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Fuchsrichter Logo Gesamtwertung Markttest Vermögensmanagement für Stiftungen 2023

Ein Spitzenfeld mit Abstufungen

© Kristina Ratobilska / Getty Images / iStock
Der Markt ist die Benchmark. Dies ist das Grundprinzip der Markttests der FUCHS|RICHTER Prüfinstanz. Es bedeutet: Die beste Leistung in einer Wertungskategorie sowie in der Gesamtwertung ist jeweils die Messlatte für alle anderen Anbieter. Die Latte lag diesmal hoch. Wie schon in den Jahren zuvor hat sie die BW-Bank gelegt, diesmal auf die Gesamtpunktzahl von 87,5. Der Rest des Felds musste sich also zur Decke strecken. Am besten gelang das der Weberbank aus Berlin.

Acht Anbieter hatten sich in der Vorrunde aufgrund ihrer Anlagekonzepte für die Wilhelm Weidemann Jugendstiftung merklich vom „weiten Feld“ abgesetzt und damit für die Endauswahl (Shortlist) qualifiziert. Nach dem Alphabet waren dies: die Bank für Kirche und Caritas eG, die BW-Bank, die Capitell Vermögens-Management AG, die Privatbank Donner & Reuschel AG, Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG, die LGT Bank AG aus Liechtenstein, ODDO BHF SE sowie die Weberbank Actiengesellschaft.

Bis auf die Bank für Kirche und Caritas, die an der letztjährigen Ausschreibung nicht teilgenommen hatte, und ODDO BHF, die es in früheren Jahren allerdings auch schon in Endrunden geschafft hatte, waren alle übrigen Endrundenteilnehmer „alte Bekannte“ aus dem Vorjahr. Kein einziger Anbieter war wirklich neu dabei und hatte es zuvor – seit dem Start der Markttests der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz im Non-Profit-Bereich 2008 – noch nie in eine Endrunde geschafft. Somit zeigt sich eine Anbietergruppe, die regelmäßig mit positiven Leistungen aus dem Gesamtmarkt herausragt. Die Ewige Bestenliste wird dies unterstreichen.

Wettbewerbsteilnehmer, die 90% und mehr der Bestleistung (Benchmark) im Test erreichen, sind „Gold wert“ und erhalten von der FUCHS|RICHTER Prüfinstanz ein „Sehr gut“ als Note. Wer zwischen 80% und 89% der Bestleistung auf seinem Punktekonto gutschreiben kann, der darf sich „gut“ nennen. Zwischen 70% bis 79% der Bestleistung im Anbieterfeld bewerten wir als „befriedigend“. Mehr dazu lesen Sie in unserem Text „Wie wir werten“.
Allerdings ist das Gesamtbild diesmal differenzierter als im Vorjahr, als wir sechsmal die Bestnote sehr gut vergeben konnten. 2023 bilden allein die BW-Bank und die Weberbank die Spitzengruppe, gefolgt von der LGT Bank aus Liechtenstein sowie Donner & Reuschel mit der Gesamtnote gut. Es reihen sich mit der Gesamtnote befriedigend ein: ODDO BHF, Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank, die Bank für Kirche und Caritas sowie die Capitell Vermögens-Management AG, die bereits knapp 20 Punkte hinter der Bestmarke liegt.

Kein Licht, das keinen Schatten wirft

Durchgehend sehr gut in allen Wertungskategorien war erwartungsgemäß kein Haus. Zur Einordnung: Dies hat es auch noch in keinem Markttest gegeben. Nur die Weberbank erhielt in jeder Wertungsdisziplin mindestens die Note Gut. Die BW-Bank mit der Bestpunktzahl im Wettbewerbsfeld verdiente sich in vier Disziplinen eine sehr gute Note; nur in der Investmentkompetenz kommt sie diesmal über ein Befriedigend nicht hinaus.

In der Regel ist die Punktzahl aus dem besonders hoch gewichteten Anlagekonzept (55%) schon ein wichtiges Signal für die Gesamtplatzierung und -wertung im Markttest. Lediglich Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank konnte das „Gut“ aus der Vorrunde in der Endrunde nicht verteidigen. Der Grund war eine nicht ganz überzeugende Darbietung im „Beauty Contest“, der mündlichen Erläuterung das Konzepts vor Vertretern der Stiftung (Stifterin, Vorstand, Kuratorium) und der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz als fachliche Begleiter.

Beauty-Contest: Mehr Schatten als Licht

Das „wechselhafte Wetter“ im Beauty Contest, der nach den Corona-Jahren mit virtuellen Darbietungen in diesem Jahr wieder in Präsenz stattfand, zeigt zweierlei: Zum einen die herausragende Form der Vertreter der BW-Bank, die den Maßstab setzen. Zum anderen, dass viele Teams nicht voll eingespielt sind, nicht beständig zusammenzuarbeiten scheinen und dies Auswirkungen auf die Qualität und Wirkung ihrer Präsentationen hat. Ein Punkt, den Stiftungen also ansprechen sollten: Wie gut kennt sich das Team, das die Stiftung betreut? Wie eng und wie regelmäßig arbeitet es im Alltag zusammen?

Viel Sonne bei der Investmentkompetenz, Transparenz und beim Service Angebot

Auffällig ist, dass in der Investmentkompetenz kein Anbieter hinter die Benotung „befriedigend“ fällt. Dreimal sehr gut in dieser Wertungskategorie für die LGT Bank, die Bank für Kirche und Caritas sowie die Weberbank ist eines der erfreulichen Ergebnisse dieses Markttests. Allerdings, das muss der Ehrlichkeit halber hinzugefügt werden, lag speziell in dieser Wertungskategorie, an der nur die Endrundenteilnehmer partizipieren, die Messlatte nicht so hoch. Entweder gab es Abstriche in der qualitativen Bewertung des Investmentprozesses und der Anlagenauswahl oder in der quantitativen Auswertung des angeforderten Vergleichsdepots (Rückschau) oder in der Robustheit des Portfolios, das die Teilnehmer für die Wilhelm Weidemann Jugendstiftung „gebaut“ hatten. Hier nahm Quanvest die Bewertung vor.

Kein so starkes Gewicht für die Gesamtwertung haben die Wertungskategorien Transparenz und Angebot an Services für Non-Profit-Organisationen. Sie zählen zu 6% und 4%. Sie sind aber die Tüpfelchen auf dem i. In beiden Wertungskategorien scheint vorwiegend die Sonne, sind sehr gute Leistungen eher die Regel als die Ausnahme unter den Endrundenteilnehmern. Das ist erfreulich, ist doch Transparenz die Grundlage für Vertrauen und ist gerade das Private Banking, zu dem im weiteren Sinne auch die Vermögensverwaltung für Stiftungen gehört, eine Vertrauensdienstleistung. In der Kategorie «Transparenz» wird auch die Teilnahme an Performance-Projekten der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz mit bewertet, in denen Vermögensverwalter zeigen können, wie sie sich gegenüber einem kostengünstigen „passiven“ ETF-Portfolio behaupten, das die FUCHS | RICHTER Prüfinstanz zusammengestellt hat.

Fazit: Jeder der hier vorgestellten und bewerteten Anbieter sollte von einer Stiftung kontaktiert werden, die sich auf die Suche nach einem (neuen) Vermögenspartner macht. Am Ende geht es ja nicht nur um die objektivierbaren Aspekte einer Leistung, sondern auch um das Zusammenspiel der handelnden Personen, die zusammenpassen müssen, damit eine Vermögensbeziehung Bestand haben kann. Dies ist eine Frage der „Chemie“, die hier weder bewertet werden kann, noch soll.

Wer die Mühe eines umfassenden Auswahlverfahrens – gern auch mit Unterstützung der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz – scheut, hat in den hier vorgestellten acht Häusern bereits eine treffsichere Auswahl vor sich. Im weiten Feld werden wir noch sehen, dass eine breite Ausschreibung stets Sinn macht. Denn es gibt noch eine Reihe weiterer Anbieter, die das Zeug haben, sich für eine Endauswahl zu qualifizieren.

Lesen Sie weitere Berichte in den Rating-News der FUCHS|RICHTER Prüfinstanz zum Stiftungsmanagement

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