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Wochenbericht zu Projekt VII: Bewegung, Mut und Momentum im Private Banking

Struktur schlägt Aktion – Lektionen aus Projekt 7

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Kalenderwoche 15 im Performance‑Projekt 7 (Private Banking Depot) war keine Woche der lauten Entscheidungen, sondern der leisen Wirkungen. Das Benchmarkdepot blieb passiv, nur wenige Vermögensverwalter handelten aktiv – und dennoch entstand eine klare Rangordnung. Wer genauer hinsieht, erkennt: Diese Woche erzählt viel darüber, wie Struktur, Markt und Risiko zusammenspielen, wenn Aktion zur Nebensache wird.

Kalenderwoche 15 liefert gemäß den Daten von Infront im Performance‑Projekt 7 ein Lehrstück über professionelle Vermögensverwaltung. Die Märkte bewegten sich moderat, das Benchmarkdepot fungierte als neutraler Referenzpunkt, und nur drei Vermögensverwalter griffen aktiv ins Geschehen ein. Gerade diese Kombination macht die Woche analytisch so wertvoll: Sie trennt Markteinfluss von Managemententscheidung und legt offen, wo Performance wirklich entsteht.

Vermögensstand: Die Ausgangslage im gehobenen Segment

Der Vermögensstand der Teilnehmer im Projekt 7 bewegt sich auf deutlich höherem Niveau als in den klassischen Performance‑Projekten. In KW 15 liegen die meisten Portfolios zwischen rund 2,0 und 3,0 Millionen Euro, einzelne Häuser darüber. Vermögensverwalter wie Bank Vontobel Europe, Frankfurter Bankgesellschaft (Schweiz) oder die Fürst Fugger Privatbank verwalten deutlich höhere Volumina, während andere – etwa GSAM + Spee Asset Management oder Oberbanscheidt & Cie. – im unteren Bereich des Projekts angesiedelt sind.

Auffällig ist jedoch: Die reine Depotgröße spielt in dieser Woche keine erkennbare Rolle für die Wertentwicklung. Große Vermögen entwickeln sich nicht systematisch besser oder schlechter als kleinere. Das Benchmarkdepot, das ebenfalls im oberen Volumenbereich liegt, liefert keinen Größenvorteil, sondern bildet lediglich die Marktbewegung ab. Damit bestätigt sich erneut eine zentrale Erkenntnis des Projekts: Vermögen ist die Bühne – gespielt wird durch Struktur, nicht durch Höhe.

Vermögensstand und Benchmark: Ein neutraler Maßstab

Das Benchmarkdepot bleibt auch in KW 15 konsequent passiv. Es nimmt keine Handelsaktivitäten vor und reagiert ausschließlich auf Marktpreise. Mit einer Wochenperformance von knapp +1 % markiert es die reine Marktrendite dieser Kalenderwoche. Genau dieser Wert wird zum Prüfstein für alle aktiven und passiven Portfolios.

Der Vermögensstand des Benchmarks ist dabei bewusst weder defensiv noch offensiv positioniert. Er spiegelt den Markt, nicht eine Meinung. In dieser Rolle trennt es sehr klar jene Vermögensverwalter, die strukturell mehr Marktrisiko tragen – und damit Chancen und Schwankungen akzeptieren – von jenen, die bewusst glatter durch Marktphasen steuern.

Vermögensentwicklung: Mehrheit schlägt den Markt

Die Vermögensentwicklung in KW 15 zeigt ein deutliches Bild: 34 von 43 Teilnehmern im Projekt 7 entwickeln sich besser als das Benchmarkdepot, nur neun bleiben darunter. Damit übertrifft eine klare Mehrheit den reinen Marktertrag – und das, obwohl die meisten dieser Häuser nicht gehandelt haben.

An der Spitze der Wochenperformance stehen Vermögensverwalter wie DGK & Co. Vermögensverwaltung, Bankhaus Bauer, die Bank Vontobel Europe, das Family Office Volksbank Kraichgau oder die Zürcher Kantonalbank Österreich. Ihre Wochenzuwächse liegen teils deutlich über zwei Prozent und damit klar oberhalb der Benchmarkrendite. Auffällig: Kein einziges dieser Top‑Portfolios hat in KW 15 Transaktionen durchgeführt.

Vermögensentwicklung: Struktur statt Aktion

Dieses Ergebnis verschiebt den Blick weg von kurzfristiger Aktivität hin zur langfristigen Aufstellung. Häuser wie Bethmann Bank, Hauck Aufhäuser Lampe, die Wiener Privatbank oder FRÜH & PARTNER Vermögensverwaltung profitieren in dieser Woche von einer strukturell günstigen Marktnähe ihrer Portfolios. Ihre Allokationen reagieren sensibel genug, um an der Marktbewegung teilzuhaben, ohne extreme Schwankungen zu zeigen.

Demgegenüber bleiben einige wenige Portfolios hinter dem Benchmark zurück. Auch hier gilt: Das ist weniger Ausdruck schwacher Steuerung als vielmehr bewusster Vorsicht. Defensivere Ausrichtungen oder geringere Aktienquoten schützen im Rückschlag – und kosten in freundlichen Marktphasen Tempo.

Max Drawdown: Das Langzeitgedächtnis der Portfolios

Der Max Drawdown erzählt in KW 15 eine andere Geschichte als die Wochenperformance. Während sich die Vermögensstände bewegen, bleibt der Drawdown nahezu unverändert. Er misst nicht die aktuelle Woche, sondern den größten historischen Rückschlag seit Projektbeginn – und reagiert entsprechend träge.

Besonders hohe Drawdowns finden sich bei Häusern mit bewusst offensiver oder taktischer Ausrichtung. Dazu zählen unter anderem A&Q Asset Management, MAIESTAS Vermögensmanagement, aber auch FiNet Asset Management, DRH Vermögensverwaltung oder Value Experts Vermögensverwaltungs‑AG. Diese Werte sind nicht das Ergebnis der KW 15, sondern das Resultat früherer Marktphasen.

Max Drawdown im Vergleich zum Benchmark

Das Benchmarkdepot weist einen moderaten Drawdown auf. Es verzichtet auf taktische Zuspitzungen und bleibt dadurch historisch stabiler. Interessant ist jedoch: Viele Portfolios mit ähnlich niedrigem oder sogar niedrigerem Drawdown schlagen das Benchmark in KW 15 dennoch deutlich. Umgekehrt liefern einige hohe‑Drawdown‑Portfolios keine überdurchschnittliche Wochenperformance.

Die Lehre daraus ist eindeutig: Hoher Drawdown ist kein Garant für kurzfristige Mehrerträge, niedriger Drawdown kein Hindernis für Outperformance. Risiko zahlt sich nicht linear aus – es entfaltet seine Wirkung nur in bestimmten Marktphasen.

Handelsaktivitäten: Wenige Akteure, klare Handschrift

In KW 15 handelten lediglich drei Vermögensverwalter aktiv: MAIESTAS Vermögensmanagement, die Berliner Sparkasse und A&Q Asset Management. Die Spannbreite ihres Vorgehens könnte größer kaum sein. MAIESTAS nutzte die Woche zur Aktienrotation, verkaufte Atlas Copco und stockte Constellation Software sowie Beiersdorf auf. Die Berliner Sparkasse baute gezielt Aktien‑ und Schwellenländer‑Exposure aus. A&Q Asset Management hingegen setzte auf hoch taktische Steuerung mit Short‑ETPs auf Nasdaq und DAX.

Bemerkenswert: Diese Handelsaktivität war nicht Voraussetzung für eine Spitzenplatzierung. Zwar lagen MAIESTAS und A&Q im Wochenvergleich über dem Benchmark, rangierten jedoch nicht an der Spitze. Die absolute Outperformance erbrachten Portfolios, die vollständig passiv blieben.

Zusammenhänge: Was KW 15 wirklich zeigt

Die Analyse von Vermögensstand, Entwicklung, Drawdown und Handelsaktivität ergibt für KW 15 ein konsistentes Bild. Es gibt keine belastbare Korrelation zwischen Handelsaktivität und Wochenrendite. Ebenso wenig besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Drawdownhöhe und kurzfristiger Performance oder zwischen Vermögensgröße und Erfolg.

Der entscheidende Faktor ist vielmehr die vorab definierte Portfoliostruktur. Wer passend positioniert war, profitierte – unabhängig von Aktionismus. Das Benchmarkdepot erfüllt in dieser Woche seine Rolle perfekt: Es zeigt, was der Markt bringt. Alles darüber hinaus ist strukturell verdient.

Outperformer‑Ranking – Projekt 7 (KW 15)

Sortiert nach Wochenperformance (Δ %) über Benchmark


RangVermögensverwalterVermögensentwicklung KW 15Vermögen aktuell (≈ Mio. €)Aktiv/Passiv
1DGK & Co. Vermögensverwaltung AG+2,95 %2,80Passiv
2Bankhaus Bauer AG+2,44 %2,47Passiv
3Bank Vontobel Europe AG+2,29 %3,00Passiv
4Family Office Volksbank Kraichgau+2,26 %2,42Passiv
5Zürcher Kantonalbank Österreich AG+2,26 %2,48Passiv
6Frankfurter Bankgesellschaft (Schweiz) AG+2,15 %3,21Passiv
7Oberbanscheidt & Cie. Vermögensverwaltungs GmbH+2,12 %2,06Passiv
8Bethmann Bank AG+2,03 %2,42Passiv
9Alpen Privatbank+2,02 %2,44Passiv
10GVS Financial Solutions GmbH+1,90 %2,21Passiv
11FRÜH & PARTNER Vermögensverwaltung AG+1,87 %2,76Passiv
12DRH Vermögensverwaltung GmbH+1,67 %2,77Passiv
13Fürst Fugger Privatbank AG+1,66 %4,77Passiv
14Raiffeisen‑Landesbank Steiermark AG+1,56 %2,31Passiv
15GSAM + Spee Asset Management AG+1,56 %1,45Passiv


Max‑Drawdown‑Analyse

Portfolios mit besonders hohen historischen Drawdowns

Hoher Drawdown = deutlich zweistelliger maximaler Rückschlag seit Projektbeginn


VermögensverwalterRisikoeinordnung
A&Q Asset Management GmbHSehr hoher Drawdown, korreliert mit taktischem ETP‑Einsatz
MAIESTAS Vermögensmanagement AGErhöhtes Risiko durch aktive Aktienselektion
FiNet Asset Management GmbHHistorisch volatile Allokation
GSAM + Spee Asset Management AGAusgeprägte Schwankungsphasen
DRH Vermögensverwaltung GmbHKlar offensives Risikoprofil
Value Experts Vermögensverwaltungs AGMarktzyklisches Exposure








Quelle: Infront


Kalenderwoche 15 im Performance‑Projekt 7 macht eindrucksvoll sichtbar, wo Wertschöpfung entsteht. Das Benchmarkdepot setzt den Marktmaßstab, die Mehrheit der Vermögensverwalter übertrifft ihn – meist ohne zu handeln. Weder Depotgröße noch Aktionismus entscheiden, sondern die Struktur. Diese Woche beweist: Gute Vermögensverwaltung erkennt man manchmal in der Ruhe, nicht im Lärm der Transaktionen.
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