Über dem Maßstab: Fürst Fugger Privatbank, BTG Pactual Europe, Frankfurter Bankgesellschaft und weitere Spitzenhäuser vor dem Benchmarkdepot
Das Performance-Projekt 7 entwickelt sich in Kalenderwoche 16 zum aufschlussreichsten Projekt. Während andere Projekte von Handelsruhe geprägt sind, greifen hier mehrere Vermögensverwalter aktiv ins Geschehen ein. Käufe, Verkäufe und umfassende Umschichtungen prägen einzelne Portfolios. Gleichzeitig steht ein Benchmarkdepot, das bewusst unangetastet bleibt und allein von der Marktbewegung lebt. Genau dieser Gegensatz macht die Woche so lesenswert.
Das Marktumfeld spielt mit. Die Aktienmärkte stabilisieren sich, größere Verwerfungen bleiben aus. In einer solchen Phase entscheidet nicht Geschwindigkeit, sondern Struktur. Projekt 7 zeigt deshalb besonders klar, wann aktives Eingreifen Wirkung entfaltet – und wann Disziplin genügt. Aber wer hat gemäß den Daten von Infront den höchsten Vermögensstand bislang akkumuliert?
Die Spitzenreiter beim Vermögensstand: Größe als eigenes Signal
Im Projekt 7 setzt sich die Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft beim aktuellen Vermögensstand klar an die Spitze. Mit 4,92 Mio. Euro führt sie das Feld deutlich an und liegt damit mehr als 2,58 Mio. Euro über dem Benchmarkdepot mit 2,34 Mio. Euro. Diese Größenordnung ist kein Zufall, sondern Ausdruck eines über Jahre gewachsenen Mandatsvolumens, das dem Portfolio eine andere statische Kraft verleiht als kleineren Wettbewerbern. Direkt dahinter folgt BTG Pactual Europe mit 4,07 Mio. Euro. Auch dieses Haus übertrifft die Benchmark um rund 1,73 Mio. Euro und positioniert sich damit klar im oberen Vermögenssegment. Auf Rang drei schiebt sich die Frankfurter Bankgesellschaft (Schweiz) AG mit 3,26 Mio. Euro, ebenfalls deutlich vor die Benchmark. Bereits diese drei Häuser demonstrieren, dass der Vermögensstand im Projekt 7 stark spreizt und das Benchmarkdepot nicht als Größenmaßstab dient.
Das obere Verfolgerfeld bleibt dennoch dicht. Minveo AG erreicht 3,03 Mio. Euro, A&Q Asset Management kommt auf 2,95 Mio. Euro, und Bankhaus Carl Spängler & Co. AG hält 2,87 Mio. Euro. Alle diese Vermögensverwalter liegen signifikant vor der Benchmark und unterstreichen, dass Größe im Projekt 7 kein Randphänomen ist, sondern ein zentrales Strukturmerkmal. Für Anleger ist diese Rangliste vor allem als Kontext wichtig. Ein höherer Vermögensstand bedeutet nicht automatisch bessere Wochenperformance, wohl aber andere strategische Möglichkeiten, höhere Stabilität und größere Spielräume in der Allokation. Im Projekt 7 zeigt sich damit klar: Während das Benchmarkdepot die Renditereferenzen setzt, definieren Häuser wie die Fürst Fugger Privatbank, BTG Pactual Europe und die Frankfurter Bankgesellschaft die Größenordnung, in der vermögensverwaltende Mandate heute agieren.
Das Benchmarkdepot: Passiv, aber verlässlich
Das Benchmarkdepot von Projekt 7 verzichtet vollständig auf Handelsaktivitäten. Es hält seine Struktur unverändert und lässt die Marktbewegung wirken. Der Vermögensstand steigt in Kalenderwoche 16 auf rund 2,34 Millionen Euro, was einem Wochenplus von 19.643 Euro entspricht.
Gleichzeitig verbessert sich das Risikoprofil moderat. Der Max Drawdown liegt bei 2,23 Prozent und sinkt leicht gegenüber der Vorwoche. Das Benchmarkdepot erfüllt damit seine Rolle als neutraler Referenzpunkt: marktgerecht, diszipliniert, ohne operative Eingriffe. Es liefert solide Erträge, ohne Risiken künstlich zu verschieben.
Wer greift ein – und mit welchem Ziel?
Vier Vermögensverwalter entscheiden sich in dieser Woche für aktive Maßnahmen: die Kaiser Partner Privatbank, die Berliner Sparkasse, M.M. Warburg & CO und die Bethmann Bank. Alle übrigen Teilnehmer – darunter zahlreiche Privatbanken und Family‑Office‑Strukturen – bleiben konsequent passiv und folgen damit dem Ansatz des Benchmarkdepots.
Damit stehen sich zwei Strategien direkt gegenüber. Auf der einen Seite der bewusste Verzicht auf Aktion, auf der anderen Seite der Versuch, durch gezielte Eingriffe Risiken zu steuern oder Chancen früher zu nutzen. Projekt 7 erlaubt damit einen unmittelbaren Vergleich beider Philosophien.
Kaiser Partner und Berliner Sparkasse justieren gezielt
Die Kaiser Partner Privatbank nutzt Kalenderwoche 16 für eine klare Einzeltitel‑Umschichtung. Sie verkauft Alphabet‑Aktien der Klasse A im Volumen von 123.731 Euro und kauft dafür Booking‑Holdings‑Aktien im Umfang von 50.524 Euro. Die Maßnahme reduziert die Konzentration in einem Mega‑Cap und verschiebt Kapital innerhalb des Technologiesektors.
Die Berliner Sparkasse greift breiter ein. Sie reduziert Positionen in Visa und Merck & Co. und baut im Gegenzug Beteiligungen an Mastercard, Amazon und Microsoft aus. Die einzelnen Transaktionen bewegen sich überwiegend zwischen 7.000 und 17.000 Euro. Ziel ist erkennbar eine qualitative Feinjustierung im US‑Aktienbereich.
M.M. Warburg und Bethmann Bank bauen die Struktur um
Am aktivsten agiert M.M. Warburg & CO. Die Bank verkauft ihre Short‑DAX‑Position im Umfang von knapp 40.000 Euro, reduziert verschiedene Anleihe‑ und Rentenfonds und baut gleichzeitig neue Themen auf. Dazu zählen ein globaler Absolute‑Return‑Aktienfonds, ein Edelmetallfonds, ein Rohstoff‑ETF sowie ein Krypto‑Strategiefonds. Einzelkäufe erreichen Volumina von über 100.000 Euro, das Gesamtvolumen der Umschichtungen liegt eindeutig im sechsstelligen Bereich.
Auch die Bethmann Bank greift ein, allerdings defensiver. Sie reduziert mehrere US‑Aktienpositionen sowie Rentenfonds, baut Liquidität über einen Geldmarkt‑ETF auf und ergänzt selektiv Einzeltitel wie CME Group und Netflix. Ziel ist eine kurzfristige Risikoadjustierung bei gleichzeitiger Flexibilität.
Vermögensentwicklung: Aktivität bringt keinen Vorsprung
Die Auswertung der Vermögensentwicklung fällt eindeutig aus. Keines der aktiv handelnden Portfolios übertrifft das Benchmarkdepot mit seinem Wochenzuwachs von 19.643 Euro klar. Die Renditen aktiver Strategien bewegen sich meist im gleichen Bereich oder darunter und bleiben damit hinter der Erwartung zurück, durch Eingriffe zusätzlichen Ertrag zu erzielen.
Bemerkenswert ist, dass mehrere nicht handelnde Vermögensverwalter ähnliche Ergebnisse erzielen. Portfolios ohne jeden Eingriff erreichen vergleichbare Wochengewinne und bleiben nahe an der Benchmark‑Entwicklung. In dieser Marktphase liefert Aktivität keinen messbaren Renditevorteil.
Max Drawdown: Struktur wichtiger als Aktion
Auch auf der Risikoseite zeigt sich kein signifikanter Vorteil aktiver Eingriffe. Die Max‑Drawdowns fast aller Portfolios bewegen sich zwischen zwei und drei Prozent. Das Benchmark liegt mit 2,23 Prozent im soliden Mittelfeld.
Einige Handelsentscheidungen stabilisieren einzelne Segmente kurzfristig, verändern das Gesamtprofil jedoch kaum. Die Zahlen zeigen keinen belastbaren Zusammenhang zwischen Trading‑Intensität und geringerer Verlustanfälligkeit. Risiko bleibt in erster Linie eine Frage des Portfolioaufbaus.
Korrelationen klar erkennbar
Projekt 7 legt damit eine zentrale Korrelation offen. Handeln korreliert in Kalenderwoche 16 weder mit höherer Rendite noch mit niedrigerem Drawdown. Entscheidend bleibt die bestehende Allokation. Portfolios mit robuster Struktur profitieren vom Markt – unabhängig davon, ob gehandelt wird oder nicht.
Damit wird Projekt 7 zu einem Lehrstück für Private‑Banking‑Mandate. In ruhigen Marktphasen entscheidet nicht Aktivität über Erfolg oder Misserfolg, sondern Disziplin. Das Benchmarkdepot zeigt, wie weit man mit konsequenter Passivität kommt – und setzt den Maßstab, an dem sich alle messen lassen müssen.
Projekt 7 – Ranking nach Vermögensstand aktuell
| Rang | Vermögensverwalter | Vermögensstand aktuell |
|---|---|---|
| 1 | Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft | 4.919.516 € |
| 2 | BTG Pactual Europe | 4.069.087 € |
| 3 | Frankfurter Bankgesellschaft (Schweiz) AG | 3.260.486 € |
| 4 | Minveo AG | 3.028.995 € |
| 5 | A&Q Asset Management GmbH | 2.951.255 € |
| 6 | Bankhaus Carl Spängler & Co. AG | 2.874.958 € |
| 7 | DGK & Co. Vermögensverwaltung AG | 2.853.414 € |
| 8 | DRH Vermögensverwaltung GmbH | 2.827.070 € |
| 9 | Oberbanscheidt & Cie. Vermögensverwaltungs GmbH | 2.794.293 € |
| 10 | Value Experts Vermögensverwaltungs AG | 2.604.418 € |
| 11 | Spiekermann & Co AG | 2.562.373 € |
| 12 | MAIESTAS Vermögensmanagement AG | 2.546.282 € |
| 13 | Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG | 2.517.984 € |
| 14 | M.M. Warburg & CO KGaA | 2.510.193 € |
| 15 | Bankhaus Bauer AG | 2.495.950 € |
| 16 | Weberbank Actiengesellschaft | 2.493.783 € |
| 17 | Kaiser Partner Privatbank AG | 2.492.281 € |
| 18 | Alpen Privatbank | 2.467.911 € |
| 19 | Deka Vermögensmanagement GmbH | 2.463.727 € |
| 20 | Family Office Volksbank Kraichgau | 2.453.036 € |
| 21 | Bethmann Bank AG | 2.432.108 € |
| 22 | Berliner Sparkasse | 2.400.623 € |
| 23 | von der Heydt & Co. AG | 2.382.318 € |
| 24 | Volksbank Vorarlberg e. Gen. | 2.365.243 € |
| 25 | Liechtensteinische Landesbank (Österreich) AG | 2.357.609 € |
| 26 | Raiffeisen‑Landesbank Steiermark AG | 2.338.976 € |
| 27 | Benchmarkdepot Projekt 7 | 2.338.281 € |
| 28 | Wiener Privatbank SE | 2.332.819 € |
| 29 | FV Frankfurter Vermögen AG | 2.319.860 € |
| 30 | Neue Bank AG | 2.296.018 € |
| 31 | AURETAS family trust GmbH | 2.251.483 € |
| 32 | GVS Financial Solutions GmbH | 2.239.904 € |
| 33 | Kathrein Privatbank AG | 2.216.938 € |
| 34 | Zürcher Kantonalbank Österreich AG | 2.159.353 € |
| 35 | Schelhammer Capital Bank AG | 2.131.160 € |
| 36 | Liechtensteinische Landesbank AG | 2.094.301 € |
| 37 | FiNet Asset Management GmbH | 2.074.547 € |
| 38 | CONCEPT Vermögensmanagement GmbH & Co. KG | 2.072.198 € |
| 39 | Dr. Kohlhase Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH | 2.044.850 € |
| 40 | Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) | 2.043.714 € |
| 41 | ICFB GmbH | 1.986.711 € |
| 42 | FRÜH & PARTNER VERMÖGENSVERWALTUNG AG | 1.779.214 € |
| 43 | Lungershausen Eggensperger Enzler & Partner AG | 1.704.334 € |
| 44 | GSAM + Spee Asset Management AG | 1.465.841 € |