ALPS Family Office offeriert gemeinnütziger Jugendstiftung breit gestreutes Portfolio
Das Family Office ALPS bringt sich mit einem individuellen Vorschlag in den Wettbewerb um die Vermögensverwaltung der Wilhelm Weidemann Jugendstiftung ein. Es stellt eine breite, weltweite Streuung des Stiftungsportfolios in Aussicht. Ein diversifiziertes Anleihensegment generiere laufende ordentliche Erträge für Ausschüttungen für den Stiftungszweck, die weltweit diversifizierten Aktien lieferten die notwendige Renditeoptimierung für den langfristigen, realen Kapitalerhalt. Interessant. Und wie geht es weiter?
Zusätzlich will ALPS durch dividendenstarke Aktientitel ordentliche Erträge für Ausschüttungen erzielen, um den Stiftungszweck erfüllen zu können. Durch zusätzliche Beimischung des Sachwerts Gold und taktische Liquiditätshaltung wolle man das Verlustrisiko im aktuell herausfordernden Marktumfeld reduzieren, kündigt ALPS an. Knapp 9 Prozent sollten daher in Liquidität investiert werden, fast 42 Prozent in Renten, gut 32 Prozent in Aktien, nicht ganz 10 Prozent in Mischfonds und gut 7 Prozent in Edelmetalle – ein breit diversifiziertes Portfolio, auch was die regionale Verteilung betrifft.
Das wünschen sich die Stifter
- Die Wilhelm Weidemann Jugendstiftung sucht für 2,7 Millionen Euro Stiftungskapital einen neuen Vermögensverwalter
- Gefordert werden Erfahrungen im Vermögensmanagement für Stiftungen
- Das Portfolio soll strategisch in bis zu 45 Prozent Aktien und 55 Prozent Anleihen aufgeteilt sein.
- Zentrale Vorgaben sind der Erhalt des Stiftungsvermögens, die Begrenzung möglicher Vermögensverluste sowie darüber hinaus mindestens 50.000 Euro ordentliche Erträge nach Kosten p.a. zur Fortführung der Stiftungsarbeit.
- Die Einhaltung der Vorgaben der staatlichen Stiftungsaufsicht des Landes Berlin zur Verwaltung des Stiftungsvermögens ist eine weitere Anforderung – der Anbieter soll zeigen, dass er diese kennt und umsetzt.
- Die Wilhelm Weidemann Jugendstiftung wünscht außerdem die Einhaltung des Leitfadens der EKD zur Nachhaltigkeit von Vermögensanlagen und des Grundsatzpapiers „Nachhaltigkeit in der Wilhelm Weidemann Jugendstiftung“.
Konkrete Verbesserungsvorschläge
ALPS reicht ein in sich stimmiges, gut strukturiertes und verständliches Angebot ein. Der Vermögensverwalter erfasst die Stifterwünsche vollständig, geht dann aber leider nicht auf alle Anforderungen angemessen ein. Positiv: ALPS greift das vorhandene Portflolio des Stiftungsvermögens auf, bewertet es und entwickelt konkrete Verbesserungsvorschläge, die er in einem Anlagevorschlag auch umsetzt. Das haben nicht viele Mitbewerber so ausführlich gemacht.
Erwähnenswert ist auch, dass ALPS dank weltweit diversifizierte Aktien und der damit eingehenden notwendigen Renditeoptimierung den langfristigen, realen Kapitalerhalt in Aussicht stellt. Zusätzlich würden, so ALPS, durch dividendenstarke Aktientitel ordentliche Erträge für Ausschüttungen für den Stiftungszweck erreicht.
Ausschüttung gewährleistet
Klare Worte findet der Vermögensverwalter bei den Ausschüttungen. Er stellt dar, dass ordentliche Erträge in Höhe von knapp 67.500 Euro zu erwarten sind, was abzüglich der Vermögensverwaltungsgebühr von 0,6 Prozent p.a zu einer Ausschüttung in Höhe von 51.000 Euro führt. Damit kann der Wunsch der Stiftung nach 50.000 Euro jährlicher Ausschüttungen erfüllt werden. Eine langfristige Ausschüttungsplanung findet hingegen nicht statt.
Als Nachweis für die von den Stiftern gewünschte einschlägige Stiftungsexpertise bietet sich laut ALPS das institutionelle Mandat eines kirchlichen Vereins an, welches der Vermögensverwalter seit über neun Jahren in der Verwaltung hat und welche vergleichbare Risiko-, Ertrags-, und Nachhaltigkeitsvorgaben wie die Wilhelm Weidemann Jugendstiftung hat. Hier wären ein paar mehr Worte erhellend gewesen.
Einige Lücken
Bis hierhin ist der Leser noch sehr optimistisch, was die künftige Zusammenarbeit mit ALPS betrifft. Doch leider gibt es auch Lücken in der Ausarbeitung, die das Gesamtbild trüben. Der Leser vermisst konkrete Aussagen zum Investmentprozess und wie gegen Vermögensverluste vorgegangen werden soll – beides Anforderungen, die die Stiftung in der Ausschreibung gestellt hatte. Die gewünschte Darstellung des Risikomanagement-Modells des Unternehmens fehlt ebenfalls. Es gibt auch keine nachvollziehbaren Aussagen zur Inflation. Schade, dass sich die Autoren des ansonsten guten Anlagevorschlages diese letzte Mühe nicht gemacht haben.
Die Kosten erläutert ALPS angemessen ausführlich, und sie liegen mit 1 Prozent p.a. auch im guten Mittelfeld. Der Vermögensverwalter erwähnt kurz, dass bei aktiven Produkten die Investitionen in kosteneffiziente institutionelle I-Tranchen erfolgen. Falls diese nicht vorhanden sind, gibt es ein komplette Auskehrung an die Stiftung.
| 2023 | Qualifikationsrunde | ALPS Family Office offeriert gemeinnütziger Jugendstiftung breit gestreutes Portfolio |
Das Angebot der ALPS Family Office AG in der Schnellübersicht
Cash Anteil im Portfolio: 9 Prozent
Aktienanteil im Portfolio: 32 Prozent
Rentenanteil im Portfolio: 42 Prozent
Anteil Sonstige Anlagen im Portfolio: 17 Prozent
Erwartete Bruttorendite: 4,09 Prozent p.a.
Inflationserwartung: keine Angabe
Gebühren (Gesamtkosten) inkl. MwSt.: 1 Prozent p.a.
Erwartete Netto-Rendite (nach Inflation und Kosten): 3,49 Prozent p.a.
Erwartete ordentliche Erträge: 51.100 Euro p.a.
Highlights: keine
Adresse
ALPS Family Office AG
Baumeisterstraße 8
87463 Dietmannsried
Tel: 08374-58 933-0
Mail: info [at] alpsfamilyoffice.de
www.alpsfamilyoffice.de
Die ALPS Family Office AG liefert ein passables Angebot ab, dem aber das Sahnehäubchen fehlt. Die Expertise zur Nachhaltigkeit fehlt ganz, die Stiftungsexpertise ist zu knapp dargestellt, als dass sie überzeugen könnte. Mit ein wenig mehr Hinwendung zu den Stifterwünschen wäre deutlich mehr drin gewesen.
Damit schrammt die ALPS Family Office AG knapp an der Endausscheidung vorbei. Mit etwas mehr Sorgfalt bei der “Abarbeitung” der Ausschreibungsanforderungen wäre die Teilnahme sehr gut möglich gewesen.
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