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Fuchsrichter Logo Das weite Feld im Stiftungsmanagement 2022

Fruchtbare und trockene Böden

Feld im Sonnenuntergang. (c) picture alliance / Zoonar | Olena Mykhaylova
Wer es nicht in die Endrunde, den Beauty Contest, schafft, findet sich automatisch im weiten Feld wieder. Doch dies trägt seine Bezeichnung nicht umsonst. Hier finden sich durchaus fruchtbare Bereiche in denen Qualität sprießt. Und trockene, ausgelaugte Böden, auf denen wenig bis nichts wachsen und gedeihen kann.

Die Privatbankiers von Merck Finck, inzwischen „a Quintet Private Bank“, haben den Einzug in die Finalrunde nur knapp verpasst. Hier gefiel das den Wünschen der Stifter entsprechend international ausgestaltete Portfolio und auch die gelungene Zusammenfassung der Stifterwünsche. Ansonsten aber hob sich das Angebot nicht genug aus der Maße heraus.

Eine bezogen auf die Gesamtwertung recht homogene Leistung bieten die Bank für Sozialwirtschaft, die Sparkasse KölnBonn, die Südwestbank und ODDO BHF sowie der ganzheitlich ausgerichtete Vermögensverwalter LUNIS. Sie bilden das obere Mittelfeld.

Pflicht getan, aber nicht mehr

Dem Anlagevorschlag der BfS fehlt es ebenfalls an Glanz: nur Pflicht, keine Kür. Zu den Stärken des Anlagekonzepts gehören die Darstellung der erwartbaren Ausschüttungen sowie das international ausgerichtete Depot. Darüber hinaus fehlen auch hier die Glanzlichter, um sich im weiten Feld ausreichend bemerkbar zu machen. Zudem ist ein Honorarvorschlag von 1,12% für eine gemeinnützige Stiftung dieser Größe vergleichsweise teuer.

Die Sparkasse Köln Bonn setzt (leider nur) einen Glanzpunkt: Das sog. Komfortdepot der Sparkasse Köln Bonn diversifiziert im Vergleich zur Benchmark gut, trotz weniger Titel. Hier punktet die Sparkasse in der Investmentkompetenz. Doch mit 1,53% beim Kostenvoranschlag wirft sie sich schon beinahe selbst aus dem Rennen: Das ist in diesem Wettbewerbsumfeld einfach zu viel, um im Preis-Leistungs-Verhältnis mithalten zu können.

Grundsolide reicht nicht

Die Südwestbank AG liefert einen in weiten Teilen grundsoliden Vorschlag ab, dem es allerdings ebenfalls am ganz großen Glanz fehlt. Während sie einige Themen wie Stiftungssitz und Verbrauchsstiftung sehr engagiert beantwortet, bleibt sie bei anderen im Vagen oder spart sie ganz aus. Das trübt den Gesamteindruck.

ODDO BHF, die es vor einigen Jahren schon einmal zum Gesamtsieger in einem Stiftungswettbewerb gebracht haben, überzeugen – ein wenig überraschend – ebenfalls nicht. Positiv fällt hier die Beschreibung des Investmentstils auf: Die Bank ist nicht umsonst im Performance Projekt V im vordersten Feld zu finden. Doch viele Aspekte, die den Stiftern wichtig sind, werden ausgesprochen kurz gehalten, der Acker bringt nur dürre Hälmchen hervor. Und das trotz des erheblichen Umfangs der Ausarbeitung von fast 95 Seiten.

Zu allgemein

LUNIS hatte es ebenfalls schon in die Endrunde im Stiftungsmanagement geschafft. Doch trotz einiger starker Passagen, etwa bei der Darstellung der Ausschüttungsplanung, aber auch zum international ausgerichteten Portfolio sowie einem attraktiven Honorarangebot, bleibt die Ausarbeitung vielfach zu sehr im Allgemeinen haften und macht nicht den Eindruck, als hätte man sich intensiv mit den Wünschen der Stifter auseinandergesetzt. Der Verweis auf spezialisierte Anwälte und weitere Partner, die man vermitteln kann, ist keine Leistung, die Auszeichnung verdient.

Fürst Fugger Privatbank sowie Frankfurter Bankgesellschaft, die zusammen mit der Sparkasse Frankfurt in den Wettbewerb ging, bleiben mit ihren Leistungen im Angebot noch einmal gegenüber den vorgenannten zurück. Das überrascht, denn auch hier handelt es sich um Endrundenteilnehmer bzw. -kandidaten früherer Jahre.

Wenig zu bieten

Ganz wenig hatten diesmal die Vermögensverwalter von Spiekermann & Co unseren Kölner Stiftern zu bieten: kein Engagement, kein Interesse, keine Ideen, lautet das traurige Fazits nach der ausgiebigen Lektüre des Anlagekonzepts. Noch etwas weniger zu bieten hatten schließlich die Vermögensverwalter von G & H Gies & Heimburger Vermögens-Management. Spröde und brüchig zeigt sich hier der Ackerboden, auf dem so keine Stiftung, die neu gegründet werden soll, gedeihen kann. Lieblos ist der vielleicht passendste begriff, mit dem das „Konzept“ beschrieben werden kann.

Nicht bewertet

Nicht bewertet haben wir die Leistung der schweizerischen Globalance Bank. Sie hatte schon im Vorhinein auf ihren eingeschränkten leistungsumfang für Stiftungsgründer in Deutschland hingewiesen und „nur“ einen Vorschlag für das Anlagedepot machen wollen. Das war fair – und das wollen wir auch sein.

Fazit: Das Feld der Vorrunden-Kandidaten war diesmal nicht so groß, aber dennoch waren die Leistungen breit gestreut. Es zeigt sich, dass sowohl Banken als auch Vermögensverwalter hervorragende, durchschnittliche und traurige Konzepte für Stiftungsgründer anzubieten haben. Deshalb ist stets ein breiterer Leistungsvergleich und am besten ein Beauty Contest anzuraten. Denn auch das ist ein Ergebnis: Die Leistungskonstanz schwankt bei den meisten Anbietern im Markt, und das teilweise beträchtlich.
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