusätzlichen Risikohebel. Das und mehr zeigen die Daten von Infront.

Vermögensstand aktuell

Der Vermögensstand im Projekt 8 zeigt ein ausgewogenes Bild. Die teilnehmenden Vermögensverwalter bewegen sich in vergleichbaren Größenordnungen. Extreme Konzentrationen fehlen ebenso wie auffällige Ausreißer. Diese Homogenität schafft ideale Voraussetzungen für einen sauberen Leistungsvergleich, denn sie nimmt der Depotgröße jede erklärende Kraft.

Entscheidend ist allein die Zusammensetzung der Portfolios. Während einige Häuser stärker marktgerichtet positioniert sind, halten andere bewusst Abstand. Der Vermögensstand wird damit zum Spiegel strategischer Philosophie – nicht zum Ergebnis kurzfristiger Effekte oder operativer Eingriffe.

Vermögensentwicklung

Das Benchmarkdepot erzielt in der Berichtswoche eine moderate positive Vermögensentwicklung im niedrigen fünfstelligen Euro‑Bereich. Es bildet die Marktentwicklung sachlich und stabil ab, ohne Chancen aktiv zu forcieren oder Risiken einzugehen. Deutlich besser als das Benchmark entwickeln sich Kaiser Partner Privatbank AG, Spiekermann & Co. AG und DGK & Co. Vermögensverwaltung AG. Diese Häuser erzielen eine klar höhere Vermögenszunahme – ausschließlich aufgrund ihrer strukturellen Ausrichtung. Höhere Aktienquoten, stärkere Marktnähe und wachstumsorientierte Gewichtungen entfalten ihren Effekt, ohne dass ein einziger Trade nötig wäre. Die positive Differenz zum Benchmark ist sichtbar und konsistent. Unterhalb des Benchmarks bleiben dagegen Minveo AG, AURETAS family trust GmbH und Oberbanscheidt & Cie. Vermögensverwaltung GmbH. Ihre Vermögensentwicklung fällt geringer aus und spiegelt eine bewusst defensive Positionierung wider. Diese Häuser nehmen Marktchancen nur begrenzt wahr – zugunsten von Stabilität und Risiko­begrenzung. Die relative Underperformance ist damit Ausdruck einer klaren, nicht einer fehlgeleiteten Strategie.

Max Drawdown

Beim Max‑Drawdown bestätigt das Benchmarkdepot seine Rolle als Stabilitätsmaßstab. Die Schwankung bleibt sehr niedrig und definiert das untere Ende der Risikoskala. Mehrere Vermögensverwalter unterbieten das Benchmark beim Drawdown: FV Frankfurter Vermögen AG, Oberbanscheidt & Cie. Vermögensverwaltung GmbH und Minveo AG weisen geringere zwischenzeitliche Rückgänge auf. Diese Stabilität ist jedoch nicht kostenlos erkauft – sie geht mit einer geringeren Vermögensentwicklung einher.

Auf der anderen Seite akzeptieren Kaiser Partner Privatbank AG, Spiekermann & Co. AG und DGK & Co. Vermögensverwaltung AG höhere Drawdowns als das Benchmark. Die Schwankungen bleiben kontrolliert, liegen aber spürbar über dem Referenzniveau. Genau hier zeigt sich die klassische Risiko‑Ertrags‑Relation in Reinform: Mehr Marktteilnahme schafft Mehrertrag – und fordert höhere Belastbarkeit.

Einordnung für Anleger

Projekt 8 legt die Mechanik langfristiger Vermögensverwaltung offen. Ohne jede taktische Verzerrung wird sichtbar, wie stark Strukturentscheidungen wirken. Wer das Benchmark bei der Vermögensentwicklung schlägt, tut dies mit höherem Risiko. Wer das Benchmark beim Drawdown unterbietet, verzichtet bewusst auf Renditepotenzial. Anleger erhalten damit keinen Meinungsbeitrag, sondern einen klaren, unverfälschten Vergleich strategischer Stile. Handelsaktivitäten mit Wertpapieren blieben aus.

Ranking: Wer schlägt das Benchmark?



RangVermögensverwalterVermögensentwicklungDifferenz ggü. BenchmarkMax. Drawdown
1Kaiser Partner Privatbank AG≈ +45.000 €≈ +15.000 €≈ 0,9 %
2Spiekermann & Co. AG≈ +42.000 €≈ +12.000 €≈ 1,1 %
3DGK & Co. Vermögensverwaltung AG≈ +38.000 €≈ +8.000 €≈ 0,8 %
4Benchmarkdepot≈ +30.000 €Referenz0,00 %
5FV Frankfurter Vermögen AG≈ +22.000 €≈ −8.000 €≈ 0,00 %
6Oberbanscheidt & Cie. VV GmbH≈ +18.000 €≈ −12.000 €≈ 0,00 %
7Minveo AG≈ +15.000 €≈ −15.000 €≈ 0,00 %
8AURETAS family trust GmbH≈ +12.000 €≈ −18.000 €≈ 0,1 %



Quelle: Infront


Projekt 8 ist ein Lehrstück für strategische Vermögensverwaltung. Ohne Handel entstehen klare Gewinner und Verlierer. Kaiser Partner, Spiekermann & Co. und DGK nutzen ihre Struktur besser als das Benchmark, akzeptieren dafür höhere Schwankungen. Defensive Häuser schlagen das Benchmark beim Drawdown, nicht bei der Entwicklung. Für Anleger bleibt die Erkenntnis: Performance ist das Resultat von Struktur, nicht von Aktionismus.
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