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Fuchsrichter Logo Merck Fink Privatbankiers AG, TOPS 2021, Beratungsgespräch

Individuelle Nachhaltigkeit im Nachhinein

Wie schlägt sich Merck Finck im Markttest Nachhaltigkeit? Copyright: Pixabay
Unter dem Motto "Anlegen mit gutem Gewissen" wird der nachhaltig interessierte Anleger bei Merck Fink auf der Homepage schnell fündig: Ein zweiseitiges pdf-Dokument zum Runterladen informiert sehr sachlich über das Thema "Nachhaltige Geldanlage". Außerdem verspricht die 1870 gegründete Bank: "Wir handeln nachhaltig und verantwortungsbewusst und versuchen das, was wir tun, so klar und unkompliziert wie möglich zu machen - für uns und unsere Kunden." Der Kunde möchte nun mehr erfahren und ruft an.
Das Telefonat mit der Berliner Niederlassung von Merck Fink verläuft in der Tat unkompliziert. Freundlich erkundigt sich der Berater nach dem Anliegen des Kunden und wie viel Zeit dieser für das Beratungsgespräch mitbringe. Als er erfährt, dass es dem Kunden um Nachhaltigkeit in der Geldanlage geht, verweist er auf die immer größere Popularität dieses Themas. Ohne nach dem Anlagevolumen zu fragen, kommt es schnell zu einer Terminvereinbarung.

Niederlassung von außen kaum ersichtlich 

Die am Kurfürstendamm gelegene Niederlassung ist auf den ersten Blick von außen kaum ersichtlich. Und dies ist unter dem Gesichtspunkt der Diskretion ganz im Sinne des Kunden. Schließlich erwartet ihn ein großes, gediegenes und helles Zimmer zum vereinbarten Beratungsgespräch. Zunächst zwei und später drei Berater nehmen an dem Gespräch teil. Erfreulicherweise kommen sie recht schnell auf das eigentliche Kundenanliegen zu sprechen, müssen allerdings bei einigen Fragen zunächst passen bis der "Dritte im Bunde" in Form des Portfoliomanagers und Nachhaltigkeitsexperten zum Gespräch hinzukommt. 

Anliegen des Kunden:

  • Anlagevolumen: 1,1 Mio. Euro 
  • Anlagehorizont: mind. 10 Jahre
  • Risikobereitschaft: gering
  • Nachhaltigkeitsfokus: Tierschutz und Klimaschutz
  • Besonderheiten: 50% des aktuellen Anlagevolumens in CHF wegen früherer Berufstätigkeit in der Schweiz. Ablehnung strukturierter Produkte wegen mangelnder Transparenz.
Die Berater scheinen sich das Xing-Profil des Kunden genau angesehen zu haben und zeigen sich gut vorbereitet. Anfangs bemühen sie sich, dem Kunden das gesamte Dienstleistungsportfolio der Bank auszubreiten: Vom Thema Altersvorsorge über das Thema Erben, Vererben und Patientenverfügung bis hin zum Thema Immobilienfinanzierung. Was schließlich die nachhaltige Vermögensanlage betrifft, so geht die Bank im ersten Schritt nach Negativkriterien vor und schließt die "schlimmsten Anlagen" von vornherein aus. Beim Auswahlprozess der Einzeltitel arbeitet die Bank eng mit der Ratingagentur Sustainalytics zusammen. 

Berater legen ihr eigenes Geld nicht nachhaltig an

Von dem nachhaltigen Researchinstitut ist der Kunde weniger angetan, da ihn die Kriterien von Sustainalytics insbesondere im Bereich Klimaschutz nicht überzeugen. Außerdem  vermerkt er als einen "Minuspunkt", dass die Kundenbetreuer ihr eigenes Geld nicht nachhaltig anlegen. Zum Abschluss des insgesamt gut strukturierten, doch etwas über das vereinbarte Zeitmaß hinausgehenden Gesprächs fordert man den Kunden auf, die DSGVO zu unterschreiben und zum nächsten Gespräch einen Depotauszug mitzubringen. 

Der Anlagevorschlag trifft vier Tage später beim Kunden ein. Er enthält ein Musterportfolio sowie eine Präsentation zur nachhaltigen Geldanlage. Beim Anschreiben hat die Bank versehentlich auf den falschen Standardtext – dem Bestandskunden zugedachten "Vermögensbericht" – zurückgegriffen. Dies erscheint dem Kunden unprofessionell. Außerdem sind ein paar Details im Gesprächsprotokoll nachträglich zu korrigieren. 

Zusätzliche Ausschlusskriterien erforderlich

Beim Depotvorschlag fehlen dem Kunden die ESG-Ratings zu den ausgewählten Titeln sowie mögliche Kostenangaben. Auf sein Nachfragen hin, erfährt der Kunde schließlich, dass die Gebühren der nachhaltigen Vermögensverwaltung bei einem Prozent liegen. Ein Beratungsmandat ist hingegen mit 0,7 % Kosten verbunden. Außerdem ist der Kunde über einige Titel erstaunt, die nach seinem Empfinden den eigenen Nachhaltigkeitskriterien mit dem Fokus Tier- und Klimaschutz widersprechen. Insbesondere die Auto- und Milchindustrie möchte er nicht unterstützen, findet aber entsprechende Titel im Portfolio wieder. 

Schließlich hält der Kunde fest, dass Tierschutzkritierien im Depot gar keine und Klimaschutzkriterien nur eine schwache Berücksichtigung finden. Dies spricht er gegenüber dem Berater an, der sich daraufhin bemüht, Abhilfe zu schaffen. Im Rahmen eines Beratungsmandats könnten bestimmte Branchen im Sinne des Kunden ausgeschlossen werden. Gemeint sind die Fleisch-, Fisch-, Milch- und Pelzindustrie. Es stimmt den Kunden versöhnlich, dass "seine" Nachhaltigkeit nachgelegt werden kann.

Preis-Leistungsverhältnis    

Kosten:

  • Vermögensverwaltung: 1,25 % p.a. zzgl. MwSt.

Mindestanlagesumme:

  • Fondsvermögensverwaltung ab 125.000 Euro
  • Private Banking und nachhaltige Geldanlage ab 500.000 Euro
  • Wealth Management ab 10 Mio. Euro

Dienstleistungsportfolio

Kerngeschäftsfelder:

  • Vermögensverwaltung und -beratung
  • Kreditgeschäft
  • Beteiligungsangebote

Spezialitäten:

  • Offshore-Vermögensverwaltung
  • Cross-Border-Vermögensberatung

Nachhaltigkeitsexpertise

  • Eigenes Kompetenzzentrum Nachhaltigkeit
  • Bevorzugter Kooperationspartner: Sustainalytics
  • Berater sind durch "spezielle ESG-Trainings" zum Thema Nachhaltigkeit geschult

Teilnahme am Performance-Projekt: Nein

Kontakt

  • Anschrift: Merck Finck Privatbankiers AG, Kurfürstendamm 214, 10719 Berlin, Deutschland
  • Internet:www.merckfinck.de

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Das Telefonat mit der Berliner Niederlassung von Merck Fink verläuft in der Tat unkompliziert. Freundlich erkundigt sich der Berater nach dem Anliegen des Kunden und wie viel Zeit dieser für das Beratungsgespräch mitbringe. Als er erfährt, dass es dem Kunden um Nachhaltigkeit in der Geldanlage geht, verweist er auf die immer größere Popularität dieses Themas. Ohne nach dem Anlagevolumen zu fragen, kommt es schnell zu einer Terminvereinbarung.

Niederlassung von außen kaum ersichtlich 

Die am Kurfürstendamm gelegene Niederlassung ist auf den ersten Blick von außen kaum ersichtlich. Und dies ist unter dem Gesichtspunkt der Diskretion ganz im Sinne des Kunden. Schließlich erwartet ihn ein großes, gediegenes und helles Zimmer zum vereinbarten Beratungsgespräch. Zunächst zwei und später drei Berater nehmen an dem Gespräch teil. Erfreulicherweise kommen sie recht schnell auf das eigentliche Kundenanliegen zu sprechen, müssen allerdings bei einigen Fragen zunächst passen bis der "Dritte im Bunde" in Form des Portfoliomanagers und Nachhaltigkeitsexperten zum Gespräch hinzukommt. 

Fazit: Merck Finck Privatbankiers verfügt bereits über eine solide Nachhaltigkeitsexpertise und wirbt auch mit dieser auf der eigenen Homepage. Allerdings ist das Thema noch nicht ganz bei den Beratern angekommen, die ihr Geld selber nicht nachhaltig anlegen und erst im Nachhinein die gewünschten Ausschlusskritierien des Kunden ernst nehmen. Immerhin: Hier zeigen sie die gewünschte Flexibilität.

HINWEIS: Dieses Bankenporträt beruht auf den Eindrücken aus einem individuellen Erstberatungsgespräch, das ein zuvor geschulter Testkunde durchgeführt hat. Die wiedergegebenen Eindrücke wurden während des Gesprächs oder unmittelbar danach schriftlich protokolliert. Subjektive Wahrnehmungen lassen sich nicht ausschließen. Der Testkunde hat sich zur Neutralität gegenüber dem getesteten Institut verpflichtet. Die Bewertung wurde nach einem festen Schema vorgenommen, das die Private Banking Prüfinstanz. erstellt hat. Es beruht auf der jahrelangen – wissenschaftlich untermauerten – Beschäftigung mit dem Thema Beratungsqualität im Private Banking durch die Private Banking Prüfinstanz, Dr. Richter QF/QF und Ralf Vielhaber / Verlag Fuchsbriefe.

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