Ausländische Banken reißen sich um deutsche Privatkunden
Die Beratungsqualität hat sich verschlechtert, die Unsicherheit steigt
Diese Kunden treffen aber auf eine immer schwächere Beratungsqualität deutscher Private Banking Anbieter. Das zeigen die TOP-Ratings der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz. Während die 2000er Jahre noch eine "goldene Zeit" für deutsche Banken waren, haben die zunehmende Regulatorik und Standardisierung seit der Finanzkrise die Beratungsqualität in der Breite in Deutschland geschwächt. In diese "Qualitäts-Lücke" stoßen nun die ausländischen Institute.
Gleichzeitig nimmt die Verunsicherung der Privatkunden zu. Die strukturellen Schwächen des Euros, die Konjunkturschwäche, der zunehmende Rechtspopulismus - viele finden hierzulande nicht mehr die gewünschte Sicherheit. In der Folge lernen sie die Vorzüge einer Bank zu schätzen, die ihnen den Zugang zu Märkten außerhalb der Eurozone eröffnet (FB vom 03.07.2023).
Anbieter aus Liechtenstein, der Schweiz und den USA sehen ihre Chance
Das spüren vor allem Banken aus der Schweiz und Liechtenstein. Darum wird ab dem kommenden Jahr wird die Liechtensteinische Landesbank in Frankfurt, Düsseldorf und München präsent sein. Die LGT betreut seit 2022 wieder Kunden in Hamburg. In der Münchner Niederlassung werden noch keine Kunden betreut. Das soll sich aber ändern. Auch Düsseldorf, Köln und Frankfurt habe die LGT im Visier. Die österreichische Oberbank eröffnete 2022 drei neue Filialen in Deutschland. Auch die Zürcher Kantonalbank (Schweiz) strebt ins deutsche Private Banking.
Auch angelsächsische Banken entdecken verstärkt Deutschland. So geht die US-Großbank JP Morgan mit einem Digitalangebot in die Offensive. Das läuft bereits sehr erfolgreich in Großbritannien. Die Online-Bank "Chase" solle nun von Berlin aus erst in Deutschland und dann auch in anderen EU-Ländern starten. Auch Goldman Sachs investiert massiv in das Wachstum der Frankfurter Tochter. Eine neue GS-Filiale wurde 2022 in München eröffnet.