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Wochenbericht zu Projekt V in KW 15: Rendite, Risiko und Marktdynamik

Risiko ohne Aktion: Die stille Woche im Performance‑Projekt 5

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Kalenderwoche 15 war eine Woche ohne Handelsaktivitäten – und genau deshalb besonders aufschlussreich. Die Vermögensverwalter im Performance‑Projekt 5 (vermögensverwaltende Fonds) ließen ihre Portfolios unverändert, während die Märkte arbeiteten. Wer genauer hinschaut, erkennt: Gerade in der Ruhephase zeigen sich Struktur, Risikoprofil und Managementstil deutlich. Diese Woche liefert seltene Klarheit darüber, wie Vermögen, Entwicklung und Drawdown wirklich zusammenhängen.

Kalenderwoche 15 gehört laut den Daten von Infront zu jenen Wochen, die im operativen Alltag leicht übersehen werden. Keine Umschichtungen, keine taktischen Manöver, keine opportunistischen Zukäufe oder Absicherungen. Und doch liegt gerade in dieser Abwesenheit von Aktion der besondere Erkenntniswert dieser Woche. Denn wenn Vermögensverwalter wie die Bethmann Bank, Flossbach von Storch, DJE Kapital oder Hansen & Heinrich nicht eingreifen, bleibt nur das, was tatsächlich trägt: die Struktur des Portfolios, die Marktbewegung und das zuvor definierte Risikoprofil.

Vermögensstand: Die stille Ausgangsbasis

Der Vermögensstand der Teilnehmer im Performance‑Projekt 5 bewegt sich in KW 15 überwiegend in einem engen, projekttypischen Korridor. Die kleineren Depots liegen bei rund 915.000 Euro, während das größte Vermögen – das Benchmarkdepot – bei knapp 1,65 Millionen Euro notiert. Dazwischen finden sich nahezu alle Vermögensverwalter, angefangen bei bankenunabhängigen Häusern wie Hansen & Heinrich, KSW Vermögensverwaltung, Plutos Vermögensverwaltung oder FOCUS Asset Management bis hin zu großen Bankadressen wie Berenberg, Bethmann Bank, Bank Julius Bär, LGT Bank, M.M. Warburg oder Deutsche Bank Private Wealth Management.

Der Blick auf die Zahlen zeigt schnell: Die absolute Höhe des verwalteten Vermögens ist in dieser Woche kein erklärender Faktor für Risiko oder Entwicklung. Große Depots wie das der Bethmann Bank oder von Flossbach von Storch weisen keinen systematisch höheren oder niedrigeren Max Drawdown auf als kleinere Teilnehmer wie Do Investment, KANA Vermögensmanagement oder GFA Vermögensverwaltung. Gerade diese Gleichverteilung macht deutlich, was das Performance‑Projekt seit Jahren belegt: Die Projektarchitektur nivelliert den Einfluss der Depotgröße. Alle Teilnehmer starten mit derselben Ausgangsbasis, Unterschiede entstehen ausschließlich durch Managemententscheidung und Markteinfluss – nicht durch Skaleneffekte.

Vermögensentwicklung: Marktarbeit ohne Managementeingriff

Die Vermögensentwicklung in KW 15 ist durchweg moderat. Nahezu alle Portfolios bewegen sich im Bereich von leichten Gewinnen oder kleinen Rückgängen, meist im Korridor von wenigen Basispunkten bis maximal rund drei Prozent. Auffällig ist dabei weniger die Höhe der Veränderung als ihre Ursache: Da keinerlei Handelsaktivitäten stattfanden, resultiert jede Bewegung ausschließlich aus Marktpreisen, Zinsveränderungen und Bewertungsanpassungen bestehender Positionen.

So verzeichneten beispielsweise Häuser wie Hauck Aufhäuser Lampe, Fürst Fugger Privatbank oder Bankhaus Lampe kleinere Vermögenszuwächse, während andere – etwa die Commerzbank Private Wealth Management oder einzelne Sparkassen‑Adressen – marginale Rückgänge verbuchten. Diese Bewegungen spiegeln das Marktumfeld der Woche wider, nicht den individuellen Managementstil. Interessant ist dabei: Die Unterschiede zwischen den Teilnehmern bleiben überschaubar. Es gibt keine Ausreißer, keine extremen Wochenperformances, keine auffälligen Divergenzen. Die Woche bestätigt damit ein zentrales Prinzip professioneller Vermögensverwaltung: In ruhigen Marktphasen unterscheiden sich Portfolios weniger durch Aktion als durch ihre langfristige Ausrichtung.

Vermögensentwicklung und Struktur

Gerade weil die Entwicklung ausschließlich marktbasiert ist, erlaubt sie Rückschlüsse auf die Portfoliostruktur. Depots mit höherem Aktienanteil oder stärkerer Wachstumsorientierung reagierten etwas sensibler auf Marktbewegungen, während defensiver ausgerichtete Portfolios – etwa mit stärkerem Anleihe‑ oder Liquiditätsfokus – entsprechend gedämpfter reagierten.

Die DJE Kapital AG oder Flossbach von Storch zeigen in dieser Woche genau jene Robustheit, die Anleger von diesen Häusern erwarten: keine Sprünge, keine Volatilitätsexzesse, sondern stetige, kontrollierte Entwicklung. Andere Teilnehmer wie Plutos Vermögensverwaltung oder FOCUS Asset Management bewegen sich enger am Markt, ohne jedoch aus dem Rahmen zu fallen.

Max Drawdown: Das Gedächtnis des Portfolios

Der Max Drawdown ist die trägste Größe im Zahlenwerk der KW 15 – und zugleich die aufschlussreichste. Während sich Vermögen und Wochenperformance bewegen, bleibt der Drawdown weitgehend stabil. Werte von nahe null Prozent stehen neben zweistelligen Drawdowns von über 12 oder 15 Prozent, ohne dass diese Spanne durch die aktuelle Woche erklärbar wäre.

Der Grund ist einfach: Der Max Drawdown misst nicht die aktuelle Woche, sondern das historisch größte Verlustniveau seit Projektbeginn. Er ist das Gedächtnis des Portfolios. Häuser wie Hansen & Heinrich, B. Metzler seel. Sohn & Co. oder KSW Vermögensverwaltung bewegen sich hier traditionell im moderaten Bereich, während andere Teilnehmer bewusst höhere Schwankungen in Kauf nehmen. Bemerkenswert ist: In KW 15 verändert sich der Drawdown kaum. Selbst dort, wo Vermögen zulegt, bleibt der historische Rückschlag bestehen. Und wo Portfolios leicht verlieren, verschärft sich der Drawdown nicht automatisch. Diese Trägheit macht deutlich, wie wenig geeignet der Drawdown für kurzfristige Bewertungen ist – und wie aussagekräftig er für langfristige Risikostrategien bleibt.

Drawdown und Vermögenshöhe: Kein Zusammenhang

Ein Abgleich zwischen Vermögensstand und Max Drawdown zeigt kein systematisches Muster. Große Vermögen sind nicht risikoreicher als kleinere – und umgekehrt. Das Benchmarkdepot mit seinem hohen Volumen weist einen moderaten Drawdown auf, während einige kleinere Portfolios deutlich höhere historische Rückschläge tragen.

Diese Erkenntnis ist zentral für Anleger: Risiko ist keine Funktion der Depotgröße, sondern der strategischen Allokation. Ob Bethmann Bank, Bank Julius Bär, LGT Bank oder ein unabhängiger Vermögensverwalter – entscheidend ist nicht, wie groß das Depot ist, sondern wie es konstruiert wurde.

Benchmarkvergleich: Wer lieferte Mehrwert?

In der Kalenderwoche 15 fungiert das Benchmarkdepot als sauberer Referenzrahmen für das Marktgeschehen: Es verzeichnete einen moderaten, ausschließlich marktgetriebenen Vermögenszuwachs bei stabilem Max Drawdown. Im direkten Vergleich schnitten viele aktive Vermögensverwalter besser ab. Insbesondere Plutos Vermögensverwaltung, Bank J. Safra Sarasin, Bethmann Bank, Hansen & Heinrich sowie die Deutsche Bank Private Wealth Management übertrafen den Benchmark klar auf Wochenbasis – ohne sichtbare Einbußen im Risikoprofil. 

Andere Häuser entwickelten sich nahezu benchmarkparallel oder lagen leicht darunter, was primär auf defensivere Allokationen und geringere Marktsensitivität zurückzuführen ist. Insgesamt zeigt die Woche: Das Benchmarkdepot bildet die Marktbewegung ab – der aktive Mehrwert entsteht (oder eben nicht) aus der gewählten Struktur der Portfolios.

Gibt es Zusammenhänge? Die nüchterne Antwort

Die statistische Auswertung der KW 15 bestätigt diesen Eindruck. Zwischen der Wochenperformance und dem Max Drawdown besteht lediglich eine sehr schwache positive Korrelation von rund 0,1 – praktisch bedeutungslos. Zwischen Vermögenshöhe und Drawdown zeigt sich sogar eine leicht negative Korrelation, die ebenfalls keine Interpretationskraft besitzt.

Mit anderen Worten: In dieser Woche hängen Vermögensstand, Entwicklung und Risiko nicht kausal zusammen. Sie existieren parallel – und erzählen jeweils ihre eigene Geschichte. Genau das macht KW 15 so lesenswert: Sie zeigt die Entkopplung dieser Kennzahlen in Reinform.

Rangliste: Vermögensentwicklung – TOP 10 in Kalenderwoche 15

Performance‑Projekt 5 | Wochenvergleich in %


RangVermögensverwalterVermögensentwicklung KW 15Vermögen Vorwoche (€)Vermögen aktuell (€)
1Plutos Vermögensverwaltung AG+3,35 %1.270.5701.313.152
2Bank J. Safra Sarasin AG+2,47 %1.158.8531.187.420
3KSW Vermögensverwaltung AG+2,25 %1.389.0381.420.259
4Bethmann Bank AG+2,17 %1.441.7181.473.016
5Hansen & Heinrich AG+2,03 %1.477.3241.507.369
6von der Heydt & Co. AG+1,99 %1.255.4861.280.424
7AURETAS family trust GmbH+1,93 %1.476.7911.505.227
8Bankhaus Jungholz AG+1,88 %1.282.1881.306.305
9Deutsche Bank AG – Private Wealth Management+1,85 %1.365.5041.390.813
10FOCUS Asset Management GmbH+1,81 %1.215.3181.237.263







Quelle: Infront

 
Kalenderwoche 15 liefert im Performance‑Projekt 5 ein selten klares Bild. Ohne Handelsaktivitäten treten Struktur, Marktwirkung und langfristiges Risiko unverfälscht zutage. Der Vermögensstand bleibt neutral, die Entwicklung spiegelt allein das Marktumfeld, der Max Drawdown bewahrt sein historisches Gedächtnis. Zusammenhänge sind kaum messbar – und genau darin liegt die wichtigste Erkenntnis dieser Woche.
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