DGK: Wo Empathie manche Lücke füllt
„Individuell. Für Sie da. Irgendwie anders.“ Mit diesem Slogan macht die Daniels, Gritzka, Kraft & Co. Vermögensverwaltung AG auf sympathische Weise auf ihr jugendliches Auftreten aufmerksam. Und das, obwohl die DGK bereits 1998 – also vor nunmehr gut 25 Jahren – gegründet wurde. Doch die Frische scheint sich das Team aus drei Gesellschaftern und einem Prokuristen – allesamt männlich – erhalten zu haben.
Anlagekonzept
Sauber leitet DGK die Zielrendite in Höhe von mindestens 5,40 Prozent her, wobei eine Inflationsrate von 2,5 Prozent für die nächsten fünf Jahre zugrunde gelegt wird. „Dieses Ertragsziel ist nach den jüngsten Zins- und Renditeanstiegen bei festverzinslichen Wertpapieren bei einer Asset Allocation von 40 Prozent Aktien und 60 Prozent Anleihen grundsätzlich erreichbar“, lautet die Einschätzung des Vermögensverwalters. Ob es sinnvoll und möglich ist, die Aktienquote perspektivisch auf 50 Prozent zu erhöhen, um die Ziele der Stiftung besser erfüllen zu können, soll in Gesprächen zur Weiterentwicklung der Anlagerichtlinie diskutiert werden. Das macht Sinn. „Wir verkaufen, wenn es an der Börse brennt“, lautet ein Prinzip des Risikomanagements von DGK. Im Rahmen der aktiven Steuerung des Depots könne das Risiko in besonders turbulenten Kapitalmarkzeiten gesenkt werden, um es anschließend wieder sukzessive zu erhöhen. Als zentraler Baustein der täglichen Arbeit beginnt das Risikomanagement bereits bei der Zusammenstellung des Portfolios, so DGK weiter. Man halte strikte Maximalgewichtungen im Portfolio für die Größe von Einzelpositionen und Emittenten, aber auch von Branchen und Ländern ein und überwache diese fortlaufend. So würden bereits beim Aufbau des Depots Klumpenrisiken vermieden. Eine Grafik besagt, dass die ordentlichen Erträge von etwa 85.000 Euro im Jahr 2024 auf knapp 120.000 Euro 2030 steigen könnten. Die Gesamtkosten belaufen sich demnach auf 0,9 Prozent p.a. inklusive Mehrwertsteuer. Diese setzen sich aus 0,72 Prozent für die Vermögensverwaltung und 0,18 Prozent für die Depotbank zusammen.
Beauty Contest – die mündliche Verteidigung des Anlagekonzepts
Während die Fachkenntnis und Kundenorientierung positiv auffallen, fehlt es an einer überzeugenden Präsentation mit einem inhaltlichen Fahrplan sowie Zeitmanagement. Die Bewertung durch eine Fachjury fällt ernüchternd aus, da grundlegende Prinzipien der Vermögensverwaltung missachtet werden. Die Kritikpunkte liegen vor allem in den Bereichen Diversifikation, Nachhaltigkeit und Kundenindividualität. Alles in allem wirkt die Präsentation nicht professionell. Hier mag Unerfahrenheit eine Rolle spielen.
Investmentkompetenz
In der Q&A-Runde zeigte sich die Fachkenntnis des Vermögensverwalters. Fragen zu Renditeberechnungen, Benchmarks und Nachhaltigkeit werden kompetent beantwortet, wobei Nachhaltigkeit als zukünftiger Schwerpunkt identifiziert wurde. Die geografische Allokation und politische Risiken werden adressiert, jedoch fehlt es an konkreten Strategien zur Risikominderung. Bemängelt wird eine mangelnde Diversifikation und zu starke Konzentration auf bestimmte Sektoren, sowie die völlige Vernachlässigung des Nachhaltigkeitsthemas. Zudem lässt die Präsentation ein strukturiertes Risikomanagement vermissen. Die quantitative Auswertung durch Quanvest fällt in der Vor- wie in der Rückschau solide aus.
Transparenz
In der Transparenzwertung schlagen die Nachteile einer kleinen Organisation zu Buche. Eine Person beschäftigt sich bei DGK speziell mit dem Thema Stiftungen. Das birgt für Kunden ein personelles Risiko. 5 betreute Stiftungen mit einem Gesamtvermögen von 4,5 Mio. EUR sind auch noch kein großer Erfahrungsschatz, der als Kompetenznachweis dienen kann.
Stiftungsservice
Trotz des kleinen Teams, bieten DGK einen ansprechenden Service an: Kunden kann man bereits bei dem Gedanken an die Gründung einer Stiftung zur Seite stehen. Gemeinsam erarbeite man den Stiftungszweck. Auf Wunsch können DGK den Stifter auch bei der Suche nach geeigneten Vorständen der zu gründenden Stiftung unterstützen. Die bei großen Organisationen nicht selten zu findenden Zusatzservices wie Netzwerk-Veranstaltungen, Unterstützung beim Fund-Raising etc. fehlen bei DGK & Co. aus verständlichen Gründen.
Fazit: DGK & Co. überzeugen sicher nicht auf ganzer Linie, können aber gerade für kleinere Stiftungen ein interessanter Gesprächspartner sein, der sich Zeit nimmt und empathisch auf die Anforderungen von Organisationen mit Potenzial eingeht.
Lesen Sie weitere Berichte in den Rating-News der FUCHS|RICHTER Prüfinstanz zum Stiftungsmanagement.