Liechtensteinische Landesbank, DGK & Co. und DRH: Diese Häuser schlagen die Benchmark in Projekt 9
Das Projekt 9 liefert in Kalenderwoche 16 laut den Daten von Infront ein besonders aussagekräftiges Bild der strategischen Qualität von Vermögensverwaltungsmandaten. Die Woche verläuft ohne extreme Marktausschläge, doch mit einem klaren Aufwärtsimpuls in risikobehafteten Anlageklassen. Genau dieses Umfeld legt offen, wie gut Portfolios positioniert sind – und ob ihre Struktur Ertrag ermöglicht oder hemmt.
Während einige Vermögensverwalter aktiv in ihre Portfolios eingreifen und Positionen drehen, halten andere konsequent an ihrer Allokation fest. Diese unterschiedliche Herangehensweise erlaubt eine präzise Trennung zwischen Allokationswirkung und operativer Aktion. Projekt 9 entwickelt sich damit zu einem Lehrstück für Anleger.
Das Benchmarkdepot setzt den Maßstab ohne Eingriffe
Das Benchmarkdepot in Projekt 9 verzichtet vollständig auf Handelsaktivitäten. Es hält seine Struktur unverändert und lässt ausschließlich die Marktbewegung wirken. Der Vermögensstand steigt in Kalenderwoche 16 auf 5,56 Millionen Euro. Gegenüber der Vorwoche bedeutet das einen Zuwachs von 24.422 Euro.
Gleichzeitig verbessert sich das Risikoprofil sichtbar. Der Max Drawdown sinkt von 2,41 Prozent auf 1,93 Prozent. Das Benchmarkdepot kombiniert damit Vermögenswachstum und sinkendes Risiko. Genau diese Balance macht es zur verlässlichen Referenzgröße für alle Teilnehmer.
Die Gewinner der Woche kommen ohne Aktion aus
Mehrere Vermögensverwalter schlagen das Benchmarkdepot bei der Vermögensentwicklung deutlich – ohne einen einzigen Trade. Besonders hervor sticht die Liechtensteinische Landesbank, deren Portfolio um 72.258 Euro zulegt. Gleichzeitig sinkt der maximale Drawdown auf 0,59 Prozent. Hoher Ertrag und minimale Schwankung treffen hier zusammen.
Auch DGK & Co. Vermögensverwaltung überzeugt eindrucksvoll. Das Vermögen wächst um 64.806 Euro, während der Max Drawdown auf gerade einmal 0,07 Prozent fällt. Kaum ein anderes Portfolio verbindet Wachstum und Stabilität so effizient. Die DRH Vermögensverwaltung folgt mit einem Zuwachs von 61.006 Euro bei deutlich rückläufigem Drawdown.
Weitere Outperformer bestätigen das Muster
Das Family Office Volksbank Kraichgau erhöht den Vermögensstand um 47.027 Euro, die Volksbank Vorarlberg erzielt 42.739 Euro Wochengewinn. Auch die BW‑Bank überschreitet mit 31.181 Euro klar die Benchmark‑Marke. Keines dieser Portfolios greift operativ ein.
Diese Ergebnisse machen deutlich, dass Outperformance in Projekt 9 nicht aus kurzfristigen Umschichtungen resultiert. Sie entsteht aus tragfähiger Struktur, marktnaher Allokation und ausreichender Risikobereitschaft.
Wer handelt – und mit welchem Ergebnis?
In Projekt 9 handeln nur zwei Vermögensverwalter aktiv. Die ABN AMRO Bank führt sechs Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von rund 497.000 Euro durch. Das Portfolio baut Positionen in einem Schwellenländer‑ESG‑Aktienfonds, einem Gold‑ETC sowie weiteren Fonds und Aktien auf. Die Woche endet dennoch mit einem Zuwachs von lediglich 9.915 Euro, deutlich unter der Benchmark.
Die Berliner Sparkasse greift sogar neunmal ein und bewegt dabei rund 426.000 Euro. Sie handelt unter anderem Deutsche‑Bank‑Aktien, Merck & Co., Sandvik, Engie sowie einen kurzfristigen Euro‑Renten‑ETF. Trotz dieser Aktivität verliert das Portfolio in der Woche 4.686 Euro an Wert.
Handelsaktivität bringt keinen Renditevorteil
Die Daten sprechen eine klare Sprache. Keines der aktiv handelnden Portfolios übertrifft die Benchmark. Während passive Strategien deutliche Vermögenszuwächse erzielen, verpuffen operative Eingriffe wirkungslos oder belasten kurzfristig sogar die Performance.
Auch auf der Risikoseite zeigt sich kein Vorteil aktiver Umschichtungen. Die niedrigsten Drawdowns weisen ausgerechnet jene Portfolios auf, die ihre Struktur nicht verändern. Handelsintensität korreliert in dieser Woche weder mit Rendite noch mit Risikoreduktion.
Korrelationen werden eindeutig sichtbar
Projekt 9 zeigt mehrere belastbare Zusammenhänge. Hohe Vermögenszuwächse gehen häufig mit sinkendem Drawdown einher. Diese positive Korrelation entsteht jedoch nicht durch Timing, sondern durch Marktpartizipation. Portfolios mit robuster Allokation profitieren doppelt.
Umgekehrt zeigt sich, dass Aktionismus keine Verbesserung erzeugt. Weder Handelsvolumen noch Anzahl der Transaktionen lassen Rückschlüsse auf Outperformance zu. Im Gegenteil: Die größten Gewinner handeln nicht.
Struktur entscheidet, nicht Bewegung
Projekt 9 verdeutlicht damit eine zentrale Anlegerlehre. Wer gut positioniert ist, muss nicht reagieren. Wer reagieren will, sollte zuvor analysieren, ob Handeln überhaupt notwendig ist. In Kalenderwoche 16 zahlt sich Geduld aus – messbar und eindeutig.
Das Benchmarkdepot bestätigt diese Lehre. Es bleibt passiv, reduziert Risiko und wächst dennoch solide. Mehrere Vermögensverwalter schlagen es klar – ebenfalls ohne Eingriffe. Die Märkte honorieren Struktur.
Projekt 9 – Ranking nach Vermögensentwicklung (KW 16)
| Rang | Vermögensverwalter | Vermögensentwicklung |
|---|---|---|
| 1 | Liechtensteinische Landesbank AG | +72.258 € |
| 2 | DGK & Co. Vermögensverwaltung AG | +64.806 € |
| 3 | DRH Vermögensverwaltung GmbH | +61.006 € |
| 4 | Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) | +52.242 € |
| 5 | Family Office Volksbank Kraichgau | +47.027 € |
| 6 | Volksbank Vorarlberg e. Gen. | +42.739 € |
| 7 | BW‑Bank | +31.181 € |
| 8 | Weberbank Actiengesellschaft | +25.318 € |
| 9 | Benchmarkdepot Projekt 9 | +24.422 € |
| 10 | Kaiser Partner Privatbank AG | +21.582 € |
| 11 | Deka Vermögensmanagement GmbH | +15.049 € |
| 12 | ABN AMRO Bank N.V. | +9.915 € |
| 13 | FRÜH & PARTNER Vermögensverwaltung AG | 0 € |
| 14 | Neue Bank AG | –849 € |
| 15 | Berliner Sparkasse | –4.686 € |