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Fuchsrichter Logo Stiftungsvermögen 2024: Die Weberbank Actiengesellschaft in der Ausschreibung

Die Weberbank weiß, was sich Stiftungen wünschen

© Collage: Verlag FUCHSBRIEFE, Bild: envato elements
Mit umfangreichen Informationen zum Stiftungsmanagement wartet die Weberbank bereits auf ihrer Website auf. Damit sticht sie aus einer Vielzahl anderer Anbieter positiv heraus und macht neugierig auf ihre tatsächliche Leistung. Schon die Analyse des vorhandenen Portfolios der Stiftung Fliege, die bei der Weberbank gehaltvoller ausfällt als bei den meisten Wettbewerbern, lässt ahnen, dass hier Experten am Werk sind, die tatsächlich etwas von Stiftungen verstehen. Ob es so positiv weitergeht?

Bereits 2004 hat die Weberbank eine eigenständige Organisationseinheit mit Schwerpunkt Stiftungen, kirchliche Organisationen und die Freie Wohlfahrtspflege geschaffen. Zu ihren Kunden zählen zahlreiche Kirchenkreisverbände mit angeschlossenen Pfarrämtern, die vielfältige Projekte seelsorgerischer Art, aber auch finanzielle Hilfeleistungen für bedürftige Menschen unterstützen. Durch die Premium-Partnerschaften mit dem Bundesverband Deutscher Stiftungen und dem Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge könne sie Veränderungen im Stiftungs- und Gemeinnützigkeitsrecht jederzeit umsetzen. Das ist gut. Fragt sich nun, worauf es den Stiftern ankommt?

Das wünschen sich die Stifter

  • Die Stiftung Fliege sucht für 2,5 Millionen Euro Stiftungskapital – das 2024 auf 3 Millionen aufgestockt wird – einen neuen Vermögensverwalter.
  • Gefordert werden Erfahrungen im Vermögensmanagement für Stiftungen
  • Das Portfolio soll strategisch in bis zu 40 Prozent Aktien und 60 Prozent Anleihen aufgeteilt sein.
  • Zentrale Vorgaben sind der reale Erhalt des Stiftungsvermögens auf mindestens fünf Jahre , die Begrenzung möglicher Vermögensverluste sowie mindestens 60.000 Euro ordentliche Erträge p.a. zur Fortführung der Stiftungsarbeit.
  • Die Wertentwicklung des Anlagevorschlags von 2018 bis heute soll unter Angabe der wichtigsten Parameter simuliert werden.
  • Schließlich sollen Risikomanagement-l und Kostenmodel dargestellt werden.

Portfolio soll veräußert werden

Nach eingehender Prüfung des vorhandenen Portfolios der Stiftung kommt die Weberbank zu der Überzeugung, dass der größte Teil veräußert werden sollte. Der Grund: Einige Papiere widersprechen dem Wunsch der Stiftung nach Verständlichkeit der Anlagevehikel und bergen ein deutlich erhöhtes Risiko durch die teilweise geringe Qualität. Ein tiefergehender Blick zeige ein ungünstiges Chancen-/Risikoverhältnis.

Auf Basis einer ausführlichen Herleitung aufgrund des Kapitalmarkumfeldes, der Ertragsziele sowie der Anlagerichtlinie der Stiftung empfiehlt die Bank, den Aktienanteil in Höhe von 40 Prozent komplett zu nutzen und in Einzeltitel mit hoher Dividende zu investieren. Die Dividendenrendite beträgt aktuell 3,05 Prozent.

USA und Europa dominieren

Regional lautet die Aufteilung 49 Prozent USA und 50 Prozent Europa. Das Rentenportfolio besteht ebenfalls ausschließlich aus Einzelpapieren, die durch ihre Zinszahlungen für einen Zufluss an ordentlichen Erträgen sorgen. Der durchschnittliche Kupon beträgt 2,60 Prozent bei einer Duration von 4,08 Jahren.

Die Zielrendite leitet die Bank kurz und knapp her. Bei 2,5 Prozent Inflation, 0,6 Prozent Kosten und 2,0 Prozent Ausschüttungen seien 5,10 Prozent Rendite erforderlich. Die kann die Weberbank mit ihrem Vorschlag überbieten: Vor dem Hintergrund der langfristigen Ertragserwartungen – 4 Prozent p.a. bei Renten und 7,5 Prozent p.a. bei Aktienanlagen – errechnet die Bank bei der vorgeschlagenen Asset-Allokation eine Renditeerwartung in Höhe von 5,40 Prozent p.a. Damit ist auch der Kapitalerhalt gesichert.

Ausschüttungen sind gesichert

Auf die Erwirtschaftung ordentlicher Erträge zur Sicherung der gewünschten Ausschüttungen in Höhe von 60.000 Euro p.a. geht die Weberbank ausführlich ein. Dank der erwarteten ordentlichen Erträge – 2,55 Prozent aus der Renten- und 3,05 Prozent aus der Aktienseite – können etwa 82.000 Euro vor und rund 64.000 Euro nach Kosten erzielt werden. Zusammen mit den Umschichtungsgewinnen (außerordentlichen Erträgen) erwartet die Bank einen langfristigen Ertrag in Höhe von 5,40 Prozent p.a. vor und von 4,80 Prozent p.a. nach Kosten.

Mit einer Managementpauschale in Höhe von 0,5 Prozent – inklusive Mehrwertsteuer von 0,6 Prozent – präsentiert die Weberbank sehr günstige Konditionen, vor allem angesichts ausgereifter Leistungen. Im Anhang wird das Thema Kosten zudem anhand einer Beispielrechnung vertieft.

Vorschlag für Anlagerichtlinie

Die Darstellung des Portfolios fällt recht knapp aus, zeigt aber dennoch wie das gesamte Werk, dass sich die Bank mit der Stiftung befasst und ein individuelles Angebot erstellt hat. Branchen und Währungsräume werden allerdings nur angerissen. In Tabellen listet der Anbieter zwar die einzelnen Aktien- und Rentenpapiere auf. Hier kommen auch Branchen und Währungen zur Sprache. Das hätte sich der Leser allerdings etwas transparenter gewünscht.

In der Anlage offeriert die Weberbank das Grundgerüst für eine moderne Anlagerichtlinie für die Stiftung, die schon recht detailliert die Anforderungen widerspiegelt.

Nachhaltigkeit verdeutlicht

Durch aktives Management achtet die Bank auf den Ausschluss von Unternehmen mit kontroversen Geschäftspraktiken in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Darüber hinaus achtet sie auf einen geringeren CO2-Fußabdruck.

Die selektierten Unternehmen des Anlagevorschlages haben einen ca. 56 Prozent geringeren CO2-Ausstoß im Verhältnis zur Benchmark. Der Anlagevorschlag hat ein durchschnittliches MSCI-ESG Rating von AA, die Benchmark lediglich A.

Vollinvestment angestrebt

Unter der Überschrift "Verlustminimierung" erklärt die Weberbank, dass ein klar strukturierter Investmentprozess und ein konsequentes Risikomanagement geeignete Instrumente sind, um Vermögensverluste zu vermeiden. Man gehe davon aus, dass Portfolien weitestgehend voll investiert bleiben sollten, um die volle Ertragskraft zu erhalten und Ertragsziele zu erreichen. Dementsprechend verzichtet sie auf klassische Absicherungsinstrumente, wie Derivate in Form von Optionen oder Future-Kontrakten. Der Idee des Vollinvestments folgend ist es das Ziel, auf höhere Liquiditätsbestände zu verzichten.


Erläuterungen laienverständlich

Positiv fällt beim dem Vorschlag der Weberbank auf, dass sie alle Erläuterungen laienverständlich verfasst. Sie klärt den Leser über die von ihr grundsätzlich eingesetzten Anlageinstrumente Renten, Aktien sowie Fonds und ETFs auf. Grafiken werden nur sehr sparsam verwendet, wodurch das Werk textlastig und trotz guter Gliederung etwas unübersichtlich wirkt.

Bis auf wenige Lücken und winzige Kritikpunkte liefert die Weberbank einen in sich geschlossenen, informativen und individuellen Vorschlag ab.

Damit hat sich die Weberbank klar für den Beauty Contest qualifiziert.

Lesen Sie weitere Berichte in den Rating-News der FUCHS|RICHTER Prüfinstanz zum Stiftungsmanagement.

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