Performance-Projekte: Ruhige Woche, harte Fakten
Kalenderwoche 15 ist eine Woche der leisen Signale. Über die Performance‑Projekte 5, 7, 8 und 9 hinweg herrscht Ruhe in den Depots. Kaum Volatilität, fast keine Transaktionen, keine taktischen Manöver. Und genau deshalb entfaltet diese Woche ihre besondere Aussagekraft. Vier klar definierte Benchmarkdepots liefern den Maßstab. Sie handeln nicht, sie interpretieren nichts, sie bilden den Markt ab. Alles, was darüber hinausgeht, ist echte Differenzierung. Das und mehr liefern die Daten von Infront.
Projekt 5: Breite Basis, feine Abweichungen
Projekt 5 vereint 74 Teilnehmer inklusive Benchmark. Die Vermögensstände reichen von rund 900.000 bis etwa 1,6 Millionen Euro, der Durchschnitt liegt deutlich über der Million. Das Benchmarkdepot bildet in KW 15 eine ruhige Marktbewegung im niedrigen einstelligen Prozentbereich ab und weist einen stabilen Max Drawdown im unteren einstelligen Bereich aus.
Die Spannbreite der Wochenrenditen bleibt eng, doch sie erzählt viel. Häuser wie Plutos Vermögensverwaltung, Hansen & Heinrich, die Bethmann Bank oder Flossbach von Storch liegen leicht über dem Benchmark. Der Vorsprung beträgt häufig nur 20 bis 40 Basispunkte, entsteht aber konsequent aus höherer Marktnähe. Andere Mandate bleiben knapp darunter und glätten die Bewegung bewusst. Projekt 5 lebt von Nuancen – Tops und Flops trennen hier keine Welten, sondern Haltungen.
Projekt 7: Handelsfrequenz im Realitätscheck
Projekt 7 umfasst 44 Teilnehmer und ist das einzige Projekt mit Handelsaktivität in KW 15. Die Vermögen bewegen sich überwiegend zwischen zwei und gut drei Millionen Euro. Das Benchmarkdepot erzielt eine marktnahe Rendite knapp unter einem Prozent bei stabilem Drawdown.
Drei Vermögensverwalter greifen aktiv ein – sichtbar, aber Folge bleibt aus. Die klaren Outperformer handeln nicht. DGK & Co. Vermögensverwaltung, das Bankhaus Bauer, die Bank Vontobel Europe, die Bethmann Bank und das Family Office Volksbank Kraichgau übertreffen das Benchmark teils um 30 bis 50 Basispunkte, allein durch ihre Struktur. Die handelnden Portfolios bleiben im Mittelfeld. Die Kennzahl spricht für sich: Die durchschnittliche Abweichung der handelnden Mandate vom Benchmark ist geringer als jene der passiven Gewinner. Projekt 7 zeigt, dass Handelsfrequenz sichtbar ist – aber wirkungslos bleibt.
Projekt 8: Fondsarchitektur als Performance‑Motor
Projekt 8 ist mit 99 Teilnehmern das größte Feld. Die Vermögensstände liegen eng beieinander, meist zwischen einer und anderthalb Millionen Euro. Das Benchmarkdepot erzielt gut 1,2 Prozent Wochenrendite – Fondsmarkt pur, ohne Eingriff.
Die Spreizung ist erheblich. Genève Invest setzt sich mit über fünf Prozent Wochenplus spektakulär ab. Dahinter folgen Plutos Vermögensverwaltung, Nordea Investment Funds, die Postbank und J.P. Morgan – alle klar über dem Benchmark. Gleichzeitig bleiben defensivere Fondsstrategien deutlich zurück. Der Max Drawdown verändert sich kaum und erklärt die Rangfolge nicht. Die Performance entsteht aus der Fondsarchitektur, nicht aus Risikoeskalation. Projekt 8 macht sichtbar, wie unbarmherzig Struktur Unterschiede offenlegt.
Projekt 9: Wenn Zehntel zählen
Projekt 9 ist mit 18 Teilnehmern klein, aber kapitalstark. Die Vermögen liegen zwischen 5,1 und 5,8 Millionen Euro, der Durchschnitt bei etwa 5,4 Millionen. Das Benchmarkdepot erreicht rund 0,7 Prozent Wochenperformance bei gut 2,1 Prozent Max Drawdown.
Trotz dieser Ruhe entstehen klare Rangfolgen. Die Bethmann Bank führt mit rund 1,17 Prozent Wochenrendite, gefolgt vom Bankhaus Bauer, Berenberg, der Deutschen Bank Private Wealth Management und Donner & Reuschel. Sie schlagen das Benchmark stabil und ohne Handel. Andere Portfolios bleiben leicht darunter – nicht aus Schwäche, sondern aus bewusster Defensive. In Projekt 9 entscheidet oft ein halber Prozentpunkt über Top oder Flop.
Die Lehre aus allen Projekten
Übergreifend zeigt sich ein eindeutiges Muster. Vermögenshöhe erklärt die Performance nicht. Der Max Drawdown wirkt langfristig als Sicherheitsnetz, nicht als Renditehebel. Handelsaktivität – selbst dort, wo sie stattfindet – erzeugt keinen strukturellen Vorteil. Die entscheidende Kennzahl ist die Abweichung vom Benchmark und damit die Nähe oder Distanz zum Markt.
Kalenderwoche 15 beweist etwas, das sich selten so klar messen lässt: Qualität zeigt sich nicht im Tun, sondern im Aufbau. Wer den Markt strukturell richtig abbildet, schlägt ihn – gerade dann, wenn niemand handelt.