Steiermark, BTV und FRÜH & PARTNER prägen die Handelswoche
Vier Projekte, vier unterschiedliche Ausgangslagen, aber erneut ein gemeinsames Muster: Die erfolgreichsten Teilnehmer der KW 37 überzeugen nicht durch spektakuläre Handelsaktivitäten oder besonders hohe Risiken. Vielmehr dominieren jene Vermögensverwalter, die Verluste konsequent begrenzen und ihre Portfolios stabil durch das Marktumfeld steuern. Die Daten aus den Performance-Projekten 5, 7, 8 und 9 bestätigen diesen Trend eindrucksvoll. Besonders hervor treten die Steiermärkische Bank und Sparkassen AG, die Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) sowie FRÜH & PARTNER Vermögensverwaltung AG. Aber was zeigen die Daten von Infront noch?
Performance-Projekt 5: Benchmark bleibt Vermögensführer
Im Performance-Projekt 5 verteidigt das Benchmarkdepot seine Spitzenposition beim Gesamtvermögen. Mit 1.735.149,91 Euro bleibt die Referenz vor der Steiermärkische Bank und Sparkassen AG mit 1.653.785,06 Euro sowie der Zürcher Kantonalbank Österreich AG mit 1.633.404,72 Euro an der Spitze des Feldes. Kein Teilnehmer kann das Benchmarkdepot beim Gesamtvermögen überholen.
In der Wochenwertung entsteht jedoch ein anderes Bild. Das Benchmarkdepot verliert 14.240,79 Euro, während die Steiermärkische Bank und Sparkassen AG mit einem Plus von 7.086,30 Euro die beste Entwicklung aller Teilnehmer erzielt. Auch Schneider, Walter & Kollegen Vermögensverwaltung AG sowie FOCUS Asset Management GmbH beenden die Woche mit positiven Ergebnissen. Insgesamt entwickeln sich 50 Teilnehmer besser als das Benchmarkdepot.
Defensive Strategien dominieren
Die Drawdown-Daten bestätigen das Bild. Reichmuth & Co Privatbankiers und von der Heydt & Co. AG weisen weiterhin einen Max Drawdown von 0,00 Prozent auf. Schneider, Walter & Kollegen Vermögensverwaltung AG erreicht lediglich 0,1447 Prozent, FOCUS Asset Management GmbH 0,5268 Prozent und die Steiermärkische Bank und Sparkassen AG nur 0,7596 Prozent. Die erfolgreichsten Teilnehmer der Woche gehören gleichzeitig zu den risikoärmsten Strategien des Projekts.
Projekt 5 liefert damit erneut den deutlichsten Beleg der Woche: Niedrige Drawdowns gehen mit den besten Wochenresultaten einher, während hohe Vermögen allein keinen kurzfristigen Erfolg garantieren.
Performance-Projekt 7: Das Benchmark überzeugt stärker als viele Spitzenvermögen
Im Private-Banking-Projekt führt die Fürst Fugger Privatbank AG weiterhin das Vermögensranking mit 4.982.214,53 Euro an. Dahinter folgen BTG Pactual Europe und die Frankfurter Bankgesellschaft (Schweiz) AG. Das Benchmarkdepot liegt mit 2.437.331,47 Euro deutlich hinter den größten Teilnehmern und belegt Rang 26 von 45 Teilnehmern.
Bei der Wochenentwicklung präsentiert sich die Referenz jedoch deutlich stärker. Das Benchmarkdepot verliert 21.168,37 Euro und erreicht Rang 16 des Teilnehmerfeldes. Nur 15 Teilnehmer entwickeln sich besser. Die beste Wochenentwicklung erzielt die Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) mit einem Vermögenszuwachs von 855,44 Euro vor der ICFB GmbH mit plus 552,33 Euro. Gleichzeitig verliert die Fürst Fugger Privatbank AG als Vermögensführer 285.798,08 Euro und verzeichnet damit den größten Rückgang des Projekts.
Handelsaktivitäten bringen keinen Vorteil
Projekt 7 gehört zu den wenigen Wettbewerben mit dokumentierten Handelsaktivitäten. Die Oberbanscheidt & Cie. Vermögensverwaltungs GmbH verkauft Aktien von SES S.A., während die Berliner Sparkasse Aktien von QUALCOMM erwirbt. Dennoch entwickeln sich beide aktiven Teilnehmer schlechter als das Benchmarkdepot. Die Berliner Sparkasse verliert 22.610,99 Euro, Oberbanscheidt sogar 35.116,21 Euro.
Die Daten zeigen damit keinen Zusammenhang zwischen Handelsaktivität und Outperformance. Vielmehr profitieren die erfolgreichsten Teilnehmer von bestehenden Portfolioallokationen und einer insgesamt stabilen Risikosteuerung.
Performance-Projekt 8: Genève Invest führt, die Defensiven gewinnen
Im Performance-Projekt 8 bleibt Genève Invest mit 1.633.218,41 Euro Vermögen die Nummer eins. Dahinter folgen FV Frankfurter Vermögen AG, Hansen & Heinrich AG sowie FRÜH & PARTNER Vermögensverwaltung AG. Das Benchmarkdepot belegt mit 1.455.216,01 Euro Rang fünf.
Die Wochenentwicklung spricht jedoch erneut eine andere Sprache. Das Benchmarkdepot verliert lediglich 7.263,97 Euro und schlägt damit die Mehrheit des Teilnehmerfeldes. Die stärkste Entwicklung erzielt die Steiermärkische Bank und Sparkassen AG mit plus 5.853,80 Euro. Positive Ergebnisse erreichen außerdem die Liechtensteinische Landesbank (Österreich) AG, die GFA Vermögensverwaltung GmbH sowie avesco Sustainable Finance AG. Ausgerechnet Vermögensführer Genève Invest verzeichnet dagegen mit minus 43.525,99 Euro den höchsten Verlust des gesamten Projekts.
Risiko entscheidet über Erfolg
Auch hier bestätigt der Blick auf den Drawdown die Tendenz. Liechtensteinische Landesbank (Österreich) AG und Reichmuth & Co Privatbankiers weisen einen Drawdown von 0,00 Prozent auf. Dahinter folgen Wallrich Asset Management AG, Credit Suisse Private Banking (CSPB) und avesco Sustainable Finance AG mit äußerst niedrigen Risikowerten. Die Teilnehmer mit den geringsten Verlustphasen finden sich auch bei der Wochenperformance weit vorne wieder.
Projekt 8 bestätigt damit erneut einen der wichtigsten Trends der KW 37: Wer Risiken früh begrenzt, erzielt im aktuellen Marktumfeld die besseren Ergebnisse.
Performance-Projekt 9: FRÜH & PARTNER setzt die Maßstäbe
Im Stiftungsportfolio bleibt die Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) mit 6.118.067,96 Euro Vermögen Spitzenreiter. Dahinter liegen Deka Vermögensmanagement GmbH, die Liechtensteinische Landesbank AG und die Berliner Sparkasse. Das Benchmarkdepot erreicht 5.751.497,02 Euro und belegt Rang fünf.
Die Wochenwertung gewinnt jedoch FRÜH & PARTNER Vermögensverwaltung AG. Das Haus beendet die Woche ohne Vermögensverlust und erzielt damit den besten Wert des gesamten Projekts. Die Neue Bank AG folgt mit einem Minus von lediglich 20.868,97 Euro. Das Benchmarkdepot verliert 52.921,14 Euro und schlägt dennoch zwei Drittel des Teilnehmerfeldes. Auffällig ist erneut die Berliner Sparkasse, die trotz Rang vier beim Vermögen mit minus 97.889,54 Euro den höchsten Wochenverlust verzeichnet.
Aktive Umschichtungen bleiben ohne Wirkung
Die Berliner Sparkasse war zugleich der einzige aktive Teilnehmer der Woche. Sie verkaufte Anleihen und investierte in die Aktien von Realty Income Corp. und QUALCOMM Inc.. Das Gesamtvolumen der Käufe belief sich auf rund 72.460 Euro. Trotz der Umschichtung verzeichnete das Haus den höchsten Wochenverlust im gesamten Projekt.
Auch hier zeigt sich somit kein positiver Zusammenhang zwischen Handelsaktivität und Wochenperformance. Vielmehr waren jene Teilnehmer erfolgreich, die ihre bestehenden Allokationen stabil hielten und gleichzeitig niedrige Drawdowns aufwiesen.
Die zentrale Botschaft der KW 37
Der projektübergreifende Vergleich zeigt ein bemerkenswert einheitliches Bild. Die Wochengewinner heißen Steiermärkische Bank und Sparkassen AG in den Projekten 5 und 8, Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) im Projekt 7 sowie FRÜH & PARTNER Vermögensverwaltung AG im Projekt 9. Gemeinsam ist ihnen kein besonders hohes Risiko, sondern eine überdurchschnittlich gute Kontrolle von Verlustphasen. Ebenso auffällig bleibt die Rolle der Handelsaktivität. Sowohl im Private-Banking-Projekt als auch im Stiftungsportfolio entwickelten sich die aktiven Teilnehmer schlechter als die jeweiligen Benchmarkdepots. Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass innerhalb von Vermögensverwaltungsmandaten oder Fonds keine Transaktionen stattfinden. Die vorliegenden Daten zeigen jedoch klar, dass hohe sichtbare Handelsaktivität allein keine Outperformance garantiert.
Die zentrale Erkenntnis der KW 37 lautet daher: Nicht die aktivsten Vermögensverwalter gewinnen die Woche, sondern jene Häuser, die Risiken konsequent kontrollieren, Drawdowns begrenzen und ihre Portfolios bereits vor Beginn der Woche robust aufgestellt haben. Die Steiermärkische Bank und Sparkassen AG, die Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) sowie FRÜH & PARTNER Vermögensverwaltung AG liefern dafür die überzeugendsten Beispiele.