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Wochenbericht zu Projekt VII: Risiko zeigt sein wahres Gesicht

Welche Vermögensverwalter mithalten – und wer deutlich zurückbleibt

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Projekt 7 wird zur Bewährungsprobe für Anleger und Vermögensverwalter. Während das Benchmarkdepot vollständig passiv bleibt und mit kontrollierter Vermögensentwicklung überzeugt, greifen nur drei Häuser aktiv ein. Doch genau dort, wo gehandelt wird, steigt das Risiko. Welche Trades besonders heikel waren, welche Kennzahlen jetzt zählen und warum der Max Drawdown in dieser Woche über Sieg oder Niederlage entscheidet, zeigt die detaillierte Analyse. Lesen Sie hier.

Vermögen gesamt: Kapital ist reichlich vorhanden – doch es arbeitet nicht gleich gut

Auf den ersten Blick wirkt Projekt 7 in Kalenderwoche 18 komfortabel gestartet. Die meisten Mandate verwalten Vermögen im mittleren bis hohen siebenstelligen Bereich. Doch genau hier beginnt die erste Fehlannahme vieler Anleger: Vermögenshöhe allein erzeugt keine Stabilität. Das Benchmarkdepot zeigt exemplarisch, wie entscheidend Struktur und Allokation sind. Ohne einen einzigen Trade bleibt das Vermögen nahezu unverändert im Markt positioniert und fängt Schwankungen besser ab als viele aktive Wettbewerber. Das und mehr zeigen die Daten von Infront.

Die Berliner Sparkasse nutzt ihr Depotvolumen defensiv und greift nur minimal ein. A&Q Asset Management dagegen setzt trotz vergleichbarer Vermögensgröße gezielt auf stärkere Umschichtungen. Die Weberbank wiederum verändert das Gesamtvermögen kaum, verschiebt aber interne Schwerpunkte. Hier wird deutlich: Kapital kann stabilisieren oder verstärken – je nachdem, wie es eingesetzt wird.

Vermögensentwicklung: Die stille Outperformance des Benchmarks

Die entscheidende Frage für Anleger lautet nicht, wer gehandelt hat, sondern wer das Benchmark bei der Vermögensentwicklung schlägt. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Das Benchmarkdepot verliert in der Woche lediglich etwa −0,4 % bis −0,6 %. Damit liegt es deutlich besser als der Großteil des Teilnehmerfelds und vor allen aktiv handelnden Vermögensverwaltern.

Die Berliner Sparkasse hält ihren Wochenverlust nahe an diesem Niveau und bewegt sich damit im stabilen Bereich. A&Q Asset Management rutscht nach den umfangreichen Umschichtungen deutlich stärker ab und bleibt klar hinter der Referenz zurück. Die Weberbank kann die Performance zwar stabilisieren, erreicht aber ebenfalls keine relative Verbesserung gegenüber dem Benchmark. Für Anleger wird klar: Transaktionen allein sind kein Hebel für kurzfristige Outperformance.

Max Drawdown: Der wahre Gradmesser von Qualität

Der Max Drawdown entlarvt in Projekt 7 viele Strategien. Während das Benchmarkdepot im bisherigen Projektverlauf einen maximalen Rückgang von unter 3 % aufweist, zeigen andere Depots deutlich höhere historische Belastungen. Diese Kennzahl ist entscheidend, weil sie erklärt, wie widerstandsfähig ein Portfolio ist, wenn Märkte drehen.

Die Korrelation ist eindeutig: Depots mit niedrigem Drawdown zeigen auch in dieser Woche geringere Verluste. Die Berliner Sparkasse profitiert von einem moderaten Drawdown und bleibt stabil. A&Q Asset Management erhöht durch die Konzentration auf einen Einzeltitel das Klumpenrisiko – ein klassischer Drawdown‑Treiber. Die Weberbank reduziert zyklisches Risiko, kann den historisch aufgebauten Schwankungsdruck aber kurzfristig nicht vollständig neutralisieren. Drawdown wirkt wie ein Vorschaden: Er bestimmt, wie stark neue Marktbewegungen einschlagen.

Transaktionen: Wo Risiko bewusst in Kauf genommen wurde

Besonders spannend für Anleger ist der Blick auf die einzelnen Trades – und deren Risikoprofil. Der riskanteste Trade stammt von A&Q Asset Management. Der Verkauf zweier Fondspositionen im Gesamtvolumen von rund 48.000 Euro reduziert zwar Streuung, der anschließende Kauf einer einzelnen Aktie für rund 84.000 Euro erhöht jedoch Konzentration und Volatilität erheblich. Ein einziger Titel trägt nun deutlich mehr zur Wertentwicklung bei. In einer nervösen Marktphase ist das ein klassisches Chancen‑Risiko‑Spiel – mit kurzfristig negativem Effekt. Die Berliner Sparkasse agiert weit kontrollierter. Der Verkauf von 360 Aktien eines Konsumgüterwerts zu 48,07 Euro je Stück (Volumen rund 17.300 Euro) reduziert gezielt Einzeltitelrisiken. Dieser Trade ist defensiv, risikoarm und dient der Glättung – nicht der Renditejagd.

Die Weberbank wählt einen taktisch sauberen, aber risikoärmeren Ansatz. Der Verkauf von 225 Technologie‑Aktien (≈ 12.865 Euro) und der Kauf von 1.244 Infrastruktur‑Aktien (≈ 12.751 Euro) erfolgt nahezu volumenneutral. Zyklisches Risiko wird gegen defensive Cashflows getauscht. Das senkt die Schwankungsanfälligkeit, erzeugt aber kurzfristig keinen Performance‑Sprung. Die Bilanz ist eindeutig: Keiner der Trades verbessert die relative Position gegenüber dem Benchmark. Im Gegenteil – vor allem hohe Konzentrationsentscheidungen verschlechtern kurzfristig das Risiko‑Ertrags‑Profil.

Entscheidende Kennzahlen: Worauf Anleger jetzt achten müssen

Projekt 7 zeigt klar, welche Kennzahlen derzeit zählen. Erstens die relative Vermögensentwicklung gegenüber dem Benchmark – nicht der absolute Gewinn. Zweitens der Max Drawdown, der als Frühindikator für Stabilität fungiert. Drittens das Transaktionsvolumen im Verhältnis zum Gesamtvermögen: Je größer diese Quote, desto höher das kurzfristige Risiko. Handelsaktivität wirkt nur dann positiv, wenn sie Drawdown reduziert oder Struktur verbessert. In dieser Woche gelingt das keinem der aktiven Manager.

Transaktionen im Performance‑Projekt 7 (Wochenübersicht)



VermögensverwalterDatumTransaktionWertpapierAssetklasseStückzahlKurs (€)Volumen (€)Risikoeinordnung
Berliner Sparkasse27.04.2026VerkaufUnilever PLCAktie36048,0717.305defensiv, Risikoabsenkung
A&Q Asset Management30.04.2026VerkaufQuantex Global Value I CHFFonds50492,6124.630Reduktion Diversifikation
A&Q Asset Management30.04.2026VerkaufIncrementum Crypto Gold EURFonds120195,6523.478Reduktion Themenexposure
A&Q Asset Management30.04.2026KaufEZCORP Inc. AAktie3.00027,9683.868hohes Konzentrationsrisiko
Weberbank30.04.2026VerkaufInfineon Technologies AGAktie22557,1812.866Abbau Zyklik
Weberbank30.04.2026KaufTerna SpAAktie1.24410,2512.751defensiver Ersatz




Quelle: Infront


Projekt 7 (Private Banking Depot) liefert eine klare Lektion für Anleger: Das Benchmarkdepot gewinnt nicht durch Aktion, sondern durch Widerstandskraft. Riskante Trades – vor allem hohe Konzentrationen – verschlechtern kurzfristig das Profil, statt Vorteile zu bringen. Die entscheidende Korrelation lautet: niedriger Drawdown gleich bessere Wochenperformance. Wer Stabilität sucht, muss Risiken begrenzen – nicht vermehren.
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