Die Logik der Renditen: Vom Planwert zur Marktrealität
Die Kapitalanlage einer Stiftung verfolgt einen anderen Zweck als die Vermögensanlage privater Investoren. Sie soll nicht kurzfristig optimieren oder opportunistisch reagieren, sondern dauerhaft wirken. Stiftungen stehen unter dem Anspruch, ihren Zweck heute zu erfüllen und zugleich sicherzustellen, dass sie dies auch in zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren noch können. Genau deshalb verschiebt sich der Fokus von der Frage, was der Markt hergibt, hin zur Frage, was die Stiftung strukturell braucht. Rendite ist für Stiftungen keine Marktkennzahl, sondern eine Steuerungsgröße.
Im Zentrum dieser Steuerung stehen vier Renditebegriffe, die oft unisono genannt, aber selten klar voneinander abgegrenzt werden: Zielrendite, Bruttorendite, Nettorendite und reale Rendite. Tatsächlich beschreiben sie unterschiedliche Ebenen desselben Weges – von der planerischen Anforderung bis zur realen Wirkung auf die Kaufkraft des Stiftungsvermögens.