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Wochenbericht zu Projekt IX in KW 11: Rendite, Risiko und Handel

Wer handelt, wer liefert – und wie das Benchmarkdepot die Messlatte setzt

Illustriert mit Canva und ChatGPT
In Kalenderwoche 11 zeigt das Performance‑Projekt 9 (Stiftungsportfolio) deutliche Unterschiede zwischen aktiven und passiven Vermögensverwaltern. Einige Häuser nutzen gezielte Umschichtungen, während andere ihre Positionen halten. Wer zu den Gewinnern zählt, welche Titel gehandelt werden und wie sich die Depots entwickeln – der Wochenüberblick für Anleger.

Das Feld teilt sich in dieser Woche klar in zwei Lager: Wenige Vermögensverwalter greifen mit spürbaren Umschichtungen ein und bewegen teils hohe Volumen, während die Mehrheit der Teilnehmer die Marktentwicklung ohne eigene Trades laufen lässt. Genau diese Konstellation macht die Woche so aufschlussreich, denn sie zeigt, wie tragfähig die Portfolioarchitekturen in ruhigen Märkten sind – und ob taktische Eingriffe kurzfristig tatsächlich zusätzliche Rendite heben.

Das Benchmarkdepot setzt dabei den Kompass. Es erhöht das Vermögen in KW 11 um 32.214,27 €, was einer Wochenrendite von rund 0,58 % entspricht, und hält den Maximal‑Drawdown bei 1,29 %. Diese Kombination aus ordentlichem Ertrag und diszipliniertem Risiko bildet die Referenzgröße der Woche. Jedes Depot, das in KW 11 besser abschneiden will, muss diesen Markstein in Rendite und Stabilität übertreffen – eine Hürde, die nur ein einziger Vermögensverwalter nimmt. Das und mehr zeigen die Daten von Infront

Handel prägt das Bild – aber nicht die Rangliste

Auf der Handelsseite dominieren drei Akteure: die Berliner Sparkasse – Niederlassung der BSK 1818 AG, das Family Office Volksbank Kraichgau und die Deka Vermögensmanagement GmbH. Diese drei Häuser stehen für sämtliche Transaktionen der Woche und bewegen zusammen über eine Million Euro Bruttovolumen. Die Berliner Sparkasse führt mit rund 794.553 € die Volumenliste deutlich an, das Family Office folgt mit rund 600.516 €, die Deka bringt rund 78.446 € auf die Waage. Netto‑Cashflows bleiben bei allen dreien nahe Null, was auf Rebalancing‑Charakter und taktische Feinarbeit schließen lässt – nicht auf großflächige Richtungswetten.

Die Orderbücher erzählen eine klare Geschichte. Die Berliner Sparkasse rotiert entlang von Aktien‑ und Bond‑Bausteinen: Sie verkauft u. a. Deutsche Telekom (+71.945 €) und Österreich 22/26 (+60.801 €), realisiert Gewinne in BMW (+67.289 €) und Fresenius Medical Care (+66.048 €) und baut im Gegenzug Knorr‑Bremse (–80.576 €) sowie Aktien wie Procter & Gamble (–58.829 €), Novo Nordisk (–49.605 €), Bristol‑Myers Squibb (–38.947 €) und UPS (zwei Trades, Netto –83.244 €) auf. Das Family Office schiebt die großen Hebel über ETFs – Verkauf Amundi Smart Overnight (+301.872 €), Zukäufe VanEck DM Dividend (–103.040 €), Amundi Core Stoxx 600 (–91.404 €), Xtrackers S&P 500 EUR‑Hedge (–34.984 €) und iShares Nasdaq‑100 (–69.216 €). Die Deka setzt selektive Akzente in American Tower (+11.855 €), Henkel (+17.640 €), UPS (–43.570 €) und Magnum Ice Cream Co. N.V. (+5.380 €). Diese Größenordnungen untermauern das Muster: Bond‑Rotation und blue‑chip‑Picks bei der Berliner Sparkasse, breite ETF‑Regie beim Family Office, schmaler Stock‑Pick‑Ansatz bei der Deka.

Gewinnerbild: Wer zieht vorbei, wer bleibt zurück?

Den stärksten Lauf verzeichnet die GVS Financial Solutions GmbH. Das Depot gewinnt +47.374,23 € hinzu, was einer Wochenrendite von rund 0,87 % entspricht – und damit über der Benchmark liegt. GVS ist in KW 11 der einzige Vermögensverwalter, der die Referenzrendite übertrifft. Dahinter reiht sich das Benchmarkdepot selbst ein (+32.214,27 €, ca. 0,58 %), gefolgt von der Kaiser Partner Privatbank AG (+29.163,61 €, ca. 0,52 %) und der Liechtensteinischen Landesbank AG (+27.881,10 €, ca. 0,51 %). DGK & Co. Vermögensverwaltung AG (+24.219,64 €, ca. 0,47 %) und die Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) (+24.978,93 €, ca. 0,44 %) komplettieren das obere Drittel – jedoch unter der Benchmarkrendite.

Am Tabellenende steht die VOLKSBANK VORARLBERG e. Gen. mit –17.566,54 €, dicht gefolgt von der Hamburger Sparkasse AG (–16.279,21 €) und der ABN AMRO Bank N.V. (–15.173,21 €). Die BW‑Bank (–9.736,39 €) und die Weberbank Actiengesellschaft (–9.226,39 €) zeigen ebenfalls negative Wochenbeiträge. Die Deka beendet die Woche geringfügig im Minus (–1.191,72 €), während Family Office Volksbank Kraichgau (+1.907,21 €) und Berliner Sparkasse (+3.107,39 €) leichte Zugewinne erzielen – beide jedoch klar unter der Benchmarkrendite. Dieses Muster zieht sich durch: Breite Pluszeichen, aber nur eine echte Outperformance gegenüber der Referenz.

Aktiv schlägt passiv? In dieser Woche nicht

Die aggregierte Auswertung trennt die Spreu vom Weizen. Aktive Vermögensverwalter – Berliner Sparkasse, Family Office, Deka – erzielen im Schnitt nur rund 0,02 % Wochenrendite, die passiven Teilnehmer erreichen im Durchschnitt rund 0,12 %. Auch der durchschnittliche Euro‑Zuwachs pro Depot spricht für die Passiven (~6.928 €) gegenüber den Aktiven (~1.274 €). In KW 11 trägt also nicht die Handelsfrequenz, sondern die Strukturqualität. Wer sauber diversifiziert, risikoadjustiert aufstellt und ohne hektische Eingriffe läuft, fährt in dieser Woche besser.

Das heißt nicht, dass die aktiven Eingriffe falsch sind. Die Berliner Sparkasse rollt Laufzeiten, schichtet Kupons um und justiert Titelselektion, das Family Office kalibriert Beta und Währungsrisiken über ETF‑Bausteine, die Deka setzt schlanke Stock‑Trades. Diese Maßnahmen dienen sichtbar der Strukturpflege und können in kommenden Wochen das Renditepotenzial heben. In KW 11 reicht die Wirkung jedoch nicht für eine Outperformance gegen die Referenz. Die Woche demonstriert vielmehr, dass Timing und Zielgröße eines Trades wichtiger sind als die schiere Summe der Umsätze.

Max‑Drawdown: Risiko bleibt beherrschbar

Das Risikoprofil bestätigt die Beobachtung. Das Benchmarkdepot hält den Max‑Drawdown bei 1,29 % und dient damit als Stabilitätsanker. Kaiser Partner Privatbank AG bewegt sich mit 2,04 %, die Liechtensteinische Landesbank AG mit 1,88 % in einem komfortablen Korridor. GVS Financial Solutions kombiniert die höchste Wochenrendite mit 2,21 % Drawdown, was auf ein aktiennahes, aber robust konstruiertes Portfolio schließen lässt. Auf der volatileren Seite stehen u. a. die Hamburger Sparkasse AG (3,42 %) und ABN AMRO Bank N.V. (3,92 %), die höhere Schwankungsbreiten hinnehmen. Insgesamt bleibt das Risikobild moderat und ohne Ausreißer – passend zur Marktphase.

Die Verbindung aus Performance und Drawdown unterstreicht die Benchmark‑Lehre der Woche. Wer die Renditemarke der Referenz knacken will, muss nicht nur Ertrag liefern, sondern gleichzeitig Schwankungsrisiken im Zaum halten. GVS gelingt das als einzigem Haus. Die Mehrheit profitiert zwar von einem freundlichen Umfeld, kommt aber an die Balance aus Ertrag und Risiko des Benchmarkdepots nicht heran. Genau diese Balance macht die Referenz in KW 11 so wertvoll – als Messlatte und als Blaupause.

Was Anleger aus KW 11 mitnehmen

Anleger lesen aus dieser Woche drei Kernpunkte heraus. Erstens: Struktur schlägt Frequenz. In ruhigen Märkten liefern sauber diversifizierte, risikoarme Portfolios oft die beste Mischung aus Rendite und Stabilität. Zweitens: Aktive Eingriffe wirken zeitversetzt. Rebalancing, Kupon‑ und Laufzeitmanagement oder ETF‑Feinsteuerung zahlen selten sofort auf die Wochenrendite ein, verbessern aber die künftige Ertrags‑/Risikoposition. Drittens: Outperformance bleibt anspruchsvoll. In KW 11 gelingt sie nur GVS Financial Solutions, die Benchmark verteidigt die Spitze nicht nur mit Ertrag, sondern auch mit einem niedrigen Drawdown. Diese Trias erklärt, warum das Feld zwar überwiegend positiv abschließt, die Referenz jedoch kaum jemand überbietet.

Die Woche liefert damit keine simple Antwort auf die Frage „aktiv oder passiv“, sondern eine präzise Analyse: qualitätssicher aktiv oder konsequent strukturiert passiv. Beides kann funktionieren. In KW 11 setzt die Benchmark den Ton – und GVS zeigt, wie man ihn übertrifft. Die meisten anderen Depots bleiben ordentlich, aber nicht glänzend. Für die nächste Woche zählt, ob die aktiven Strukturentscheidungen der Berliner Sparkasse, des Family Office und der Deka die angestrebten Profile tatsächlich verbessern und damit den Weg für eine nachhaltige Outperformance öffnen. Genau dort setzt die Erwartung an – und dort entscheidet sich, ob Taktik in Rendite umschlägt.

RangVermögensverwalterWochen­veränderung (€)Wochen­rendite (%)Drawdown (%)Benchmark‑Vergleich
1GVS Financial Solutions GmbH47.374,230,8682,2101über Benchmark
2Benchmarkdepot32.214,270,5801,2886unter/gleich Benchmark
3Kaiser Partner Privatbank AG29.163,610,5242,0423unter/gleich Benchmark
4Liechtensteinische Landesbank AG27.881,100,5131,8787unter/gleich Benchmark
5Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV)24.978,930,4392,6449unter/gleich Benchmark
6DGK & Co. Vermögensverwaltung AG24.219,640,4683,2159unter/gleich Benchmark
7Berliner Sparkasse – Niederlassung der BSK 1818 AG3.107,390,0563,4636unter/gleich Benchmark
8Family Office Volksbank Kraichgau1.907,210,0361,9404unter/gleich Benchmark
9FRÜH & PARTNER Vermögensverwaltung AG0,000,0001,3142unter/gleich Benchmark
10Deka Vermögensmanagement GmbH–1.191,72–0,0223,1961unter/gleich Benchmark
11Hansen & Heinrich AG–2.137,80–0,0411,7342unter/gleich Benchmark
12Neue Bank AG–3.172,35–0,0580,5154unter/gleich Benchmark
13DRH – Vermögensverwaltung GmbH–8.620,35–0,1651,7215unter/gleich Benchmark
14Weberbank Actiengesellschaft–9.226,39–0,1743,0494unter/gleich Benchmark
15BW‑Bank–9.736,39–0,1863,0767unter/gleich Benchmark
16ABN AMRO Bank N.V.–15.173,21–0,2903,9181unter/gleich Benchmark
17Hamburger Sparkasse AG–16.279,21–0,3143,4159unter/gleich Benchmark
18VOLKSBANK VORARLBERG e. Gen.–17.566,54–0,3202,5765unter/gleich Benchmark


Handelsaktivitäten im Projekt 9 in KW 11



VermögensverwalterTransaktionstypAnzahlVolumen (abs., €)
Berliner Sparkasse – Niederlassung der BSK 1818 AGAnkauf7399.021,95
Berliner Sparkasse – Niederlassung der BSK 1818 AGVerkauf7395.530,63
Family Office Volksbank KraichgauAnkauf4298.644,00
Family Office Volksbank KraichgauVerkauf1301.871,70
Deka Vermögensmanagement GmbHAnkauf143.570,35
Deka Vermögensmanagement GmbHVerkauf334.875,46

  • Nur 3 Vermögensverwalter handeln in KW 11.
  • Alle 15 übrigen Vermögensverwalter bleiben vollständig passiv.

Top‑5 der meistgehandelten Wertpapiere (nach Anzahl)


RangWertpapierAnzahl Transaktionen
1Henkel AG & Co. KGaA Vorzugsaktien2
2United Parcel Service Inc. B2
33% Knorr Bremse MTN 24/291
42% Österreich 22/26 MTN1
51,75% Deutsche Telekom MTN 19/311


(Der Rest der Wertpapiere kommt jeweils nur einmal vor.)


Top‑5 Wertpapiere nach Handelsvolumen


RangWertpapierHandelsvolumen (abs., €)
1MUL‑Amundi Smart Overnight ETF301.871,70
2VanEck DM Dividend ETF103.040,00
3Amundi Core Stoxx Eur.600 ETF EUR Hedge91.404,00
4United Parcel Service Inc. B83.244,25
53% Knorr Bremse MTN 24/2980.575,78



➡ ETFs dominieren die Volumenliste deutlich.
➡ UPS ist der größte Einzeltitel der Woche.



Quelle: Infront


Die KW 11 zeigt: Aktive Manager wie Berliner Sparkasse und Family Office Volksbank Kraichgau nutzen Marktbewegungen taktisch, während defensive Häuser ebenso solide Ergebnisse erzielen. Die breit gestreute Outperformance im oberen Bereich und der stabile Beitrag des Benchmarkdepots sprechen für ein spannendes Marktumfeld.
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