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Wochenbericht zu Projekt IX in KW 19: Aktive Akzente in ruhigem Marktumfeld

Spiekermann & Co. dominiert mit Rotation, DGK überzeugt mit Struktur

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Im Performance‑Projekt 9 (Stiftungsportfolio) reicht eine Handvoll Transaktionen aus, um deutliche Unterschiede zu erzeugen. Während das Benchmarkdepot vollständig passiv bleibt, greifen einzelne Vermögensverwalter gezielt ein. Struktur, Risikoappetit und selektiver Handel prägen die Woche. Konkrete Umschichtungen im sechsstelligen Bereich entscheiden über Out‑ und Underperformance – und machen Projekt 9 zu einem Lehrstück moderner Vermögenssteuerung. Erfahren Sie hier mehr.

Projekt 9 zeigt in dieser Berichtswoche eindrucksvoll, wie wenig es braucht, um Wirkung zu erzielen. Insgesamt werden nur sieben Transaktionen gezählt – konzentriert auf zwei Vermögensverwalter. Das gesamte Handelsvolumen von rund 850.000 Euro verteilt sich auf wenige, dafür klare strategische Schritte. Alle übrigen Teilnehmer, einschließlich des Benchmarkdepots, verharren vollständig passiv.

Das Benchmarkdepot erfüllt damit seine Rolle als neutraler Referenzrahmen. Ohne einen einzigen Kauf oder Verkauf bildet es die Marktbewegung unverändert ab. Genau an diesem Punkt beginnen sich die Wege der aktiven Wettbewerber zu trennen. Das und mehr zeigen die Daten von Infront.

Vermögensstand aktuell

Die Vermögensstände der Teilnehmer im Projekt 9 liegen in vergleichbaren Größenordnungen. Weder Depotgröße noch Kapitalstärke erklären die Unterschiede der Woche. Entscheidend ist allein, wie das Kapital positioniert ist – und ob gezielt justiert wird. Projekt 9 bietet damit ideale Voraussetzungen für einen sauberen Leistungsvergleich.

Vermögensentwicklung

Im Vergleich zum Benchmarkdepot setzen sich zwei Häuser ab. Spiekermann & Co. AG erzielt die klar stärkste Vermögensentwicklung im Projekt. Die gezielte Aktienrotation erhöht die Marktnähe spürbar. DGK & Co. Vermögensverwaltung AG folgt auf den vorderen Plätzen – bemerkenswerterweise ohne jede Handelsaktivität. Die Outperformance entsteht hier allein aus der bestehenden Allokation.

Benchmarknah entwickelt sich Kaiser Partner Privatbank AG. Die defensive Umschichtung stabilisiert das Portfolio, begrenzt jedoch kurzfristig das Aufwärtspotenzial. Weitere Teilnehmer wie Bethmann Bank AG oder FV Frankfurter Vermögen AG bewegen sich im gleichen Korridor. Unterhalb des Benchmarks bleiben Minveo AG, Oberbanscheidt & Cie. Vermögensverwaltung GmbH und AURETAS family trust GmbH. Diese Häuser verzichten bewusst auf hohe Marktpartizipation und akzeptieren eine geringere Vermögensentwicklung zugunsten von Stabilität.

Max Drawdown

Beim Max‑Drawdown offenbart sich die andere Seite der Medaille. Das Benchmarkdepot weist nur minimale Schwankungen auf und bestätigt seinen defensiven Charakter.

Besonders stabil präsentieren sich Minveo AG, Oberbanscheidt & Cie. und FV Frankfurter Vermögen AG. Sie unterbieten das Benchmark beim Drawdown klar – allerdings um den Preis geringerer Ertragschancen. Höhere Schwankungen akzeptieren dagegen Spiekermann & Co. AG und DGK & Co.. Ihre Drawdowns liegen über dem Benchmarkniveau, bleiben jedoch kontrolliert. Die höhere Volatilität ist der kalkulierte Preis für bessere Vermögensentwicklung.

Handelsaktivitäten

Die Handelsaktivität ist quantitativ gering, qualitativ jedoch hochkonzentriert. Spiekermann & Co. AG allein verantwortet sechs der sieben Transaktionen mit einem Handelsvolumen von rund 760.000 Euro. Im Einzelnen verkauft das Haus Positionen in UniCredit und Merck & Co. und investiert das Kapital in SAP, IBM, Haleon und Novozymes. Jeder dieser Zukäufe liegt im hohen fünfstelligen bis niedrigen sechsstelligen Euro‑Bereich. Ergebnis ist eine deutlich breitere, sektorübergreifende Aktienstruktur mit höherem Wachstumspotenzial.

Kaiser Partner Privatbank AG verfolgt einen gänzlich anderen Ansatz. Das Haus verkauft eine UniCredit‑Position im Volumen von rund 36.600 Euro und erwirbt eine EFSF‑Anleihe 2032 für rund 53.800 Euro. Das Gesamtvolumen der Umschichtung beläuft sich auf gut 90.000 Euro. Ziel: Risikoabbau, höhere Stabilität, geringere Volatilität. Alle übrigen Vermögensverwalter verzichten vollständig auf Handelsmaßnahmen. Für sie entscheidet ausschließlich die bestehende Struktur über das Wochenergebnis.

Performance‑Projekt 9 – Transaktionen im Überblick

(Berichtswoche | keine weiteren Teilnehmer aktiv)


VermögensverwalterWertpapierArtAnzahl TransaktionenHandelsvolumen (ca.)
Spiekermann & Co. AGUniCreditVerkauf1ca. 120.000 €
Spiekermann & Co. AGMerck & Co.Verkauf1ca. 120.000 €
Spiekermann & Co. AGSAPKauf1ca. 160.000 €
Spiekermann & Co. AGIBMKauf1ca. 150.000 €
Spiekermann & Co. AGHaleonKauf1ca. 70.000 €
Spiekermann & Co. AGNovozymesKauf1ca. 60.000 €
Kaiser Partner Privatbank AGUniCreditVerkauf1ca. 36.600 €
Kaiser Partner Privatbank AGEFSF‑Anleihe 2,375 % 2032Kauf1ca. 53.800 €



Performance‑Projekt 9 – Ranking Vermögensentwicklung

(Maßstab: Benchmarkdepot | Zeitraum: Berichtswoche)


RangVermögensverwalterVermögensentwicklung (Woche)Einordnung ggü. Benchmark
1Spiekermann & Co. AGdeutlich über BenchmarkKlare Outperformance durch aktive Aktienrotation
2DGK & Co. Vermögensverwaltung AGüber BenchmarkOutperformance allein durch Struktur
3Kaiser Partner Privatbank AGbenchmarknahDefensive Umschichtung begrenzt Aufwärtspotenzial
4BenchmarkdepotReferenzMarktnahe, passive Entwicklung
5FV Frankfurter Vermögen AGunter BenchmarkDefensives Profil
6Oberbanscheidt & Cie. Vermögensverwaltung GmbHunter BenchmarkHohe Stabilität, geringe Marktnähe
7Minveo AGunter BenchmarkStarker Fokus Kapitalerhalt
8AURETAS family trust GmbHunter BenchmarkSehr zurückhaltende Marktpartizipation




Quelle: Infront


Projekt 9 macht Vermögensverwaltung transparent. Spiekermann & Co. setzt mit rund 760.000 Euro Handelsvolumen gezielt Akzente und erzielt die stärkste Entwicklung. DGK & Co. überzeugt allein durch Struktur. Defensiv aufgestellte Häuser glänzen beim Risiko, nicht bei der Rendite. Für Anleger zeigt sich klar: Wenige, gut gesetzte Entscheidungen wiegen schwerer als permanente Aktivität.
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