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Julius Bär Europe vergisst die Diskussion

Mit insgesamt 74,3 Punkten in allen vier Wertungskategorien erreichte die Bank Julius Bär Europe AG ein Gut und Platz 18 in der Gesamtwertung.
Die deutsche Tochter der Bank Julius Bär legt ein gut verständliches Dokument als Anlagevorschlag vor. Doch an der entscheidenden Stelle verweigert die Bank die versprochene „Diskussion".

Bank Julius Bär Europe AG hat im Beratungsgespräch eine gute Figur gemacht. Als Fazit hielt die Prüfinstanz fest:

„Julius Bär: Eine Bank, auf die Sie sich verlassen können." In der Tat, das haben wir so erlebt. Sehr kompetent und professionell vom Anfang bis zum Ende. Wir sehen unsere Ziele uns Wünsche nicht nur klar und gut herausgefiltert, sondern haben den Eindruck, dass sich diese auch im Anlagevorschlag wiederfinden. Das muss im nächsten Schritt noch professionell begutachtet werden.

Qualifiziert für Auswertung von Vermögensstrategie und Portfolioqualität

Damit hatte sich Bank Julius Bär Europe AG für die fachliche Auswertung von Vermögensstrategie und Portfolio qualifiziert.

Julius Bär möchte mit uns auch in den schriftlichen Dialog gehen. „Unser Vorschlag zur Diskussion" heißt das Dokument der Münchner, das sie uns zusenden. Auf ein gesondertes Protokoll verzichtet die Bank allerdings.

Gut ist: Die Bank nimmt unsere Sorge um den Euro ernst. Unser Euro-Maximum von 25 % findet daher Berücksichtigung. Das Portfolio ist währungsseitig so aufgebaut: 60,4 % USD, 19,7 % EUR, 8,8 % CHF, 2,5 % AUD, 2,2 % JPY, 6,4 % Sonstige Währungen.

Julius Bär bevorzugt Einzelaktien, insbesondere internationale Blue-Chips. Die Dividendenrendite wird mit 2,2 % angegeben. Aktienfonds werden u. a. für Schwellenländer-Investments eingesetzt. 59,4 % sind Einzelaktien, 12,5 % sind Aktienfonds und ETFs, 4,00 % Sonstige Alternative sowie 3,0 % Alternative Rohstoffe.

Die Anleihenseite ist so aufgebaut: 12,2 % Unternehmensanleihen, 8 % Rentenfonds ETFs und 1 % Cash. Schwerpunkt ist dabei der US-Dollar.

Anlagevorschlag leicht lesbar

Die Bank macht es dem Leser leicht, da sie eine gute Balance zwischen Grafiken und erläuterndem Text schafft. Übersichtlich sind der historische Rückblick und die Risikosimulation. Wir sehen, dass in 2008 29 % Verlust zu erleiden gewesen wären. Der höchste maximale Verlust lag noch darüber bei 40 %. Und das ist deutlich mehr als unsere – auch von der Bank dokumentierte – Risikogrenze.

Leider fehlt es hier an dieser kritischen Stelle an Erläuterungen, warum die Bank dennoch dieses Portfolio vorstellt. Ein Einstieg in die versprochene „Diskussion" wäre gut. Denn auch im weiteren Verlauf sehen wir keine kritische Auseinandersetzung dieses Zielkonflikts.

Den ganzheitlichen Ansatz der Bank erkennen wir in der Anregung, eine Finanz- und Nachfolgeplanung zu liefern. Am Ende macht die Bank einen grünen Haken an unserer Risikotoleranz: „Ziel erreicht", soll das wohl heißen. Doch dies sehen wir nicht so.

Die Bank verlangt für ihre Leistung 0,8% zzgl. MwSt., Kickbacks werden ausgekehrt.

Fazit Vermögensstrategie und Portfolio 

Julius Bär liefert einen gut verständlichen Vorschlag. Wir sehen ein breit strukturiertes Depot und dies zu einem marktgerechten Preis. Doch der Vorschlag ist offensichtlich zu risikoreich. So fehlt es an der Diskussion dieses Zielkonflikts. Dies haben Wettbewerber deutlich besser gelöst. So bleibt die Bank mit diesem Vorschlag hinter den Top-Leistungen etlicher Wettbewerber.

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WISSENSWERTES

 Julius Bär Europe AG, Brienner Strasse 1, 80077 München, www.juliusbaer.com


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Gesamtfazit: Julius Bär Europe überzeugt uns im Beratungsgespräch und der Transparenz. Leider stimmt die Risikojustierung des ansonsten ordentlichen Anlagevorschlags nicht ganz.

Mit insgesamt 74,3 Punkten in allen vier Wertungskategorien erreichte die Bank Julius Bär Europe AG ein Gut und Platz 18 in der Gesamtwertung.

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