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Stiftungsvermögen 2026: Wie wir werten

Die urgewald Stiftung sucht einen Partner für 3 Millionen Euro: So läuft das Auswahlverfahren

Illustriert mit Microsoft Copilot
Im Wettbewerb Stiftungsmanagement 2026 analysiert die Fuchsbriefe Prüfinstanz einen besonders anspruchsvollen Praxisfall. Der Auswahlprozess folgt dabei keiner standardisierten Routine, sondern setzt bewusst höhere Maßstäbe. Die urgewald Stiftung verlangt nicht nur eine stabile Vermögensentwicklung, sondern eine konsequente Ausrichtung an ihrer Mission. Kapital soll hier gezielt Wirkung entfalten und darf nicht in Widerspruch zu den eigenen Zielen stehen.

Das Bewertungssystem

Die Bewertung orientiert sich an der realen Entscheidungslogik institutioneller Investoren und folgt einem klar strukturierten System. Den größten Einfluss auf das Endergebnis hat mit 40 Prozent der Beauty Contest, in dem sich die Anbieter im direkten Austausch vor den Entscheidungsgremien behaupten müssen. Mit jeweils 20 Prozent gehen der Anlagevorschlag und die Investmentkompetenz in die Gesamtwertung ein. Damit berücksichtigt die Fuchsbriefe Prüfinstanz sowohl die konzeptionelle Qualität als auch die tatsächliche Tragfähigkeit der vorgeschlagenen Portfolios, wobei dieses Mal die Wertschöpfung durch effektive Kommunikation und Dialog im Vordergrund steht.  

Die Transparenz wird mit 18 Prozent bewertet und liefert wichtige Hinweise darauf, wie offen und nachvollziehbar ein Anbieter arbeitet. Das Serviceangebot ergänzt die Bewertung mit 2 Prozent und zeigt, wie umfassend Institute ihre Stiftungskunden begleiten. Erst das Zusammenspiel dieser Kategorien ermöglicht eine differenzierte Gesamtbewertung. Gerade im urgewald-Fall reicht es nicht aus, einzelne Kriterien zu erfüllen. Entscheidend ist die Konsistenz zwischen Haltung, Konzept und Umsetzung.

Qualitätssystem

Die Einordnung erfolgt im relativen Vergleich zur jeweils besten Leistung im Teilnehmerfeld. Anbieter erreichen die Bewertung „sehr gut“, wenn sie mindestens 90 Prozent der Maximalpunktzahl erzielen. Ab 80 Prozent spricht die Prüfinstanz von einer guten Leistung, ab 60 Prozent von einer befriedigenden. 


Transparenz als integraler Bestandteil

Schwächere Ergebnisse werden entsprechend abgestuft. Fehlende Angaben führen konsequent zu Punktabzügen, da Transparenz ein integraler Bestandteil der Bewertung ist. Dieses System stellt somit sicher, dass nicht absolute Maßstäbe entscheiden, sondern die tatsächliche Qualität im Wettbewerb sichtbar wird.

Die Prüfkategorien im Detail

1. Anlagevorschlag (20 %)

Der Anlagevorschlag bildet das Fundament der Bewerbung und entscheidet darüber, ob ein Anbieter den Anforderungen dieses Mandats gerecht wird. Im Fall der urgewald Stiftung kommt ihm besondere Bedeutung zu, weil hier nicht nur finanzielle, sondern auch ethische und politische Kriterien erfüllt werden müssen. Die Anbieter müssen ein Konzept entwickeln, das eine jährliche Ausschüttung von mindestens 2,5 Prozent nach Kosten ermöglicht und zugleich strenge Liquiditätsanforderungen berücksichtigt. So müssen 200.000 Euro jederzeit verfügbar sein, während weitere 500.000 Euro kurzfristig liquidierbar bleiben. Diese Vorgaben erfordern eine präzise Steuerung des Portfolios und schließen rein renditegetriebene Strategien weitgehend aus.

Gleichzeitig verlangt die Stiftung eine kompromisslose Nachhaltigkeitsstrategie. Investitionen in fossile Energien, umweltschädliche Industrien oder Unternehmen mit menschenrechtlichen Verstößen sind ausgeschlossen. Anbieter müssen daher detailliert darlegen, wie sie Ausschlusskriterien, Positivselektion und laufende Kontrollen miteinander verbinden. Darüber hinaus prüft die Fuchsbriefe Prüfinstanz, ob die Vorschläge klar strukturiert, vollständig ausgearbeitet und auch für fachfremde Entscheidungsträger verständlich sind. Gerade in diesem Fall zeigt sich, ob ein Anbieter in der Lage ist, komplexe Anforderungen in ein schlüssiges Gesamtkonzept zu überführen.

2. Investmentkompetenz (20 %)

Die Investmentkompetenz zeigt, ob das vorgeschlagene Konzept auch unter realistischen Marktbedingungen trägt. Die Analyse erfolgt durch den unabhängigen Partner Quanvest, der die Portfolios systematisch unter Rendite-Risiko-Gesichtspunkten untersucht. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie effizient ein Anbieter mit Risiken umgeht, um stabile Erträge zu erzielen. Quanvest simuliert dazu mögliche Renditeverläufe ebenso wie potenzielle Verluste und überprüft, wie sich die Portfolios in Stressphasen verhalten. Gerade vor dem Hintergrund strenger Ausschlusskriterien wird sichtbar, ob nachhaltige Strategien auch unter Renditegesichtspunkten überzeugen können.

Überdies werden ESG Ratings von CDP und S&P der Aktien und Anleihen emittierenden Unternehmen für die Einstufung zu deren Nachhaltigkeits-Strategien verwendet. Diese Ratings werden in einen Score übersetzt und mit den Portfoliogewichten der Einzeltitel zu einem Gesamtscore je Anlagevorschlag aufaddiert. Ein weiterer Bestandteil ist die Analyse eines Referenzdepots über einen Zeitraum von fünf Jahren. Diese Rückschau ermöglicht es, die tatsächliche Leistungsfähigkeit eines Anbieters zu bewerten und theoretische Annahmen mit realen Ergebnissen abzugleichen. Zusätzlich legt die Fuchsbriefe Prüfinstanz großen Wert auf die Nachvollziehbarkeit des Investmentprozesses. Anbieter müssen klar darlegen, wie Entscheidungen getroffen werden, welche Kompetenzen im Haus vorhanden sind und wie Nachhaltigkeitskriterien dauerhaft in die Umsetzung integriert werden.

3. Transparenz (18 %)

Die Transparenz ist ein zentraler Bewertungsfaktor, gerade im Kontext einer Stiftung mit klar definiertem und  gesellschaftlichem Auftrag. Die Fuchsbriefe Prüfinstanz untersucht, wie offen Anbieter über ihre Strukturen, Erfahrungen und Ressourcen im Stiftungsmanagement informieren. Dabei spielt die Spezialisierung eine wichtige Rolle. Anbieter, die bereits eine größere Anzahl von Stiftungen betreuen und über entsprechende personelle Ressourcen verfügen, können ihre Kompetenz oft besser belegen. Gleichzeitig wird geprüft, wie stabil die Teams aufgestellt sind und ob Kontinuität in der Betreuung gewährleistet ist.

Im urgewald-Fall gewinnt die Nachhaltigkeitstransparenz zusätzlich an Gewicht. Anbieter müssen via Fragebogen nachvollziehbar darlegen, wie sie ESG-Kriterien umsetzen, welche Datenquellen sie nutzen und wie sie mit kontroversen Fällen umgehen. Die Teilnahme an weitergehenden Transparenzinitiativen, etwa Performance-Projekten der Fuchsbriefe Prüfinstanz, wirkt sich positiv auf die Bewertung aus.

4. Serviceangebot (2 %)

Das Serviceangebot beleuchtet die praktische Zusammenarbeit über die reine Vermögensanlage hinaus. Gerade eine Stiftung mit komplexer Mission wie urgewald benötigt Partner, die auch organisatorische und regulatorische Anforderungen sicher abbilden können.

Die Fuchsbriefe Prüfinstanz bewertet daher, inwieweit Anbieter Unterstützung bei Reporting, Governance-Prozessen oder der Weiterentwicklung von Anlagerichtlinien leisten. Ebenso fließt ein, ob Institute in der Lage sind, flexibel auf neue Anforderungen zu reagieren und ihre Dienstleistungen entsprechend anzupassen. Auch wenn dieser Bereich nur gering gewichtet ist, kann er im Wettbewerb den entscheidenden Unterschied machen, wenn mehrere Anbieter in den Kernkategorien gleichauf liegen.

5. Beauty Contest (40 %)

Der Beauty Contest bildet die entscheidende Prüfungsphase im Auswahlprozess. Hier treten die besten Anbieter vor die Gremien der Stiftung und müssen zeigen, dass sie ihr Konzept nicht nur analysieren, sondern auch überzeugend vertreten können.

Die Präsentation verlangt eine klare Struktur, eine präzise Argumentation und die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge verständlich darzustellen. Gleichzeitig prüfen die Entscheidungsträger, wie sicher die Anbieter auf kritische Nachfragen reagieren und ob sie die besonderen Anforderungen der Stiftung wirklich durchdrungen haben. Gerade im urgewald-Fall spielt dabei die Glaubwürdigkeit eine zentrale Rolle. Anbieter müssen zeigen, dass sie die Wirkung von Kapital ernst nehmen und Nachhaltigkeit nicht nur als Marketinginstrument, sondern als integralen Bestandteil ihrer Strategie begreifen.

Jahresranking

Am Ende führt die Fuchsbriefe Prüfinstanz alle Ergebnisse zu einer Gesamtpunktzahl zusammen. Diese ergibt sich aus der gewichteten Bewertung der einzelnen Kategorien und entscheidet über die Platzierung im Ranking. Das Ergebnis zeigt klar, welche Anbieter den komplexen Anforderungen dieses besonderen Mandats am überzeugendsten gerecht werden.

Ewige Bestenliste

Neben der aktuellen Bewertung betrachtet die Prüfinstanz auch die langfristige Leistungsfähigkeit der Anbieter. In der Ewigen Bestenliste werden jene Institute geführt, die über viele Jahre hinweg konstant hohe Ergebnisse erzielen. Grundlage ist ein Score, der sowohl Spitzenergebnisse als auch die Stabilität der Performance berücksichtigt.

Damit entsteht eine Perspektive, die über die Momentaufnahme eines Jahres hinausgeht und nachhaltige Qualität sichtbar macht.

Der Auswahlprozess der urgewald Stiftung zeigt exemplarisch, wie sich Vermögensmanagement im Stiftungsbereich weiterentwickelt. Finanzielle Stabilität allein genügt nicht mehr. Gefragt sind Konzepte, die wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Ziele miteinander verbinden. Das Bewertungsverfahren der Fuchsbriefe Prüfinstanz bildet genau diese Anforderungen ab. Damit wird dieser Wettbewerb zu einem Gradmesser für modernes, wirkungsorientiertes Stiftungsmanagement.
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