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Preiswerte Wege zur Wertpapieranlage gesucht

So günstig wie möglich

Ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der Vermögensanlage sind die laufenden Kosten. Anlagekosten und Managementgebühren schmälern die Rendite. Dem kann man entgegenwirken, damit steigen jedoch die Risiken.

Drei Dinge zehren an der Rendite einer Geldanlage: Steuern, Inflation und Kosten. Die Abgabe an den Fiskus und die allgemeine Wertentwicklung kann ein Vermögender nicht beeinflussen – wohl aber die Kosten. Dieser Faktor kann schnell 1,5% bis 2% pro Jahr ausmachen, abhängig von der gewählten Anlageform.

Die hohen Kosten ihrer Geldanlage stört auch das Ehepaar Rongner. Beide sind Mediziner und 48 Jahre alt. Ihre Liquiditätsüberschüsse zahlen sie in verschiedene Investmentfonds ein. Der aktuelle Wert beträgt 245.000 €. Jährlich kommen 30.000 € hinzu. Die Eheleute wollen den Vermögensaufbau die nächsten 10 bis 15 Jahre weiterbetreiben. Bisher haben sie ihre Anlagen nach den Empfehlungen der einen oder anderen Finanzzeitschrift gewählt.

Die Anlagekosten der Rongners liegen bei 2% im Jahr. Die Investmentfonds verlangen Managementgebühren von 1,2% bis 1,7%. Hinzu kommen weitere Kosten von jährlich bis zu 0,5% des Anlagebetrags. Da ihnen die Depotkosten sehr hoch erscheinen, wenden sie sich an einen unabhängigen Honorarberater. Er soll ihnen eine Vermögensanlage zum möglichst geringen Preis liefern.

Nur Do-it-yourself spart Kosten

Der Spezialist erklärt den Eheleuten, was möglich und was Wunschdenken ist. Wenn die Rongners zur regelmäßigen Betreuung ihrer Anlagen einen Vermögensmanager suchen, kostet das Geld – egal, ob sie einen Bankberater oder einen unabhängigen Experten wählen. Wollen sie die Kosten vermeiden, muss das Medizinerpaar sein Geld selbst verwalten. Das heißt, es muss Umschichtungen eigenständig vornehmen und die Verantwortung für die Kapitalanlage selbst übernehmen. Nur dann sind Kostenersparnisse von jährlich etwa 1% erreichbar.

Wer die Vermögensverwaltungskosten sparen will, sollte auf „ETFs" setzen, auch Index- oder passiv gemanagte Fonds genannt. Sie gibt es in vielen Varianten. Mit ETFs kann man Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Währungen ohne aktives Management erwerben. Grundlage ist ein Index, etwa der europäische Aktienindex MSCI Europa. Die Kosten eines ETF liegen zwischen 0% (z. B. EuroStoxx 50) und 0,65% (z. B. BRIC-Staaten) – also unterhalb der Gebühren eines aktiv gemanagten Fonds.

Die Zusammenstellung des Depots ist das eigentliche Problem von ETFs. Nur Aktien oder Renten im Portfolio würden den Rongners ein Klumpenrisiko bescheren. Sie brauchen ein Depot mit verschiedenen ETFs. Bei ihrer Auswahl ist wieder Profiwissen gefragt, das die Mediziner nicht haben. Damit wäre der Traum einer günstigen Kapitalanlage eigentlich ausgeträumt – hätte der Berater nicht noch zwei Trümpfe in der Tasche.

So bietet der ARERO-Weltfonds (ISIN LU 036 086 386 3) ein „Weltportfolio" an. Der ETF besteht aus 60% Aktien, 25% Renten und 15% Rohstoffen. Er kostet im Jahr 0,45% der Anlagesumme. Der Fonds ist kostenfrei oder günstig bei Direktbanken erhältlich. Sein Nachteil: Der Aktienanteil von 60% kann in einer Krise wie 2009 schnell 25% oder mehr Verlust auf das Gesamtportfolio bedeuten. Doch die Zahlen sprechen für eine Investition. Der Verlust in den letzten drei Jahren lag bei maximal 15%. Die Rendite im schwierigen Börsenjahr 2011 erreichte 7,35%, 2010 fast 13% und 2009 annähernd 30%.

Jeder sein eigener Vermögensmanager

Schließlich gibt es ein neuartiges Internetportal, das sich an Anleger wie die Rongners wendet. Auf dem Portal „www.justetf.de" können sie sich aus dem Universum aller in Deutschland handelbaren Indexfonds ihr persönliches Portfolio zusammenstellen – ohne Hilfe eines Beraters. Zu diesem Zweck gibt es ein leicht handhabbares Werkzeug für den Laien. Mehrere Musterportfolios dienen als Vorbilder. Das Tool ermittelt auch die Gesamtkostenquote, die meist deutlich unter 0,4% im Jahr liegt. Das risikoarme Musterdepot kostet sogar nur 0,26%.

Die Nutzung der Plattform kostet lediglich 120 € pro Jahr – unabhängig von der Volumensgröße. Bis zu 5 Portfolios können zusammengestellt und überwacht werden. Der Clou: justetf stellt für verschiedene Direktbanken gleich die Orderlisten zur Verfügung. Mit wenigen Klicks wird so aus einem Vorschlag ein echtes ETF-Depot. Komfortabel ist auch die Depotüberwachung: So lässt sich eine Maximalquote je Vermögensklasse einstellen. Eine Email warnt, wenn der Wert überschritten wird.

Fazit: Für selbständig agierende Anleger sind Internetportale wie justetf eine kostenmäßig unschlagbare Alternative zum Anlageberater. Allerdings treffen sie jede Entscheidung allein und tragen das volle Risiko.

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