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Wochenbericht zu Projekt VII: Bewegung, Mut und Momentum im Private Banking

Über dem Maßstab: Fürst Fugger Privatbank, BTG Pactual Europe, Frankfurter Bankgesellschaft und weitere Spitzenhäuser vor dem Benchmarkdepot

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Das Projekt 7 (Private Banking Depot) liefert in Kalenderwoche 16 ein seltenes Spannungsfeld. Während das Benchmarkdepot bewusst stillhält, greifen mehrere Banken aktiv ins Portfolio ein. Verkäufe, Käufe, Umbauten: Hier wird gehandelt. Doch lohnt sich der Eingriff? Wer baut Vermögen schneller auf, wer reduziert Risiken effektiver – und wer bleibt trotz Aktivität hinter dem Benchmark zurück? Projekt 7 zeigt, wann Handeln wirkt und wann Struktur genügt.

Das Performance-Projekt 7 entwickelt sich in Kalenderwoche 16 zum aufschlussreichsten Projekt. Während andere Projekte von Handelsruhe geprägt sind, greifen hier mehrere Vermögensverwalter aktiv ins Geschehen ein. Käufe, Verkäufe und umfassende Umschichtungen prägen einzelne Portfolios. Gleichzeitig steht ein Benchmarkdepot, das bewusst unangetastet bleibt und allein von der Marktbewegung lebt. Genau dieser Gegensatz macht die Woche so lesenswert.

Das Marktumfeld spielt mit. Die Aktienmärkte stabilisieren sich, größere Verwerfungen bleiben aus. In einer solchen Phase entscheidet nicht Geschwindigkeit, sondern Struktur. Projekt 7 zeigt deshalb besonders klar, wann aktives Eingreifen Wirkung entfaltet – und wann Disziplin genügt. Aber wer hat gemäß den Daten von Infront den höchsten Vermögensstand bislang akkumuliert? 

Die Spitzenreiter beim Vermögensstand: Größe als eigenes Signal

Im Projekt 7 setzt sich die Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft beim aktuellen Vermögensstand klar an die Spitze. Mit 4,92 Mio. Euro führt sie das Feld deutlich an und liegt damit mehr als 2,58 Mio. Euro über dem Benchmarkdepot mit 2,34 Mio. Euro. Diese Größenordnung ist kein Zufall, sondern Ausdruck eines über Jahre gewachsenen Mandatsvolumens, das dem Portfolio eine andere statische Kraft verleiht als kleineren Wettbewerbern. Direkt dahinter folgt BTG Pactual Europe mit 4,07 Mio. Euro. Auch dieses Haus übertrifft die Benchmark um rund 1,73 Mio. Euro und positioniert sich damit klar im oberen Vermögenssegment. Auf Rang drei schiebt sich die Frankfurter Bankgesellschaft (Schweiz) AG mit 3,26 Mio. Euro, ebenfalls deutlich vor die Benchmark. Bereits diese drei Häuser demonstrieren, dass der Vermögensstand im Projekt 7 stark spreizt und das Benchmarkdepot nicht als Größenmaßstab dient.

Das obere Verfolgerfeld bleibt dennoch dicht. Minveo AG erreicht 3,03 Mio. Euro, A&Q Asset Management kommt auf 2,95 Mio. Euro, und Bankhaus Carl Spängler & Co. AG hält 2,87 Mio. Euro. Alle diese Vermögensverwalter liegen signifikant vor der Benchmark und unterstreichen, dass Größe im Projekt 7 kein Randphänomen ist, sondern ein zentrales Strukturmerkmal. Für Anleger ist diese Rangliste vor allem als Kontext wichtig. Ein höherer Vermögensstand bedeutet nicht automatisch bessere Wochenperformance, wohl aber andere strategische Möglichkeiten, höhere Stabilität und größere Spielräume in der Allokation. Im Projekt 7 zeigt sich damit klar: Während das Benchmarkdepot die Renditereferenzen setzt, definieren Häuser wie die Fürst Fugger Privatbank, BTG Pactual Europe und die Frankfurter Bankgesellschaft die Größenordnung, in der vermögensverwaltende Mandate heute agieren.

Das Benchmarkdepot: Passiv, aber verlässlich

Das Benchmarkdepot von Projekt 7 verzichtet vollständig auf Handelsaktivitäten. Es hält seine Struktur unverändert und lässt die Marktbewegung wirken. Der Vermögensstand steigt in Kalenderwoche 16 auf rund 2,34 Millionen Euro, was einem Wochenplus von 19.643 Euro entspricht.

Gleichzeitig verbessert sich das Risikoprofil moderat. Der Max Drawdown liegt bei 2,23 Prozent und sinkt leicht gegenüber der Vorwoche. Das Benchmarkdepot erfüllt damit seine Rolle als neutraler Referenzpunkt: marktgerecht, diszipliniert, ohne operative Eingriffe. Es liefert solide Erträge, ohne Risiken künstlich zu verschieben.

Wer greift ein – und mit welchem Ziel?

Vier Vermögensverwalter entscheiden sich in dieser Woche für aktive Maßnahmen: die Kaiser Partner Privatbank, die Berliner Sparkasse, M.M. Warburg & CO und die Bethmann Bank. Alle übrigen Teilnehmer – darunter zahlreiche Privatbanken und Family‑Office‑Strukturen – bleiben konsequent passiv und folgen damit dem Ansatz des Benchmarkdepots.

Damit stehen sich zwei Strategien direkt gegenüber. Auf der einen Seite der bewusste Verzicht auf Aktion, auf der anderen Seite der Versuch, durch gezielte Eingriffe Risiken zu steuern oder Chancen früher zu nutzen. Projekt 7 erlaubt damit einen unmittelbaren Vergleich beider Philosophien.

Kaiser Partner und Berliner Sparkasse justieren gezielt

Die Kaiser Partner Privatbank nutzt Kalenderwoche 16 für eine klare Einzeltitel‑Umschichtung. Sie verkauft Alphabet‑Aktien der Klasse A im Volumen von 123.731 Euro und kauft dafür Booking‑Holdings‑Aktien im Umfang von 50.524 Euro. Die Maßnahme reduziert die Konzentration in einem Mega‑Cap und verschiebt Kapital innerhalb des Technologiesektors.

Die Berliner Sparkasse greift breiter ein. Sie reduziert Positionen in Visa und Merck & Co. und baut im Gegenzug Beteiligungen an Mastercard, Amazon und Microsoft aus. Die einzelnen Transaktionen bewegen sich überwiegend zwischen 7.000 und 17.000 Euro. Ziel ist erkennbar eine qualitative Feinjustierung im US‑Aktienbereich.

M.M. Warburg und Bethmann Bank bauen die Struktur um

Am aktivsten agiert M.M. Warburg & CO. Die Bank verkauft ihre Short‑DAX‑Position im Umfang von knapp 40.000 Euro, reduziert verschiedene Anleihe‑ und Rentenfonds und baut gleichzeitig neue Themen auf. Dazu zählen ein globaler Absolute‑Return‑Aktienfonds, ein Edelmetallfonds, ein Rohstoff‑ETF sowie ein Krypto‑Strategiefonds. Einzelkäufe erreichen Volumina von über 100.000 Euro, das Gesamtvolumen der Umschichtungen liegt eindeutig im sechsstelligen Bereich.

Auch die Bethmann Bank greift ein, allerdings defensiver. Sie reduziert mehrere US‑Aktienpositionen sowie Rentenfonds, baut Liquidität über einen Geldmarkt‑ETF auf und ergänzt selektiv Einzeltitel wie CME Group und Netflix. Ziel ist eine kurzfristige Risikoadjustierung bei gleichzeitiger Flexibilität.

Vermögensentwicklung: Aktivität bringt keinen Vorsprung

Die Auswertung der Vermögensentwicklung fällt eindeutig aus. Keines der aktiv handelnden Portfolios übertrifft das Benchmarkdepot mit seinem Wochenzuwachs von 19.643 Euro klar. Die Renditen aktiver Strategien bewegen sich meist im gleichen Bereich oder darunter und bleiben damit hinter der Erwartung zurück, durch Eingriffe zusätzlichen Ertrag zu erzielen.

Bemerkenswert ist, dass mehrere nicht handelnde Vermögensverwalter ähnliche Ergebnisse erzielen. Portfolios ohne jeden Eingriff erreichen vergleichbare Wochengewinne und bleiben nahe an der Benchmark‑Entwicklung. In dieser Marktphase liefert Aktivität keinen messbaren Renditevorteil.

Max Drawdown: Struktur wichtiger als Aktion

Auch auf der Risikoseite zeigt sich kein signifikanter Vorteil aktiver Eingriffe. Die Max‑Drawdowns fast aller Portfolios bewegen sich zwischen zwei und drei Prozent. Das Benchmark liegt mit 2,23 Prozent im soliden Mittelfeld.

Einige Handelsentscheidungen stabilisieren einzelne Segmente kurzfristig, verändern das Gesamtprofil jedoch kaum. Die Zahlen zeigen keinen belastbaren Zusammenhang zwischen Trading‑Intensität und geringerer Verlustanfälligkeit. Risiko bleibt in erster Linie eine Frage des Portfolioaufbaus.

Korrelationen klar erkennbar

Projekt 7 legt damit eine zentrale Korrelation offen. Handeln korreliert in Kalenderwoche 16 weder mit höherer Rendite noch mit niedrigerem Drawdown. Entscheidend bleibt die bestehende Allokation. Portfolios mit robuster Struktur profitieren vom Markt – unabhängig davon, ob gehandelt wird oder nicht.

Damit wird Projekt 7 zu einem Lehrstück für Private‑Banking‑Mandate. In ruhigen Marktphasen entscheidet nicht Aktivität über Erfolg oder Misserfolg, sondern Disziplin. Das Benchmarkdepot zeigt, wie weit man mit konsequenter Passivität kommt – und setzt den Maßstab, an dem sich alle messen lassen müssen.

Projekt 7 – Ranking nach Vermögensstand aktuell



RangVermögensverwalterVermögensstand aktuell
1Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft4.919.516 €
2BTG Pactual Europe4.069.087 €
3Frankfurter Bankgesellschaft (Schweiz) AG3.260.486 €
4Minveo AG3.028.995 €
5A&Q Asset Management GmbH2.951.255 €
6Bankhaus Carl Spängler & Co. AG2.874.958 €
7DGK & Co. Vermögensverwaltung AG2.853.414 €
8DRH Vermögensverwaltung GmbH2.827.070 €
9Oberbanscheidt & Cie. Vermögensverwaltungs GmbH2.794.293 €
10Value Experts Vermögensverwaltungs AG2.604.418 €
11Spiekermann & Co AG2.562.373 €
12MAIESTAS Vermögensmanagement AG2.546.282 €
13Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG2.517.984 €
14M.M. Warburg & CO KGaA2.510.193 €
15Bankhaus Bauer AG2.495.950 €
16Weberbank Actiengesellschaft2.493.783 €
17Kaiser Partner Privatbank AG2.492.281 €
18Alpen Privatbank2.467.911 €
19Deka Vermögensmanagement GmbH2.463.727 €
20Family Office Volksbank Kraichgau2.453.036 €
21Bethmann Bank AG2.432.108 €
22Berliner Sparkasse2.400.623 €
23von der Heydt & Co. AG2.382.318 €
24Volksbank Vorarlberg e. Gen.2.365.243 €
25Liechtensteinische Landesbank (Österreich) AG2.357.609 €
26Raiffeisen‑Landesbank Steiermark AG2.338.976 €
27Benchmarkdepot Projekt 72.338.281 €
28Wiener Privatbank SE2.332.819 €
29FV Frankfurter Vermögen AG2.319.860 €
30Neue Bank AG2.296.018 €
31AURETAS family trust GmbH2.251.483 €
32GVS Financial Solutions GmbH2.239.904 €
33Kathrein Privatbank AG2.216.938 €
34Zürcher Kantonalbank Österreich AG2.159.353 €
35Schelhammer Capital Bank AG2.131.160 €
36Liechtensteinische Landesbank AG2.094.301 €
37FiNet Asset Management GmbH2.074.547 €
38CONCEPT Vermögensmanagement GmbH & Co. KG2.072.198 €
39Dr. Kohlhase Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH2.044.850 €
40Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV)2.043.714 €
41ICFB GmbH1.986.711 €
42FRÜH & PARTNER VERMÖGENSVERWALTUNG AG1.779.214 €
43Lungershausen Eggensperger Enzler & Partner AG1.704.334 €
44GSAM + Spee Asset Management AG1.465.841 €


















Quelle: Infront


Das Projekt 7 (Private Banking Depot) zeigt in Kalenderwoche 16 eine klare Lehre. Das Benchmarkdepot bleibt passiv und liefert eine solide Performance mit kontrolliertem Drawdown. Mehrere Banken greifen aktiv ein, doch keine erzielt dadurch einen klaren Vorteil. Handeln stabilisiert, strukturiert und justiert – outperformt aber nicht automatisch. Für Anleger bedeutet das: In ruhigen Marktphasen entscheidet nicht Aktivität, sondern die langfristige Architektur des Portfolios.
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